Hochschulkooperation

Ein Campus für die Forschung der Zukunft  

Die RWTH Aachen platzt aus allen Nähten. Mit dem ersten Spatenstich setzte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers am Donnerstag nicht nur ein Zeichen für die Uni-Erweiterung, sondern auch für eine neue Qualität der Forschungskooperation. Unternehmen und Hochschule sollen ihre Kompetenzen aufs Engste miteinander verknüpfen. Kritiker fürchten um die Unabhängigkeit der Wissenschaft. VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 2. 10, ws

Günther Schuh ist um Superlative nicht verlegen, wenn es um sein jüngstes „Kind“ geht. Der neue RWTH Aachen Campus, der rund 800 000 m2 im Westen der Stadt umfassen soll, sei dazu geschaffen, Wirtschaft und Wissenschaft für „die großen wissenschaftlichen Fragestellungen zu rüsten“. Am vergangenen Donnerstag erfolgte der Spatenstich durch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zu „Europas innovativstem Technologie-Campus“.

Maschinenbauingenieur Günther Schuh, seines Zeichens Prorektor für Wirtschaft und Industrie an der Aachener Elite-Uni sowie Geschäftsführer der Campus GmbH, sieht eine blühende Wissenschaftslandschaft, in der in den nächsten Jahren 19 Forschungscluster Industrie und Hochschule eng miteinander verknüpfen, enger als es andere Großprojekte, wie etwa das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), vorsehen. „Bei der Bündelung der Kräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft setzen wir ganz auf den freien Wettbewerb.“

Setzt sich die Uni damit dem Vorwurf der Anbiederung an die Wirtschaft aus? „Keineswegs“, so Schuh, die Unternehmen wollten nicht nur anwendungsorientierte, sondern „fundamentale wissenschaftliche Erkenntnisse, die wir ihnen in enger Zusammenarbeit liefern und die uns wiederum in unserer Grundlagenforschung stärken werden“.

Zudem liefere man sich bei den Forschungskooperationen nicht einigen wenigen Unternehmen aus, sondern bündele die Kräfte in großer Breite. Das Gesamtpaket ergebe eine „neue Qualität“ der Forschungskooperation, die die RWTH Aachen mittelfristig unter die führenden technischen Universitäten weltweit führen soll.

Bis zu 250 nationale und internationale Technologie-Unternehmen sollen sich mit eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auf dem Campus ansiedeln und sich langfristig in die Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der RWTH einbringen. „Wir werden in unserer Ausrichtung“, so Schuh, „auf relevante Zukunftsfelder setzen.“

Studierende sollen auf „industrieangereichertem Campus“ Firmenkontakte knüpfen

In der ersten Realisierungsphase von 2010 bis 2012 werden die Cluster „Integrative Produktionstechnik“, „Logistik“, „Schwerlastantriebstechnik“, „Optische Technologien“, „Bio-Medizintechnik“ sowie „nachhaltige Energietechnik“ den Forschungsbetrieb aufnehmen. Bislang hätten sich, so die RWTH-Pressemitteilung, 92 Unternehmen, „davon 18 internationale Key-Player“, zur Zusammenarbeit mit 31 Lehrstühlen der RWTH auf dem Campus in Aachen-Melaten verpflichtet.

Dem Begriff „universitas“ entsprechend soll der „industrieangereicherte Campus“, wie ihn Schuh nennt, ein Ort der Gemeinsamkeit, der Begegnung werden. Profitieren sollen vor allem die Studierenden. Ein Drittel der Unternehmen habe bereits signalisiert, an engem Kontakt interessiert zu sein, um die Mitarbeiter von morgen mit ihren Unternehmenswerten zu „infizieren“.

Aber auch Forscher leben nicht von der Wissenschaft allein. Deshalb sollen Wohnungen, Hotels, Gastronomie, Kindertages- und Sportstätten sowie Geschäfte und kulturelle Treffs den Campus beleben. 10 000 neue Arbeitsplätze auf dem Campus und in der Städteregion erhoffen sich die Aachener.

Vorbild der RWTH Aachen ist die so genannte „Coop-Initiative“ der kalifornischen Stanford-University, aus der das Silicon Valley entstand. Dort vermietete die Universität hochschuleigene Flächen an Industrie-Unternehmen, mit dem Angebot, Mitarbeiter in den Genuss universitärer Forschung und Weiterbildung kommen zu lassen.

Mit der Expansion zu einer der größten Forschungslandschaften Europas werden in Aachen nicht nur Superlative verfolgt, es geht auch um handfeste räumliche Probleme. Da jedes Cluster über eigene Seminar- und Schulungsräume verfügt, werde die Raumnot gelindert, wenn nicht sogar ganz behoben, hofft Günther Schuh.

In der Kaiserstadt trifft der Campus auf breite Zustimmung. „Wenn man Menschen nach Aachen holen will, muss man eine interessante Stadt bieten“, meinte etwa der Generalmusikdirektor der Stadt, Marcus Bosch, auf einer Podiumsdiskussion. Dazu gehörten vor allem auch kulturell interessierte Bürger, zuvorderst Akademiker.

Gegenwind kommt aus den Reihen von Umweltschützern und Anwohnern, die das schöne Stück Natur namens Rabental durch den „Campus-Boulevard“ gefährdet sehen. Ein Kompromiss, der ursprünglich in der Planung betroffene Teile des Naherholungsgebietes verschont, konnte nicht alle Gemüter besänftigen. WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz

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