Steigende Studierendenzahlen

Hochschulen in Aachen vor Herkulesaufgabe

Das Bundesbildungsministerium rechnet bis 2015 mit zusätzlichen 275 000 zusätzlichen Studienanfängern, die wegen des doppelten Abiturjahrgangs und der Aussetzung der Wehrpflicht an deutsche Hochschulen strömen. 90 000 werden in NRW erwartet. Welche Herkulesaufgaben Städte und Hochschulen zu bewältigen haben, zeigt das Beispiel der Ingenieurhochburg Aachen.

Aachen ist eine Stadt mit hoher Anziehungskraft. Besonders für angehende Ingenieure. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) und die Fachhochschule genießen einen exzellenten Ruf. Schon jetzt platzen beide Bildungsanbieter fast aus allen Nähten, so groß ist der Studierendenandrang. Was die Hochschulvertreter einerseits freut, macht ihnen andererseits schwer zu schaffen. Die Raumnot ist groß. Und sie wird durch den doppelten Abiturjahrgang sowie durch die Aussetzung der Wehrpflicht verschärft.

Ingenieurhochburg Aachen vor Herkulesaufgabe

Ingenieurhochburg Aachen vor Herkulesaufgabe

Die Stadt erwartet bis 2015 rund 7000 zusätzliche Studierende. Insgesamt werden in drei Jahren 45 000 angehende Akademiker, meist Studierende der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), die Kaiserstadt bevölkern. Aachen zählt derzeit knapp 260 000 Einwohner.

NRW rechnet damit, dass 2013 etwa 111 000 junge Menschen im Land ein Studium aufnehmen, 19 000 mehr als 2012. Eine konzertierte Aktion soll in Aachen das Schlimmste verhindern: In den 80er-Jahren wurden Studierende aus Platzmangel in Bahnwaggons untergebracht.

Studium in Aachen: Es herrscht akute Wohnungsnot

Angesprochen sind vor allem private Hausbesitzer, die zusätzlichen Wohnraum zur Verfügung stellen könnten. Dafür richtet die Stadt eigens eine Informationsstelle ein. Aber auch Räume in Hotels, Jugendherbergen und im Priesterseminar sollen im Notfall genutzt werden. Damit sich Studierende nicht in den Hörsälen stapeln, wird sogar das Anmieten von Kinosälen erwogen. Die Stadt steht mit den Nachbargemeinden und dem angrenzenden Ausland (Niederlande, Belgien) im Dialog.

Die Planung von Stadt und Hochschulen ist jedoch mit großen Unwägbarkeiten verbunden. „Wird der Studentenberg tatsächlich so hoch, wie wir kalkulieren?“, stellt Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) fragend in den Raum. „Werden sich die oftmals 17-jährigen Schulabgänger in ihren Wohnansprüchen genauso verhalten wie die älteren? Woher werden sie kommen? Aus der Region oder auch aus dem Ausland? Wir rechnen damit, dass 45 % der zusätzlich Studierenden Wohnraum in Aachen suchen werden.“ Aber auch das sei eine vage Kalkulation.

Run auf FH und RWTH Aachen wird bis 2018 andauern

Fest steht für Philipp: Die Lösungen müssen flexibel sein, auch weil der Run auf FH und RWTH bereits 2018 abebben dürfte und einige Lösungen wieder zurückgefahren werden müssten. Der OB begreift die Mammutaufgabe auch als Chance: „Wir wollen trotz des demografischen Wandels die Studierendenzahl nach 2018 halten.“ Aachen wolle seinen Ruf als „Ingenieurschmiede“ festigen, schließlich „ist das kein lokales Thema“, die Hochschulen bildeten auch für andere Länder aus.

„Wir wollen alles herausholen“, ergänzt RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg. So soll das Angebot im Maschinenbau verdoppelt werden. Durch die Vereinbarungen im Hochschulpakt stehen der RWTH bis 2015 rund 180 Mio. € zur Verfügung, Geld, das zur Hälfte für Personal eingeplant ist. An der FH werden 150 Mio. € vor allem in Gebäude investiert. Schmachtenberg betont die gesellschaftliche Bedeutung der Ausbau-Offensive: „Wir können es uns als Industrienation nicht leisten, in einigen Jahren weniger Naturwissenschaftler und Ingenieure zu haben als heute.“ Mit der Mobilisierung von Frauen und Ausländern könnten große Reserven erschlossen werden.

Aber auch der RWTH-Chef weiß um das Abenteuer, auf das man sich einlässt: „Die kommenden Studierenden werden deutlich jünger sein als ihre Vorgänger. Wir müssen die Studienangebote anpassen. Aber zugegeben: Wir wissen noch nicht exakt, wo wir ansetzen müssen.“

FH Aachen bereits heute mit 140-prozentiger Überlast

Zahl und Qualität der Studierenden sind nicht kalkulierbar, weiß auch FH-Rektor Marcus Baumann. Die FH Aachen habe jetzt schon mit einer 140-prozentigen Überlast zu kämpfen. Man werde sich aber auch auf eine neue „Spezies“ Student einstellen müssen. „Es werden auch junge Menschen ohne Abitur, etwa mit Realschulabschluss, an unsere Hochschulen kommen. Denen werden wir den Übergang erleichtern müssen. Das heißt aber nicht, dass wir unsere hohe Qualität herunterfahren werden. Wenn wir das tun, verlieren wir.“

Laut einer Allensbach-Studie erwarten 41 % der in Deutschland Studierenden, dass sich die Studienbedingungen auch aufgrund des Studentenberges in den nächsten Jahren eher verschlechtern werden und nur 16 % meinen „eher verbessern“.

Von Wolfgang Schmitz

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