Hochschule

Geldsegen verhilft kleiner Uni zu großem Aufsehen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 3. 08, ws – In Ostdeutschland droht den Hochschulen der Studentenschwund. Anders in Freiberg. Die dortige Universität droht, aus den Nähten zu platzen. Zwei große Stiftungen sorgen in Sachsen für Rückenwind.

Um es in der Sportlersprache zu sagen: Die Technische Universität Bergakademie in der sächsischen Kleinstadt Freiberg hat derzeit einen Lauf. Die Zahl der Studierenden erreicht neue Rekordstände, Forschung und Lehre an der Universität werden trotz der hohen Studentenzahlen von den Ratings als sehr gut beurteilt und auch finanziell steht die Universität blendend da: Nicht zuletzt dank zweier ungewöhnlich großer Stiftungen zugunsten der Bergakademie in jüngerer Zeit kann Freiberg mehrere Alleinstellungsmerkmale in der deutschen Hochschullandschaft aufweisen.

So verfügt die Universität, die seit ihrer Gründung 1765 einen Schwerpunkt in Bergbau und Geologie/Mineralogie hat, über eine der weltweit größten Mineraliensammlungen. Die Schweizer Sammlerin Erika Pohl-Ströher hatte vor fünf Jahren ihre rund 80 000 Stück umfassende, hochwertige Kollektion der Universität übergeben, von Herbst an wird eine Schausammlung im sanierten Schloss Freudenstein, mitten in Freiberg, öffentlich zugänglich sein.

Noch tiefgreifender wirkt sich aber eine Stiftung aus, die Ende 2006 bekannt gemacht wurde und jetzt erste Früchte trägt. Der Münchner Unternehmer Peter Krüger, ein gebürtiger Freiberger, hat sein umfangreiches Immobilienvermögen in die nach seinem Vater benannte Dr.-Erich-Krüger-Stiftung überführt, deren einziger Zweck die Förderung von interdisziplinären Forschungsprojekten und Doktoranden an der Freiberger TU ist.

Das Stiftungskapital, über dessen genaue Summe Stillschweigen vereinbart wurde, beläuft sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag und ist nach Aussage des Freiberger Rektors Georg Unland im vergangenen Jahr noch einmal aufgestockt worden. Die Universität verfügt damit hierzulande über das größte Stiftungsvermögen einer staatlichen Hochschule. Ein Anteil der Erträge aus den Zinsen wird dem Stiftungskapital zugeschlagen, für die Forschung werden zunächst 1 Mio. € bis 2 Mio. € pro Jahr ausgegeben, mit stetiger Tendenz nach oben.

Als erstes Forschungskolleg, das ausschließlich mit Mitteln der Krüger-Stiftung finanziert wird, hat sich das neue Hochdruckforschungszentrum FHP („Freiberg High Pressure Research Centre“) an die Arbeit gemacht.

Acht Professoren, darunter Physiker, Chemiker, Werkstoffwissenschaftler und Tiefbohrtechniker, wollen zusammen mit ihren Assistenten und Doktoranden in den kommenden fünf Jahren unter Einsatz extrem hoher Drücke ultraharte Hochleistungswerkstoffe entwickeln, die bei industriellen Anwendungen wie Bohren und Fräsen temperaturbeständig und verschleißfrei sind. „Härter als Diamant“ sollen die Werkstoffe nach Aussage von Matthias Reich vom Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der Freiberger TU sein. Reich sieht etwa in den Bohrern und Bohrköpfen der Tiefbohrtechnik ein mögliches Anwendungsgebiet für die angestrebten neuen Materialien.

Dieser Forscherverbund hatte sich in einer hochschulinternen Ausschreibung gegen 13 weitere Bewerbergruppen durchgesetzt. Noch im Spätwinter soll ein weiteres Forschungskolleg im Bereich der Geowissenschaften mit Mitteln aus der Krüger-Stiftung an den Start gehen. „Wir möchten mit den Stiftungsmitteln interdisziplinäre Projekte fördern, die es sonst schwer haben, Drittmittel zu bekommen“, so Rektor Georg Unland. Das Interesse der Industrie am ersten Kolleg sei sehr groß.

Durch den Geldsegen aus den Stiftungen sowie Zuwendungen aus der Wirtschaft, von Forschungsfördereinrichtungen und dem Bund ist die TU in der Lage, ein Drittel ihres Jahreshaushalts von rund 70 Mio. € durch Drittmittel zu decken. Bundesweit steht die kleine TU damit hinter Hochschulen wie der TH Aachen, der Universität Stuttgart oder der TU München an achter Stelle – als einsamer Spitzenreiter der Hochschulen in den neuen Bundesländern. Zum Vergleich: Im Durchschnitt erbringen die bundesdeutschen Hochschulen ganze 6 % ihres Budgets durch Drittmittel.

Dass die Freiberger TU hervorragende Forschungsbedingungen bietet, hat sich auch unter den Studierenden herumgesprochen. „Es ist auch für die Studenten interessant, wenn eine Hochschule Spitzenforschung anbietet“, sagt Rektor Unland.

Zum laufenden Wintersemester haben sich rund 1100 Studenten eingeschrieben. Laut Unland stoße die Uni an ihre Kapazitätsgrenzen. Bei der Fächerverteilung hätte die Universität sich in den vergangenen Jahren an der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt orientiert. So würden sich rund die Hälfte aller Studierenden bei den Ingenieurwissenschaften einschreiben, je ein Viertel eine mathematisch-naturwissenschaftliche oder eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung wählen.

Dass Freiberger Absolventen gefragt sind, war beim „Tag der offenen Tür“ an der TU Bergakademie Anfang Januar zu beobachten. Im Mensagebäude der TU drängten sich die Stände der Unternehmen aus der Region – von Energieerzeugern über Maschinenbaufirmen bis zu Automobilzulieferern. Geboten wurden Praktika, Ausbildungsplätze und der Einstieg in die Karriere. Gute Karten also für die junge Generation gut ausgebildeter Ingenieure und Naturwissenschaftler. J. WENDLAND

Von J. Wendland

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