Hochschule 24.08.2007, 19:29 Uhr

Forschung am „fliegenden Auge“  

Statt Studiengebühren zu berappen, bekommen die Studenten monatlich Gehalt. Hoher Praxisbezug und die internationale Anerkennung des Bachelor-Abschlusses sind beste Türöffner in den anschließenden Beruf. Mit PR-wirksamen Technik-Projekten machen Studenten der BA Ravensburg wiederholt auf sich aufmerksam.

Nach einem Rennwagenprojekt sollte es nun ein Luftschiff sein, mit dem Ingenieur-Studenten der Berufsakademie Ravensburg die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregten. Ein Luftschiff, das sich autonom im Raum bewegt und eine vorgegebene Route mit Hilfe von Sensoren und Bilderkennung selbstständig abfliegen kann. In einer digitalen Landkarte können Punkte ausgewählt werden, die das Luftschiff eigenständig ansteuert. Eine Kamera sendet Videobilder in Echtzeit an eine Bodenstation, was dem Projekt den Namen gab: „The Fleye“ – das fliegende Auge.

Rund 2000 Stunden steckte das elfköpfige Studenten-Team der technischen Fakultät unter Leitung von Prof. Karl Trottler in das anspruchsvolle Projekt der gemeinsamen Studienarbeit, an dem die neun männlichen und zwei weiblichen Kommilitonen viel für die Praxis lernten.

Die fliegende Plattform soll Studenten nachfolgender Jahrgänge für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben dienen und weiter ausgebaut werden.

„Es war wie im wirklichen Leben“, sagt Stefan Ellinger, der zusammen mit seinem Kommilitonen Richard Diehl das Projektmanagement übernahm. Weil der Lieferant die maßgenau und mit CAD konstruierte Hülle des rund 6 m langen Luftschiffs anfänglich fehlerhaft fertigte und lieferte, geriet der Zeitplan „völlig aus der Bahn“.

Mit nur einem Maschinenbauer im Team, das sich ansonsten aus Studenten der Fachbereiche Elektrotechnik und Informationsverarbeitung zusammensetzte, waren Engpässe vorprogrammiert.

Eine der größten Herausforderungen war das Gewicht. „Gerungen wurde um jedes Gramm“, sagt Harald Gaibler, der Antrieb und Hardware verantwortete und als einziger Maschinenbauer in der Gruppe stark gefordert war. Nur 12,5 kg wiegt die gesamte fliegende Plattform und kann weitere 2 kg als Payload tragen.

Angetrieben wird das mit Helium befüllte Prall-Luftschiff durch Elektromotoren. Die beiden schwenkbaren Hauptrotoren am Rumpf reichen für 30 km/h Vortrieb, während jeweils eine Schraube an den beiden Enden der Hülle für Kurskorrektur und Rotation um die Hochachse sorgen.

Um rund 14 000 € an Materialkosten des Projektes zu finanzieren, wählten die Studierenden ein abgestuftes Sponsoringkonzept. Als Hauptsponsor gewannen sie die Ingenieurgesellschaft euro engineering, einen der großen Entwicklungsdienstleister in Deutschland. Das Engagement des Unternehmens begründet Holger Schnürle von der Niederlassung Friedrichshafen mit der Exklusivität, mit der euro engineering das Luftschiff bis Ende 2008 auf Veranstaltungen oder bei Aktionen im Rahmen der Initiative „Sachen machen“ einsetzen darf. „Wir fördern und unterstützen den Ingenieur-Nachwuchs und machen dabei auf uns aufmerksam“, bringt Schnürle die Win-Win-Situation auf eine Kurzform.

Zusammen mit den beiden Mitsponsoren EADS und Liebherr-Aerospace gehört euro engineering zum Kreis der insgesamt rund 1100 Ausbildungsbetriebe, die als Partnerunternehmen der BA Ravensburg Studenten bis zum Abschluss betreuen.

Für Stefan Ellinger, der nach seinem Studium bereits einen festen Platz beim Luftfahrtunternehmen EADS in München in der Tasche hat, war die wichtigste und schmerzvollste Erfahrung zu sehen, „wie abhängig man von Zulieferern wird, wenn man Teile nicht selbst baut“.

Bei den meisten, die im Projekt von Prof. Trottler zusammenarbeiteten, waren es Themen wie Teamarbeit, zeitaufwändige Abstimmungsprozesse und technische Herausforderungen, die neue und spannende Herausforderungen darstellten, wie Barbara Herter erläutert. Sie verantwortete innerhalb des Projektes die Baugruppe Mikrocontroller. BERNHARD ROSE

Ein Beitrag von:

  • Bernhard Rose

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