Hochschule

Eine Universität fürs Herzogtum

Zwei Jahre hält die Diskussion in Luxemburg um eine Universität an. Vor der Sommerpause noch soll das Parlament ein Gesetz erlassen, um dem Prestigeprojekt den Weg freizuräumen.

Wir leben heute und in der Zukunft in einer Wissensgesellschaft. Europa ist bereits voll auf dem Weg dort hin. Wir können uns dem nicht entziehen. Luxemburg braucht daher eine Universität.“ Mit diesen Worten äußerte die luxemburgische Kultusministerin Erna Hennicot Schoepges den Willen der Regierung des Großherzogtums, aus dem universitären Zentrum mit etwa 2400 Studenten eine echte Universität zu machen.
Bei einem Symposium im Kurort Bad Mondorf stellte sie die Strukturen der künftigen Universität vor. Sie soll nur noch drei statt der ursprünglich geplanten fünf Fakultäten erhalten. Dabei handelt es sich einmal um die zusammengefassten Fachbereiche Sozialwissenschaften, Pädagogik, Kunst Naturwissenschaften, Informatik und Technologie bilden den zweiten Bereich, der dritte besteht aus Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Finanzwissenschaft. Bis zum Jahre 2010 sollen 8000 Studenten in Luxemburg studieren.
Bislang haben Luxemburger an ihrem universitären Zentrum ein erstes und zweites Studienjahr angeboten. Das entsprach einem Grundstudium für alle Fakultäten, nicht jedoch für alle Fachbereiche. Auch Ingenieure werden seit 1996 so auf ihr Studium vorbereitet. Grundlagen der Mathematik und Physik stehen auf dem Programm.
Kulturabkommen mit Österreich und der nahen französischen Fakultät in Nancy erlauben ein Weiterstudieren. „Aber viele haben auf eigene Faust eine TU oder Uni im Ausland gesucht und dort die Anrechnung geregelt“, erzählt Raimund Harsch, Hauptinspektor in der Verwaltungshochschule für Banken. Das Luxemburger Studium entsprach bislang eher den Anforderungen und Strukturen einer Fachhochschule und umfasste die Bereiche Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Informatik und Elektrotechnik. Der größte Teil des Studiums, rund 80 %, war in französischer Sprache. Das soll sich nicht ändern. „Wir folgen dem französischen System, wobei nach zwei Jahren allgemeiner Vorbereitung an eine spezialisierte Hochschule gewechselt wird“, erklärt Harsch.
Die Universität will auch in Zukunft offen sein für Ausländer. Und sie will ihre Studenten weiter entsenden. So verfügt Luxemburg über Abkommen mit der Sorbonne, St. Gallen sowie der Kölner Universität, die jährlich ein gewisses Kontingent an Studienplätzen verschiedener Fachrichtungen für Luxemburger bereithalten.
Luxemburg hat bereits eine Reihe von Signalen zur Eingliederung der Universität in die Großregion gesetzt. Im Bereich der Ingenieurausbildung etwa gibt es eine Kooperation mit der Ingenieur-Fakultät Enim in Metz. Für Physiker bietet sich ein gemeinsamer, dreifach qualifizierender Studiengang zwischen Luxemburg, Nancy und Saarbrücken an. Die Luxemburger Finanzwissenschaft soll zusammen mit der Londoner Universität betrieben werden und ein Kompetenzzentrum bilden. Sie öffnet im Herbst ihre Tore.
Die vor allem für Deutsche bedeutendste Ehe sind die Luxemburger mit der Universität Trier eingegangen. Abgeschlossene Grundstudien der Luxemburger Universität werden in Trier anerkannt. Luxemburger Studenten können ohne weitere Anforderung in Trier ihr Hauptstudium absolvieren. Trier wird sich darum bemühen müssen, dass die eigenen Grundstudien in Luxemburg anerkannt werden.
Die Universität soll international strukturiert werden. Die einzelnen Studien werden daher nach dem „European Credit Transfer System“ aufgebaut. So gibt es den Bachelor für 180 bis 240 Punkte („credits“). Das Haupt-, Aufbau- oder Spezialstudium schließt mit dem „Master“ und weiteren 120 Punkten ab. Der Master soll nach vier, spätestens fünf Jahren Studium erreicht sein. Luxemburg wird einen dritten Studienabschnitt mit dem Doktoranden-Studium anbieten.
Mit der Einrichtung eines Doktoranden-Abschnittes wird gleichzeitig der Aufbau der Forschung an der Luxemburger Universität einher gehen. Die Forschungsbereiche sollen weitgehend mit den Themen der Fakultäten identisch sein. Die Universität soll ihre Forschungsbereiche allerdings offen mit der luxemburgischen Gesellschaft und Wirtschaft gestalten, so der ausdrückliche Wunsch der Politik.
Das Großherzogtum nutzt die Errichtung der Universität zum Strukturwandel des Landes, wie das in Nordrhein-Westfalen in den 60er Jahren mit den Universitäten in Dortmund, Bochum, Duisburg und Düsseldorf geschah. Es wird keine Campus-Universität werden, die alle drei Fakultäten umfasst. Vielmehr sind drei Standorte vorgesehen, die auf Limpertsberg, Walferdingen und Esch/Belval verteilt sind. Die Natur- und Technik-Wissenschaften könnten auf dem alten Arbed-Stahlstandort in Belval angesiedelt werden. Die Universität wird damit Bestandteil eines umfassenden Restrukturierungsmodells für den industriellen Luxemburger Süden im Dreiländereck mit Lothringen und Wallonien.
Die luxemburgische Kultusministerin hat nicht zuletzt deshalb auch versucht, Befürchtungen in der Großregion zu zerstreuen. Im französischen Lothringen hatte der Bürgermeister von Nancy sich gegen die Luxemburger Universität ausgesprochen und vom französischen Staat verlangt, dort zu intervenieren. Er befürchtet, dass das reiche Luxemburg ab 2003 eine Hochschule errichtet, mit der die beiden lothringischen Hochschulen in Nancy und Metz nicht konkurrieren können. Ganz unrecht hat er nicht. Denn die Ministerin erhofft sich „Fakultäten der Oberklasse“. CORDELIA CHATON

Von Cordelia Chaton

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