Technikunterricht

Firmen gehen in die Schule  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 4. 05 – Den Kommunen fehlt es an Geld und manchmal auch am Know-how, um Schüler angemessen zu unterrichten. Die NRW-Initiative „Partner für Schule“ zeigt, wie Unternehmen helfen können.

Ludwig Georg Braun will Lehramts-Studenten vor dem Praxisschock, vor allem deutsche Unternehmen aber vor einer Überflutung mit überforderten Fachkräften bewahren. Um dieses Ziel zu erreichen, fordert der DIHK-Präsident zu einem „radikalen Schnitt“ in der Lehrerausbildung auf.

Vor dem Hintergrund, dass jeder fünfte Jugendliche die Schule nur bedingt ausbildungsreif verlasse und fast jeder zehnte keinen Abschluss schaffe, müsse die Lehrerausbildung auf eine praxisnähere Basis gestellt werden. Ein duales Studium vom ersten Semester an öffne frühzeitig den Blick ins Klassenzimmer und führe so den Studenten rechtzeitig vor Augen, ob es sich nicht doch um das „falsche“ Studium handele. Braun betont die Dringlichkeit von Reformen, auch wenn diese „im nächsten Jahrzehnt Realität werden“.

Brauns Engagement für die Primar- und Sekundärausbildung ist keinesfalls der Alleingang eines Wirtschaftsvertreters. Kooperationen zwischen Firmen und Schulen sind aufs ganze Land verstreut, hier intensiver organisiert als dort. Beispiel Nordrhein-Westfalen. Hier zog die Stiftung „Partner für Schule“ vor wenigen Tagen ein Resümee ihres nun zwei Jahre währenden Projektes, dessen Träger die Wirtschaft und das Schulministerium sind. Die Zusammenarbeit ist nicht auf finanzielle Hilfen beschränkt, sie reicht von der Berufsinformation über die Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialien bis hin zur personellen Unterstützung – je nachdem, wo es an der Schule brennt.

Manfred Scholle, Vorstandschef des Gelsenkirchener Versorgungsunternehmens Gelsenwasser erläutert, worum es geht: „Die Fördergelder von maximal 2500 € pro Vorhaben ermöglichen es oft erst, z. B. eine Schulbibliothek oder ein Selbstlernzentrum aufzubauen oder auch Maßnahmen zur Gewaltprävention zu ergreifen. Wir haben als Unternehmen Verantwortung gegenüber der Region. Und wenn die Region wächst, dann wächst auch das Unternehmen.“ 2,2 Mio. € hat Gelsenwasser in den letzten beiden Jahren in das Projekt investiert, etwa die gleiche Summe ist für die nächsten zwei Jahre veranschlagt. Das Unternehmen ist damit größter von inzwischen 23 Stiftungspartnern, die bis Ende des Jahres rund 5 Mio. € zur Verfügung stellen.

Wie Ludwig Georg Braun weist auch Matthias Landmesser von IBM Deutschland auf die Besorgnis erregende Diskrepanz von Schul- und Berufspraxis hin. Es gebe immer weniger Übereinstimmung zwischen Schulnoten und beruflichen Anforderungen. Einem Absolventen mit einer glatten Eins auf dem Zeugnis stünden noch lange nicht alle Firmentore offen.

Bei Fragebogenaktionen und Assessment-Centern stelle sich immer wieder heraus, dass Schüler mit exzellenten Noten häufig über erhebliche soziale Mängel verfügen. Landmesser: „Man soll nicht alles über einen Kamm scheren, tendenziell aber gilt: Viele Einser-Absolventen haben einsam im Keller gebüffelt und sich sozial nicht engagiert.“ Faktoren wie Teamgeist und anwendungsorientierte Fähigkeiten gewännen zusehends an Bedeutung. Wer es etwa verstehe, sein Können einem Orchester unterzuordnen, weise soziale Kompetenz nach. Ähnliches gelte für Sportvereine oder das Mitwirken an einer Schülerzeitung.

NRW-Schulministerin Ute Schäfer betonte auf dem Jahreskongress der Stiftung, die Politik bemühe sich um eine Aufwertung sozialer Werte in der Schule. „Wir wollen Portfolios entwickeln, in denen dieses Engagement von Schülern nachgehalten wird.“

Die Stiftung „Partner für Schule“ will bis 2006 allen Schulen, die zur Zusammenarbeit bereit sind, Partnerbetriebe vermitteln. Das müssen nicht Firmen von IBM-Größe sein. „Kleine Betriebe können ihr Know-how etwa in Verbünden einbringen“, so Stiftungsvorstand Roland Berger. Oder sie könnten helfen, indem sie in kaufmännischen Fragen zur Seite stehen. Denn auch Schulen bewegten sich von der reinen Lehr- und Lerneinrichtung zum eigenständigen Unternehmen.

Unternehmen sind für die klammen Kommunen und deren Schulen oftmals mehr als nur Partner, sie sind auf privatwirtschaftliche Hilfe angewiesen. So lässt die Stadt Köln jetzt sieben Schulen vom Essener Baukonzern Hochtief betreiben. Der Vertrag über Finanzierung, Betrieb und Sanierung hat ein Volumen von 125 Mio. €. Der Konzern will die Schulen über einen Zeitraum von 25 Jahren bewirtschaften. ws

www.partner-fuer-schule.nrw.de

Von Wolfgang Schmitz

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