Hochschule

Großbritannien hält alle Wege offen

Viele, die mit einem Studium in Großbritannien liebäugeln, traf die Nachricht wie ein Schlag: Der deutsche Bachelor fände auf der Insel keine Anerkennung. Nun ist die deutsche Hochschullandschaft dabei, die Wogen zu glätten.

Ein deutscher Bachelor erhält im Vereinigten Königreich keine Zulassung zum Masterstudium.« VDI-Direktor Willi Fuchs, zugleich Vizepräsident der europäischen Ingenieurvereinigung »Feani«, rät allen Studierwilligen und Studierenden dringend, sich von dieser Falschmeldung der letzten Woche »nicht verwirren zu lassen«. Es handelte sich um »unnötige Panikmache«, ergänzt Christian Bode als Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Die Nachricht stammte angeblich vom britischen National Academic Recognition Information Centre (UK Naric), einem reinen Beratungsdienst, der Hochschulen und sonstigen Interessenten ausdrücklich »nichtbindende« Empfehlungen gibt. Das offizielle deutsche Naric, die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der Kultusministerkonferenz in Bonn, gibt ebenfalls Auskünfte über ausländische Abschlüsse wie Doktortitel, die unsere Behörden freilich durchweg als verbindlich betrachten.

An britischen Hochschulen hat niemand ein Anrecht auf einen Studienplatz, ob als Erstsemester oder nach einem ersten Abschluss. Entscheidend ist eine »individuelle Prüfung«, so Bode, »die je nach Universität und Studiengang unterschiedlich selektiv ausfällt. Dies sollte auch von den deutschen Hochschulen so übernommen werden.« Der Präsident der TU Darmstadt, Johann-Dietrich Wörner, stimmt jedenfalls für das weiterführende Studium: »Auch wir lassen zum Masterstudiengang nur unsere eigenen Bachelor automatisch zu, Fortgeschrittene von anderen Hochschulen kommen bei uns nur aufgrund eines positiven Vorstellungsgesprächs an.«

Dabei ist Wörner stolz darauf, dass seine Universität die gestuften Studiengänge in den Ingenieurfächern energischer als die meisten Schwesterhochschulen eingeführt hat. Sein Amtskollege an der RWTH Aachen, Burkhard Rauhut, erklärt: »Jetzt wird endlich jedermann deutlich, dass die internationalen Abschlüsse so uniform und allgemeinverbindlich gar nicht sind, wie das die Hochschulrektorenkonferenz jahrelang propagiert hat.« Internationalen Maßstäben gerecht werde indessen die Idea-League zwischen der RWTH Aachen, dem Londoner Imperial College, der ETH Zürich und der Uni Delft mit untereinander abgestimmten Studiengängen. Das mag selbstbewusst und selbstbezogen klingen, ist für Rauhut aber konsequenter Ausdruck des viel gepriesenen Wettbewerbs zwischen Hochschulen oder freiwilligen Hochschulverbünden.

Vor solchem Hintergrund erscheint der Präsident aller Hochschulrektoren, Klaus Landfried, noch altem Denken verhaftet, wenn er einer schematischen Differenzierung das Wort redet, nämlich zwischen Bachelor-Abschlüssen an Fachhochschulen und Unis. Dann ließen sich, meint HRK-Präsident Landfried, manche Missverständnisse in Ländern vermeiden, die überhaupt keine FHs kennen. »Mit den internationalen Abschlüssen sollte aber doch gerade die beim Diplom noch gängige Unterscheidung nach Hochschultypen abgeschafft werden«, erwidert Sabine Lepper, die stellvertretende Bundesvorsitzende des FH-Fachbereichstages Elektrotechnik und Informationstechnik. Der Darmstädter TU-Präsident Wörner pflichtet bei: »Solche institutionellen Abstufungen sind längst überholt. Im weltweiten Wettbewerb geht es nicht um ,den deutschen Mittelklassewagen‘ oder ,die Oberklassenlimousine‘, sondern um Mercedes, BMW, VW. Auch jede Hochschule ist ihr eigenes Markenartikelunternehmen, auf nationalen wie internationalen Märkten.«

Gleichwohl spielen im globalen Konkurrenzkampf auch nationale Warenzeichen (neudeutsch »Brands«) eine Rolle wie »die Schweizer Uhr«. Die Briten gewichten deutsche FH- und Uni-Diplome üblicherweise wie den höchstrangigen heimischen Bachelor (»Honours Bachelor«). »Mehr, etwa ein Master, ist bei unseren englischen Partnern für einen einphasigen Studiengang mit einer formellen Regelstudienzeit von acht bis zehn Semestern schwerlich durchsetzbar«, sagt Christian Thieme von der Kultusministerkonferenz. Dazu muss man von der derzeitigen Regelstudiendauer abgehen und die tatsächliche Zeit für ein komplexes Studium wie die Ingenieurwissenschaften zu Grunde legen.

Außerdem: Auf Druck der Fachhochschulen müssen deutsche Vertreter bei internationalen Verhandlungen immer darauf pochen, dass das FH-Diplom mehr sei als ein deutscher Bachelor. Da braucht man sich dann nicht zu wundern, dass dieser auf englischer Seite nur als »Ordinary Bachelor« verstanden wird. Wie“s in die Welt hineinschallt, so schallt es aus ihr heraus.

 

Von Hermann Horstkotte

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