Nachwuchsförderung

Frauenförderung sichert Know-how

Es ist längst keine Glaubensfrage mehr, ob die Ein- und Aufstiegschancen für Ingenieurinnen in der Industrie verbessert werden müssen. Es ist eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit.

Der Clubraum des Verbandes Berliner Kaufleute und Industrieller wird üblicherweise von weiblichen Gästen eher selten besucht. Nicht so, wenn ein Fachforum zum Thema „Brainpower für die Zukunft“ veranstaltet wird und im Untertitel die Frage steht: „Wie wird der Ingenieurberuf für Frauen attraktiv?“. Dann verlieren sich unter den Gästen nicht einmal eine Hand voll Männer. Unter diesen wenigen Klaus Henning, Prof. für Informatik im Maschinenbau in Aachen.
Als Leiter des RWTH-Zentrums für Lern- und Wissensmanagement und des Instituts für Unternehmenskybernetik (IfU) in Mülheim weiß er, dass Frauenförderung im Ingenieurberuf für den Know-how-Standort zukunftsentscheidend geworden ist. Der Ingenieurmangel bedeutet für die Technologieunternehmen ein größeres Innovationshemmnis als fehlende Finanzierungsquellen.
Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Europäische Akademie für Frauen und Politik und Wirtschaft (EAF) und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben das im Vorfeld des Fachforums „Brainpower für die Zukunft“ noch einmal in harten Zahlen zusammengetragen. RWTH-Prof. Henning sieht perspektivisch vor allem eine Möglichkeit, den Ingenieur-Nachwuchs sicherzustellen: Die technischen Begabungen von Frauen müssen erschlossen werden. Dass sich die Zahl der Studentinnen in den Ingenieurwissenschaften erhöhen lässt, weiß Henning aus dem Projekt „do-ing in Aachen“, das er 1999 an der RWTH Aachen initiiert hat. Die Anfängerinnenzahlen in den Fächern Elektro-/Informationstechnik und im Maschinenbau haben sich dort vom WS 1999 bis zum WS 2002 verdoppelt.
Das sind Steigerungsraten, von denen andere Hochschulstandorte allenfalls träumen – die Arbeitgeber sowieso. Wie junge Frauen verstärkt für technologieorientierte Studiengänge zu gewinnen sind, interessiert die Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen besonders. Sie gehören zu denen, die den Online-Service „www.e-quality-management.de“, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird, besonders intensiv nutzen. Aus gutem Grund: Gertraude Krell, Professorin für Personalwirtschaft, hat in Studien belegt, dass sich Kauf- und Anlageentscheidungen zunehmend auch an ethischen Kriterien und an der Unternehmenspolitik der Anbieter ausrichten. Die von Frauen bevorzugten Werte und Methoden müssen deshalb nach Überzeugung von Burghilde Wieneke-Toutaou bereits in den Hochschulen stärker berücksichtigt werden. Die Professorin für Industrial Engineering im Fachbereich Maschinenbau an der TFH Berlin und Sprecherin des Bereichs „Frauen im Ingenieurberuf“ im VDI Berlin, fordert, „Team- und Projektarbeit, Projektmanagement-Methoden und die Entwicklung der Soft-skills stärker in die Curricula zu integrieren.“
Marion Esch, stellvertretende Geschäftsführerin des Hochschulkarrierezentrums für Frauen Berlin GmbH (Femtec), weiß, wie mit der Kopplung gleichstellungs- und hochschulpolitischer Reformanforderungen „mehr Schubkraft“ erreicht werden kann. Da der Anteil von Frauen in Führungspositionen insbesondere in den zukunftsträchtigen Technikbranchen verschwindend gering ist, setze die Femtec mit ihren Careerbuilding-Programmen hier ihren Schwerpunkt: Studentinnen werden studienbegleitend Schlüsselqualifikationen vermittelt, um damit ihre Chancen im Beruf zu verbessern.
Nach Beobachtungen von EAF-Sprecherin Dorothea Jansen kümmert sich auch der Mittelstand engagiert um den potenziellen Ingenieur-Nachwuchs. Cornelia Schmidt, Leiterin Controlling der Mazet GmbH in Berlin berichtet – als Führungsfrau in Teilzeit –, wie z. B. ihr Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärkt: Teilzeit, flexible Arbeitszeiten und Telearbeit, aber auch finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung seien geeignete Instrumente, ebenso wichtig sei aber auch eine Art „Väterförderung“, um auch Männern die Möglichkeit zu geben, in Teilzeit zu arbeiten und Elternzeit zu nehmen. Zu diesem Thema hat das Familienministerium gerade eine neue Internet-Seite eingerichtet.
REGINA-C. HENKEL
www.bmfsfj.de

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