Hochschule

Fachhochschul-Modell setzt in China Maßstäbe  

VDI nachrichten, Schanghai, 7. 4. 06, ws – Deutsches Ingenieurwesen und deutsche Ausbildung gelten etwas – zumindest im fernen China. Mit der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) etabliert sich in Schanghai eine Hochschule, die nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschul-Ausbildung arbeitet und mit 16 deutschen Fachhochschulen kooperiert.

Zhao Jie weiß genau, was sie will: „Karriere, Familie und etwas bewegen“, beschreibt die 20-Jährige ihre Ziele. Wobei die Familie noch warten muss. Im Moment arbeitet sie hart an ihrer Karriere.

Zhao gehört zu den ersten rund 90 Studenten der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) an der Tongji-Universität in Schanghai, die sich im September 2004 eingeschrieben haben. In knapp drei Jahren will sie ihren Bachelor-Ingenieur im Bereich Versorgungstechnik in der Tasche haben.

Ein Spaziergang ist das nicht: Auf 38 Wochenstunden kommt sie zurzeit, „plus zwei Stunden Hausaufgaben täglich“, gibt die Studentin mit einem Lächeln und in einwandfreiem Deutsch zu Protokoll. Rund die Hälfte des Studiums wird in deutscher Sprache durchgeführt – intensive Deutsch- und ergänzende Englischsprachkurse sind Pflicht. Ein guter Teil der Lehrveranstaltungen wird von deutschen Professoren und Lehrbeauftragten aus der Industrie gehalten.

Zhao und ihre Kommilitonen werden gute Deutschkenntnisse brauchen: Zur Ausbildung gehören im vierten und letzten Jahr ein praktisches Studiensemester in einem deutschen Unternehmen und das Studium an einer der 16 deutschen Fachhochschulen, die mit der CDHAW kooperieren.

„Die chinesische Ingenieurausbildung ist im Allgemeinen sehr theorielastig“, erläutert Dr. Carola Hantelmann, stellvertretende Gesamtkoordinatorin und deutsche Vizedirektorin der CDHAW. Den Absolventen der chinesischen Universitäten mangele es entschieden an Praxiserfahrung. Gerade die ist aber wichtig für die vielen Unternehmen, die in China zunehmend Probleme haben, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden und zu halten.

Bei der Ausbildung an der CDHAW gehört die Praxis nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschulausbildung zu den wesentlichen Inhalten. „Ein zwölfwöchiges Grundpraktikum und ein viermonatiges berufspraktisches Studiensemester sind feste Bestandteile des Studiums“, erklärt Hantelmann.

Hinzu kommt, dass die Hochschule von einem Freundeskreis und einem Berater-Forum der in China ansässigen deutschen Wirtschaft unterstützt wird. Die Wirtschaftspartner haben die Möglichkeit, beim Aufbau der Studiengänge und bei Lehrveranstaltungen mitzuwirken und unterstützen die CDHAW etwa durch die Einrichtung von Laboratorien.

„Die Studenten sollen pro Semester wenigstens vier Fachvorträge von Praktikern aus der Industrie hören“, so Hantelmann, die laufend an der Erweiterung des Unternehmens-Netzwerks der Hochschule arbeitet.

Den Studierenden kommen die Praktiker gerade recht. Der chinesische Wissensdurst kennt keine Hemmungen und so werden die Unternehmens-vertreter nach ihren Vorträgen mit Fragen gelöchert.

„Man kann viel dabei lernen“, sagt Liu Chang, der ebenfalls zum ersten Jahrgang gehört. Die Entscheidung, an der CDHAW das Studium zu beginnen, wurde in seiner Familie damals heiß diskutiert. „Wir waren ja die ersten Studenten“, erläutert Liu. „Es gab deshalb Bedenken, ob schon alles funktioniert.“ Entscheidend sei dann aber die Beteiligung der Bildungsministerien aus beiden Ländern gewesen und die Möglichkeit, auch in Deutschland studieren zu können.

Liu, der für den Studiengang Fahrzeugservice/Kundenbetreuung eingeschrieben ist, freut sich auf seinen Studienaufenthalt in Deutschland. „Das ist schon sehr attraktiv“, sagt der 20-Jährige, der unbedingt bei einem Automobilhersteller sein Praktikum machen und später auch arbeiten will. „Ich glaube, dass wir viel von Deutschland lernen können“ schwärmt Liu und verweist auf die deutsche Qualität und das Know-how im Bereich Konstruktion.

Auch Zhao Jie will in Deutschland nicht nur „fleißig“ ihr Deutsch verbessern, sondern auch ihre praktischen Kenntnisse erweitern. „Das deutsche Ingenieurwesen ist führend“, ist die 20-Jährige überzeugt. „Diese Ausbildung gibt mir die Chance auf eine gute Zukunft. Ich will zwischen China und Deutschland Brücken schlagen“.

Eben das scheint mit der CDHAW bereits gelungen. Die Zusammenarbeit mit den deutschen Fachhochschulen hat hier nicht nur Modell- sondern auch Vorbildcharakter. JOCHEN KLEIN

Von Jochen Klein

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