Ingenieurstudium

Feiert der Diplom-Ingenieur bald sein Revival?

Der Diplom-Ingenieur gilt als Markenzeichen und wird mit Qualität verbunden. Aber ist der Titel wirklich so bekannt? Die TU Ilmenau hat unter dem Namen „Dipl.-Ing. Next Generation“ einen Modellversuch gestartet. Erlebt der “gute, alte” Diplom-Ingenieur seinen zweiten Frühling?

Diplomabschluss vor rotem Hintergrund

Foto: panthermedia.net/VadimVasenin

Die TU Ilmenau hat vom Erfurter Wissenschaftsministerium die Freigabe erhalten, für 2 Studiengänge – und zwar Maschinenbau und Elektrotechnik & Ingenieurinformatik – einen Modellversuch zu wagen. 6 Jahre lang können sich die jeweiligen Erstsemester entscheiden, ob sie einen Bachelor/Master-Studiengang absolvieren oder einen Diplom-Studiengang über 10 Semester angehen. Die Technische Universität ist gespannt, wie der Versuch über die Dauer angenommen wird und ob der Titel des Diplom-Ingenieurs, kurz Dipl.-Ing., nach über 20 Jahren einen neuen Hype erlebt.

Der Diplom-Ingenieur ist weltweit beliebt: Stimmt das?

Nach der Bologna-Reform liegt der Fokus der Ingenieurausbildung ganz klar auf den Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Abschlüsse sind international anerkannt und schaffen eine Vergleichbarkeit im Hochschulwesen. „Derzeit werden noch 57 Diplom-Studiengänge in Deutschland angeboten”, so Thomas Kiefer. Der Referent für Internationale Bildungspolitik und Geschäftsführer des Deutschen Verbands Technisch-Wissenschaftlicher Vereine (DVT e.V.) im VDI widerspricht der weitläufigen Meinung, dass der Diplom-Ingenieur international ein hohes Standing genieße. „Im Ausland kennt so gut wie niemand diesen akademischen Grad. Der Master dagegen ist nicht nur international anerkannt, sondern auch bekannt”, so Kiefer.

Module können Studierende einschränken

Die TU Ilmenau setzt mit „Dipl.-Ing. Next Generation“ auf Flexibilität und greift damit eine “Schwachstelle” der Bachelor- und Masterstudiengänge auf. Durch den modularen Aufbau sind die Auswahlmöglichkeiten beschränkt. Zwar kann jeder Student Wahlkurse belegen, dennoch ist ein Stundenplan vorherrschend, der das Abarbeiten der Module möglich macht. „Hier sind die Hochschulen etwas naiv an die Umstellung auf die Bachelor- und Masterstudiengänge herangegangen. Die Herausforderungen eines sinnvollen modularen Aufbaus schleppen die Hochschulen bis heute mit sich. Die Fachhochschulen waren im Vorteil, da das Studium bereits modularer angelegt war”, erklärt Kiefer.

Studenten an der TU Ilmenau, die sich im Modellversuch für den Diplomstudiengang entschieden haben, schätzen die gewonnene Freiheit. Im Nebenfach belegen sie zum Beispiel Medientechnologie; sogar Nanotechnologie wäre möglich. Als Nabenfach stehen diese Fächer zur Auswahl:

  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Medientechnologie
  • Mikroelektronik und Nanotechnologie
  • Energie- und Automatisierungstechnik
  • Werkstoffwissenschaft
  • Vertiefungsgebiete des Diplomstudiengangs Maschinenbau

Seit 2 Jahren läuft der Modellversuch bereits. In 4 Jahren endet das Projekt an der TU Ilmenau. Ingenieur.de bleibt für Sie natürlich am Ball.

Welchen Abschluss sollten angehende Ingenieure nun anstreben?

Welchen Studiengang zukünftige Ingenieure wählen, ist eine persönliche Entscheidung. Ob ein Diplom-Ingenieur bessere Karrierechancen hat als ein Ingenieur mit Bachelor- und Master-Abschluss, kann so pauschal nicht beantwortet werden. Es gibt nämlich verschiedene Faktoren, die das Einstiegsgehalt beeinflussen. Laut der Gehaltsstudie von ingenieur.de steigen Ingenieure mit einem Master in der Regel am höchsten ein. Mit diesem Abschluss von einer (technischen) Universität kann ein Ingenieur zum Berufseintritt im Schnitt mit 49.730 Euro rechnen. Die gehaltliche Einordnung von Dipl.-Ing. und Masterabsolventen hat sich über die Jahre angeglichen. Fakt ist: Ingenieure mit einem Masterabschluss haben die alten Diplomabschlüsse überholt. Ein Diplom an einer (technischen) Hochschule wird mit durchschnittlich 46.500 Euro Einstiegsgehalt honoriert.

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An welchen Hochschulen Sie noch einen Diplom-Ingenieur Studiengang belegen können, haben wir hier aufgeführt.

Ob Diplom, Master oder Bachelor: Unter Arbeitslosigkeit leiden Ingenieure in der Regel nicht. Die Arbeitslosenquote unter Ingenieuren liegt unter 3 %, so eine Statistik der Arbeitsagentur.

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