Technikunterricht

„Ein Prozess intellektueller Verarmung“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 24. 11. 06, ws – Die hoch gehandelte Pisa-Studie sagt kaum etwas über die tatsächlichen mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten 15-jähriger Schüler aus. Diese Meinung vertreten Bildungswissenschaftler in dem Buch „Pisa & Co. – Kritik eines Programms“, unter ihnen die Mathematik-Didaktikerin Eva Jablonka.

Pisa gehe nicht von einer präzisen Fragestellung aus, sondern fuße auf einer Erfassung von Daten. „Die Beschreibungen der gemessenen Kompetenzen sind vage, für die Testkonzeption und Auswertung sind auch andere Verfahren denkbar als diejenigen, für die man sich entschieden hat. Es gibt zahlreiche Unstimmigkeiten, denn nicht einmal die selbst auferlegten Regeln werden immer eingehalten. Die Stichproben in den einzelnen Ländern sind sehr unterschiedlich definiert.“

Eignen sich die Ergebnisse also nicht als Grundlage bildungspolitischer Reformen? Bei Pisa hätten nicht alle Schüler dieselben Testhefte bekommen, also hätten sie unterschiedliche Aufgaben zu lösen gehabt. „Trotzdem will man aber Aussagen über deren Kompetenz in allen getesteten Gebieten machen.“

Dieselben Daten seien – das habe der Münchner Physiker Joachim Wuttke mit den veröffentlichten Datensätzen nachgewiesen – auch mit einem anderen Modell beschreibbar. Dies zeige, dass man bei der Interpretation äußerst zurückhaltend sein muss. Es kämen halt Zahlen heraus, aber keine wesentlichen Einsichten.

„Ich kann die Ergebnisse daher nicht als Grundlage sondern nur als Anstoß für eine Reformdebatte betrachten.“ Jablonka weist darauf hin, schon lange vor Pisa sei bekannt gewesen, dass der soziale, ökonomische und kulturelle Hintergrund von Schülern eine Rolle für die Bildungsbeteiligung und für den Schulerfolg spiele.

Den Pisa-Daten nun internationale Allgemeingültigkeit zuweisen zu wollen und in Vergleichen mit anderen Ländern auf Ursachenforschung zu gehen, hält Jablonka für „unergiebig“.

„Man kann Bildungsmaßnahmen nicht wie Konsumgüter aus anderen Ländern importieren. Im Detail sind Einsichten über andere Schulsysteme und Unterrichtsformen äußerst interessant. Dazu sind aber qualitative Studien nötig, etwa um zu sehen, wie Rahmenpläne für einzelne Fächer strukturiert sind, wie unterschiedlich Lehrer und Schüler auf ähnliche Probleme reagieren, welche Formen von Wissen sie sich angeeignet haben oder welchen Sinn sie darin sehen, etwas Bestimmtes zu lernen.“ Solche Ansätze drohten aber an Bedeutung zu verlieren, wenn das Pisa-Testinstrumentarium unkritisch als neueste Errungenschaft gepriesen wird – „und das schon seit sechs Jahren“.

Zudem gehöre zu einer wirklich wissenschaftlichen Aufarbeitung die öffentliche Diskussion, um Alternativen abzuwägen, Fragen zu stellen und nach Gründen zu suchen. Diese Möglichkeit aber, sagt Jablonka, würde Außenstehenden nicht eingeräumt, da ein Infragestellen von Pisa brüsk zurückgewiesen werde.

Während der Leiter des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Olaf Köller, die Pisa-Kritik in „Die Welt“ vehement zurückweist, gestand die Schulforscherin Bettina Hannover der „Berliner Zeitung“, bei Pisa seien auch „andere Entscheidungen vorstellbar gewesen“.

Prinzipiell aber, so Bettina Hannover, habe die Studie dazu geführt, dass die Bildungsforschung und Erziehungswissenschaften erstmalig „von der Politik als beratende Wissenschaften in Anspruch genommen werden“.

WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz

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