Hochschule

Gemeinsam aus der Studienflaute  

VDI nachrichten, Berlin, 1. 4. 05 – Studenten des Bauingenieurwesens und der Architektur an der Technischen Universität Berlin gehen ab April gemeinsame Wege. Mit der Zusammenlegung der beiden TU-Fachbereiche will man auf einen veränderten Arbeitsmarkt reagieren, aber auch auf die rigorosen Sparzwänge.

Wenn Konjunkturflauten die Hochschulen erreichen und Studenten gewisse Fächer nicht mehr belegen, dann hat die Branchenkrise die Wissenschaft erreicht. Die schlechte Situation der Bauwirtschaft mit ihren auf lange Sicht schwierigen Arbeitsmarktperspektiven sorgt vor allem unter Studenten des Bauingenieurwesens und der Architektur für Unruhe.

Nur noch rund 40 Studierende schreiben sich pro Semester an der Technischen Universität Berlin für Bauingenieurwesen ein, bei den Architekten sind es immerhin noch 180. Vor drei Jahren allerdings waren es dort noch 320. Not macht erfinderisch: Die beiden Fachbereiche wollen ab 1. April fusionieren und setzen verstärkt auf gemeinsame Kapazitäten und auf Synergieeffekte.

„Synergie ist mehr als die Addition zweier Teile“, sagt Ugur Yaramanci, Dekan der Fakultät Bauingenieurwesen und angewandte Geowissenschaften. „Wir wollen eine größere Vielfalt, sei es in den Studiengängen, in der Ausstattung oder bei den Forschungsprojekten.“ Vorgesehen im Rahmen der deutschlandweiten Umgestaltung zum Bachelor- und Master-Abschluss ist eine verstärkte Kooperation bei Ausbildungsinhalten und Praxisprojekten. Da Bauingenieure und Architekten in der Praxis ohnehin häufig zusammenarbeiten, sollen sie nun in der Ausbildung gezielter darauf vorbereitet werden. An einem Großprojekt im Iran, wo es um die Entwicklung einer neuen Stadt geht, nehmen zwölf Fachgebiete teil, allein vier aus dem Bauingenieurwesen und der Geoingenieurwissenschaft.

Zusammenrücken ist nicht immer einfach. „Die Erfahrungen in Kaiserslautern oder Cottbus, wo die Fachbereiche seit längerem fusioniert sind, zeigen“, sagt Rudolf Schäfer, Dekan der Fakultät Architektur, „dass es sehr unterschiedliche Denkweisen gibt.“ Hier die kreativen Architekten und dort die nüchternen Konstrukteure. Gleichwohl erscheint eine effizientere Kooperation und bessere Kommunikation geboten. Die TU Berlin reagiert damit auf einen Arbeitsmarkt, der für Bauingenieure und Stadtplaner immer weniger Lohn und Brot bietet, da sowohl bei der öffentlichen Hand als auch zunehmend bei der Privatwirtschaft das Geld nicht mehr locker sitzt.

Die praktischen Tätigkeitsfelder haben sich verschoben. Anstelle von Neubau und Konstruktion sind häufig genug Sanierung und Rückbau getreten. Industrieareale erhalten eine neue Funktion, Wohnsiedlungen werden aufgrund von Mieterschwund im Zuge des städtischen Schrumpfungsprozesses dezimiert und die Infrastruktur daran angeglichen. „Das klassische Bild des freischaffenden Architekten“, so Schäfer, „ist überholt“. Nur noch 10 % bis 20 % der Tätigkeiten in Architekturbüros betreffen Entwürfe, der Rest entfällt auf Ausschreibungen, Vergaben und Ausführungsplanungen. So gehört „Bauen im Bestand“, der architektonische Umgang mit vorhandener Bausubstanz, zu den zunehmend nachgefragten Spezialanforderungen.

Mittels spezifischer Profile, die im Master-Studiengang erworben werden, will die Technische Universität ihre Hochschüler für die Praxis fit machen. Besonders stolz ist man an der Berliner Universität auf das Profil „Real Estate Management“, das von der Standortplanung bis zum Facility Management reicht und sowohl im Studium als auch als postgraduale Weiterbildung angeboten wird.

Mit großem Erfolg: Auf die 30 freien Plätze bewerben sich eine Vielzahl gestandener Architekten und Bauingenieure, die mindestens drei Jahre Praxiserfahrung mitzubringen haben. Unzureichende ökonomische Kenntnisse, Schwierigkeiten mit Kalkulationen und zu wenig Einblick in die Immobilienwirtschaft sind die Gründe, die die Teilnehmer immerhin 10 000 € für die Weiterbildung hinblättern lassen.

Mit der Fakultätsfusion reagiert die TU Berlin allerdings nicht allein auf den Markt. Die klamme Haushaltssituation der Stadt Berlin hat allen Universitäten drastische Sparmaßnahmen aufgebürdet. An den beiden genannten Fakultäten entfallen insgesamt 14 von ehemals 69 Professuren. Allein in der Geoingenieurwissenschaft sinkt die Zahl von elf auf fünf. Einhergehend damit werden die Studienplätze gekappt, in der Architektur etwa um 40 %. HELMUT MERSCHMANN

www.tu-berlin.de

Von Helmut Merschmann

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