Akademikerförderung

Ein Stipendium für besonders Einfallsreiche

Anders als in klassischen Programmen greift das „Demokratische Stipendium“ nicht hoch Begabten, sondern jungen Forschern mit besonders ausgefallenen und „überzeugenden“ Projektvorhaben unter die Arme. Namhafte Unternehmen unterstützen die Initiative.

Hoang Mai möchte nach Vietnam reisen. Dafür braucht die 26-Jährige Geld. Insgesamt 2800 €. Die Reise der jungen Ingenieurin aus Dresden mit Spezialgebiet Abfallwirtschaft und Altlasten soll jedoch keine Vergnügungstour werden.

Hoang Mai will vor Ort für ihre Doktorarbeit recherchieren. Das Thema: Verunreinigung des Trinkwassers durch Chemikalien beim Altpapierrecycling. Das kostet. Online bewirbt sich die aus Vietnam stammende Doktorandin über den gemeinnützigen Verein Absolventa e.V. der gleichnamigen Online-Jobbörse um das „Demokratische Stipendium“. Es geht in diesem Herbst, nach 2009, in die zweite Runde.

Ob Hoang Mai es tatsächlich bekommt, entscheiden die User der Plattform mit ihrem Online-Votum: Noch bis zum 31. Oktober können sie die Selbstpräsentation der zur Wahl stehenden Kandidaten aller Fachrichtungen mit Noten zwischen einem und fünf Sternen bewerten.

Spätestens seit die Bundesregierung ein heftig diskutiertes nationales Stipendium für besonders Begabte beschlossen hat, ist die finanzielle Förderung Studierender jenseits von Bafög wieder in aller Munde. Wo verortet sich das Demokratische Stipendium? „Bei unserem Stipendium geht es nicht um herausragende Studienleistungen, sondern um überzeugende und einfallsreiche Argumente, warum gerade dieser Bewerber eine Unterstützung bekommen soll“, erläutert Jasmin Rudolph, die bei Absolventa das Stipendium betreut.

Die Idee dahinter: „Wir möchten jenseits von Eliteförderung und Parteizugehörigkeiten jungen Menschen eine Chance geben, sich und ihre Vorhaben als förderwürdig zu präsentieren. Dabei geht es vor allem um Engagement und Kreativität.“ Es gebe viele Studierende, die zwar nicht zu den Besten ihres Jahrgangs gehörten, sich aber dennoch sehr in ihrem Fachbereich oder auch gesellschaftlich engagierten. Auch dies müsse belohnt werden.

Die meisten Bewerber präsentieren sich mit kleinen Videos. Auch um aus der Masse der anderen herauszustechen. Die meisten bitten um Unterstützung bei Studiengebühren oder weil sie ein Semester im Ausland verbringen wollen. So möchte etwa Maria aus Aschaffenburg, angehende Wirtschaftsingenieurin, für ein Semester an eine kanadische Uni wechseln und bewirbt sich deshalb um 2250 €. Steffen, 22, studiert Bauingenieurwesen und möchte für 2000 € nach Australien. Andere wiederum brauchen Geld für einen neuen Laptop.

„Es gibt auch viele Studierende, die sich neben dem Studium sozial engagieren wollen, darum nur sehr begrenzt für ihren Unterhalt jobben können und sich deshalb um finanzielle Unterstützung bewerben“, sagt Rudolph.

Pro Stipendienrunde stehen insgesamt 25 000 € zur Verfügung. Das Geld kommt aus der Privatwirtschaft, zu den Förderern von Absolventa e.V. gehören unter anderem die Allianz- und die Otto-Gruppe, KPMG und Wüstenrot.

Jeder Studierende kann sich um maximal 5000 € bewerben. Votieren die Abstimmer also vor allem für Studierende, die die höchste Fördersumme beantragen, schrumpft die Anzahl der Geförderten entsprechend. Was zugleich auch zur Frage der Qualitätssicherung führt. Denn theoretisch können sämtliche Familienmitglieder und Freunde für ihren Kandidaten abstimmen. Wie wird verhindert, dass die „Fans“ nicht jeweils doppelt und dreifach die höchste Sternenzahl vergeben?

„Jeder, der bei uns abstimmen will, muss sich zuvor mit einer verifizierbaren E-Mail-Adresse registrieren. So wollen wir Manipulation und Mehrfachvoten verhindern“, erläutert Jasmin Rudolph.

Ob die dargestellten Gründe und Geschichten der Stipendienbewerber immer komplett der Wahrheit entsprechen, kann Absolventa natürlich nicht nachprüfen. Allerdings stellt man bei genauer Betrachtung der Bewerberporträts fest, dass die Beweggründe der Studierenden oft ebenso simpel wie nachvollziehbar sind: Es sind die Studiengebühren, die offenbar den größten Leidensdruck erzeugen. MAREIKE KNOKE

Von Mareike Knoke

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