Nachwuchsförderung 10.08.2007, 19:29 Uhr

Festo fördert Ingenieure mit Bildungsfonds  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 8. 07, Fr – Der Automatisierungsspezialist Festo aus dem schwäbischen Esslingen hat den ersten firmeneigenen Bildungsfonds für begabte Nachwuchsingenieure und -techniker gegründet. 5 Mio. € stellte das Unternehmen dafür bereit.

Auch Studenten müssen leben. Im Durchschnitt stehen Ihnen dafür rund 770 € im Monat zur Verfügung. Aus Quellen des Deutschen Studentenwerks geht hervor, dass in 52 % der Fälle die Eltern dafür aufkommen. Ein Viertel verdient sich sein Geld über Nebenjobs und nur 14 % sind in der Lage, ihre Kosten über den staatlichen Zuschuss Bafög zu decken. Etwa 9 % können auf ein Stipendium zurückgreifen.

Um die wachsenden Finanzlöcher zu stopfen, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Finanzierungsangeboten in Form von Studiendarlehen und Bildungsfonds. Bei Studiendarlehen handelt es sich um zinsgünstige Kredite, die vom Bundesverwaltungsamt oder von Banken vergeben werden. Fonds dagegen sollen begabten Studenten ein schnelles und erfolgreiches Studium sichern.

Bildungsfonds sind in den USA schon längst gang und gäbe, in Deutschland stecken sie dagegen noch in den Kinderschuhen. Das Münchner Investmenthaus Career Concept verwaltet einige von ihnen, zum Beispiel den hochschulspezifischen Bildungsfonds der TU München, der dort vor drei Jahren eingeführt wurde oder den allgemeinen Bildungsfonds der Sparkasse Leipzig, der Standort ungebunden vergeben wird. Die Geldgeber sind bisher vor allem Banken, Stiftungen und Privatpersonen.

Der Esslinger Automatisierungsspezialist Festo hat nun den ersten firmeneigenen Bildungsfonds für begabte Nachwuchsingenieure gegründet. 5 Mio. € hat die Eigentümerfamilie Stoll dafür bereitgestellt. Das Geld wird in den kommenden zwei Jahren als Darlehen an rund 1300 Studenten der Ingenieurwissenschaften und angrenzender Disziplinen wie Physik oder Wirtschaftsinformatik fließen. „Je mehr der Staat sich von bildungspolitischen Themen zurückzieht, desto mehr sind Wirtschaft und Industrie aufgerufen, gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen“, sagt Peter Speck, der frühere Personalchef von Festo und heutige Verantwortliche für den Bildungsfonds.

Mit dem Münchner Investmenthaus Career Concept hat Speck das Konzept umgesetzt. Es sieht vor, dass Studenten für Lebenshaltungskosten und Studiengebühren einen monatlichen Kredit von bis zu 800 €, Doktoranden bis zu 2000 € erhalten. Die Maximalförderung beträgt 40 000 €. Spätere Rückzahlungen basieren auf einem vertraglich fixierten Prozentsatz des späteren Gehalts, der bereits mit der Finanzierungszusage festgelegt wird. „Es entsteht eine Art Generationenvertrag für Ingenieure, denn jeder neue Studienjahrgang profitiert vom finanziellen Rücklauf der Vorgänger“, so Speck.

Der Festo-Bildungsfonds soll jedoch nicht nur Studenten zugutekommen. Davon profitieren werden auch Doktoranden, Post-doc-Forscher und Interessenten, die eine berufsbegleitende, hochschulbasierte Qualifizierung anstreben. Wer sich bewirbt, muss gut sein. Nicht nur Noten zählen. Eine Rolle beim Auswahlverfahren spielen auch Faktoren wie Auslandserfahrungen, Sprachkenntnisse und persönliche Karrierevorstellungen.

Eine Besonderheit des Festo-Bildungsfonds ist neben der Bereitstellung von Firmenmitteln zur Unterstützung des Ingenieurnachwuchses auch die Förderung der berufsorientierten Qualifikation der Jungakademiker. In Kooperation mit Unternehmen und Hochschulen soll ein firmenübergreifendes Netzwerk entstehen. Mit im Boot sind u. a. Vertreter der Universität Paderborn, der Fachhochschule Münster und der Fachhochschule Esslingen.

Bekannte Industrieunternehmen, wie der Lübecker Spezialist für Sicherheits- und Medizintechnik Dräger und die Heidelberger Druck AG, haben ihre Unterstützung zugesagt. Damit nicht genug. Zurzeit ist Peter Speck auf der Suche nach weiteren Partnern. Der Kontakt zu den Netzwerk-Hochschulen soll den Blick des akademischen Nachwuchses über den eigenen Tellerrand lenken. Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse vermitteln Vorträge, Kolloquien und Exkursionen. In den Unternehmen werden die Studenten und Doktoranden auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Sie haben die Möglichkeit, Firmenabläufe kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Dahinter steckt die Idee, auch andere Firmen zur Gründung firmeneigener Bildungsfonds motivieren zu können. Interesse daran wurde Peter Speck bereits signalisiert. Sicher ist: Festo hat, indem es als Industrieunternehmen eine solche Finanzierung anbietet, einer Forderung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Nachdruck verliehen, zu der dieser bereits mehrfach aufgerufen hat. MONIKA ETSPÜLER

Interessenten für den Festo-Bildungsfonds können sich online bewerben unter www.festo.de

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