Hochschule

Ein Gütesiegel für den Ingenieur von morgen

Der VDI intensiviert seine Bemühungen um die Qualitätssicherung deutscher Ingenieur-Studiengänge. In Frankfurt gründeten Vertreter der Wirtschaft, der Hochschulen und technisch-wissenschaftlicher Vereine unter Federführung des VDI eine Akkreditierungsagentur für Master- und Bachelor-Studiengänge.

Auf Initiative des VDI ist eine entscheidende Hürde zur Aufwertung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge in Deutschland genommen. In der vergangenen Woche gründeten Vertreter von Universitäten, Fachhochschulen, Wirtschaftsverbänden und technisch-wissenschaftlichen Vereinen in Frankfurt am Main die „Akkreditierungsagentur für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge e. V.“. Da die Vertreter der Fachhochschulen nicht vollzählig anwesend sein konnten, verzichtete die Versammlung vorerst auf die Wahl eines Vorsitzenden. Statt dessen wurde VDI-Direktor Dr.-Ing. Willi Fuchs zum Sprecher des achtköpfigen Vorstandes gewählt. Die Geschäftsstelle der Agentur, deren Leiter Karl-Heinz Simsheuser, Geschäftsführer der VDI-Hauptgruppe, ist, wird im Düsseldorfer VDI-Haus beheimatet sein.
„Ich bin erleichtert“, faßte VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Hubertus Christ seine Gefühle mit einem zufriedenen Lächeln zusammen. „Mit dieser Agentur ist es uns gelungen, die Kompetenz sämtlicher Interessengruppen, sei es Wirtschaft, Universität oder Fachhochschule, zu bündeln und gemeinsam für eine Qualitätssicherung sowie eine ständige Qualitätssteigerung einzutreten.“ Im Zeichen der Globalisierung bedeute die Akkreditierungsagentur einen wichtigen Schritt zur Anpassung an internationale Standards. Christ: „Sie bewirkt Transparenz, gewährleistet Verfahrenssicherheit und erleichtert dadurch national und vor allem international die Mobilität der Studierenden.“ Dazu trifft die Agentur mit entsprechenden Institutionen im In- und Ausland Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Abschlüsse.
Christ betonte ausdrücklich, daß die Prüfung der Master- und Bachelor-Studiengänge keinesfalls zu einer Nivellierung aller Hochschulangebote, sondern zur Intensivierung des Wettbewerbs führen solle. Die Erfüllung von Mindeststandards ist das Minimalziel. Hochschulen, die darüber hinaus ihre Leistungen intensivieren, werden so auch weiterhin ihren guten Ruf im In- und Ausland beibehalten oder sogar mehren können.
Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner erklärte als Vorsitzender des Akkreditierungsverbundes für Ingenieurstudiengänge (AVI) auf die Frage, warum sich seine Institution an der neuen Agentur beteilige: „Wir sind der Auffassung, daß wir uns dieser konzertierten Aktion, die alle Interessengruppen vereint, nicht verschließen können. Als AVI wollen wir unsere Kompetenz in die gemeinsame Sache einbringen.“ Wörner gab zu bedenken, daß einige Hochschulen es schwer haben werden, den geforderten Mindeststandard zu erreichen, um sich das Gütesiegel zu verdienen. Schließlich gehe es nicht um die Dauer eines Studiums, sondern um die Qualität der Studieninhalte. Wichtig sei, einen eigenständigen „deutschen Standard zu setzen“.
Als Sprecher der Fachhochschulen begrüßte Prof. Dr. Clemens Klockner die gemeinsame Initiative, da die akademischen Abschlußgrade nicht mehr entsprechend gekennzeichnet werden müßten und für die Fachhochschulen somit eine größere Chancengleichheit gegenüber den Technischen Universitäten gewährleistet sei.
Die neue Agentur soll verhindern, daß der „Wildwuchs“ unter den Bachelor- und Masterstudiengängen zunimmt. Das Akkreditierungsverfahren tritt auf der Grundlage der KMK-Richtlinien an die Stelle der Rahmenprüfungsordnungen und ihre oftmals starren, unflexiblen Regelungen. Vorstandssprecher Fuchs erläuterte den organisatorischen Ablauf: „Zunächst wird eine neutrale, von allen Interessenvertretern paritätisch besetzte Akkreditierungskommission berufen. Diese Kommission setzt qualitativ hochrangige Fachausschüsse ein, die Bachelor- und Masterstudiengänge auf die Mindeststandards überprüfen.“ Zentrale Anlaufstelle ist die Geschäftsführung in Düsseldorf. Am 13. September soll die Agentur als eingetragener Verein registriert werden. Dann fehlt nur noch die Genehmigung durch den neu geschaffenen Akkreditierungsrat. Die Zustimmung zu den Studiengängen bleibt letztlich aber weiterhin Ländersache.
Von der Qualitätssicherung werden letztlich Wirtschaft und Industrie profitieren. Ihr Engagement in der Agentur ist daher nur zu verständlich. „Auf der IAA werden ab September wieder rund 50 Weltneuheiten gezeigt, die nicht von ungefähr kommen“, erklärte Prof. Dr. Gunter Zimmermeyer vom Verband der Automobilindustrie (VDA). Diese beachtenswerten technischen Entwicklungen dürften jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß hochqualifizierte Ingenieure auf dem Markt Mangelware sind. „Wir brauchen den Nachwuchs in Qualität und Quantität“, fordert Zimmermeyer. „Diese Agentur ist von großer Bedeutung, um international mitzuhalten.“
Hochschulen, die einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang akkreditieren lassen möchten, können sich jetzt bei der Geschäftsstelle im VDI, Graf-Recke-Straße 84, 40239 Düsseldorf, melden. WOLFGANG SCHMITZ
Der Vorstand der Akkreditierungsagentur : Prof. Dr.-Ing. Joachim Heizl (TU Darmstadt), Dr. Bernhard Diegner (ZVEI), Prof. Dr. Gunter Zimmermeyer (VDA), Prof. Dr. Achim Mehlhorn (TU Dresden), Vorstandssprecher Dr.-Ing. Willi Fuchs, Dipl.-Ing. Hermann Wolters (VDE-Vorstand) sowie als Stellvertreter der noch zu benennenden zwei Vorstandsmitglieder der Fachhochschulen Prof. Dr. Clemens Klockner.

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