Hochschule

Die Uni mit dem Rundum-Wohlgefühl  

Ein Studium in Ostdeutschland reizt nicht allein wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten. Ein weiteres Pfund, mit dem Hochschulen wie die BTU Cottbus wuchern, ist die exzellente Betreuung der Studierenden und die Konzentration auf technologische Nischen.

Leinen los, die Wettfahrt um die Fördergelder kann beginnen. Zusätzlich zu den bislang gezahlten Zuschüssen erhalten die deutschen Hochschulen zwischen 2006 und 2011 staatliche Gelder in Höhe 1,9 Mrd. €. Wer internationale Spitzenforschung vorweist, wird aus dem Fördertopf belohnt. Wer denkt da nicht zuerst an die RWTH Aachen, die sich gerne mit Vorzeige-Universitäten wie der ETH Zürich misst, oder an die international bestens positionierte TU München.

So einfach wird sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Verteilung der Gelder aber nicht machen. Schließlich hegen auch kleinere Hochschulen leise Hoffnungen auf einen Teil des großen Kuchens. Ihre Ausbildung, Forschung und Ausstattung ist in Fachkreisen zwar bekannt, ihre Lobby aber weniger weit reichend. Ein Beispiel sei die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus.

Was sich hier, in der östlichsten Großstadt der Republik, seit Hochschulgründung im Jahre 1991 zuträgt, ist aller Ehren wert. Bereits vor 14 Jahren war es erklärtes Ziel der Gründungsväter, angehende Ingenieure, Architekten und Naturwissenschaftler mit Studienbeginn nicht nur mit den nötigen Fachinhalten, sondern auch mit interdisziplinärer Forschung und fakultätsübergreifenden Lehrangeboten zu konfrontieren. So wissen Ingenieurabsolventen genau, wenn sie von der gesellschaftlichen Relevanz ihrer erworbenen Technikkenntnisse reden.

Bestes Indiz für die internationale Ausrichtung der BTU ist die Zahl der ausländischen Studierenden: Von insgesamt knapp 4800 Nachwuchsakademikern kommen über 1000 aus fast 80 verschiedenen Ländern, die meisten aus China, Kamerun, der Ukraine, Bulgarien, Spanien, Russland und natürlich dem benachbarten Polen. Ingenieur- sowie Architekturstudenten bietet sich die Chance, über Doppeldiplome in Frankreich bzw. Italien internationale Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.

Die positiven Eindrücke und Erfahrungen der „BTU-Kunden“ sind in Rankings dokumentiert: Bei einer Studentenbefragung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) wurden vor allem die Fragen nach der Betreuung durch die Lehrenden sowie nach Räumlichkeiten und Ausstattung mit gut bis sehr gut bewertet.

Vollkommen aus dem Rahmen fällt die Technische Universität auf dem Gebiet der Informationsbeschaffung. Während an anderen Hochschul-Bibliotheken der veraltete Literaturbestand häufig hinter der Entwicklung herhinkt, sind die Cottbuser stets auf dem aktuellsten Stand – dank des neuen Kommunikationszentrums, das Forschern, Dozenten und Studenten, aber auch anderen Bürgern seit kurzem zur Verfügung steht. Mit einer Nutzfläche von mehr als 7600 m2 und 600 Arbeits- und Leseplätzen überzeugte das fast 29 Mio. € teure multimediale Arbeits- und Informationszentrum auch die Bertelsmann Stiftung: Bei einem bundesweiten Wettbewerb der Stiftung und des Deutschen Bibliotheksverbandes belegte die BTU Rang 1. Der zehnstöckige Bau gilt als neues architektonisches Wahrzeichen der Uni.

Um im Wettbewerb um Fördergelder und Reputation alle Chancen zu wahren, bündeln viele Hochschulen ihre Forschungsaktivitäten. So auch die BTU. Unter dem Dach des CEBra (Centrum für Energietechnologie Brandenburg) gingen im vergangenen Jahr die drei Forschungsfelder Energieressourcen, Energiewandlung (Kraftwerkstechnik, energieeffizientes Bauen) und Energieversorgung (Energieverteilung, Hochspannungstechnik, dezentrale Energiesysteme u. a.) eine Ehe ein. Im CEBra sind derzeit 130 Mitarbeiter damit beschäftigt, Brandenburg weiter als Motor auf dem deutschen Energie-Forschungsmarkt zu etablieren. Einen Schwerpunkt bei den Energieressourcen bildet die Biomasse. „Der hohe Ölpreis macht Energie aus Biomasse und Kraftstoffe aus Holz zunehmend attraktiver“, so Prof. Reinhard Hüttl vom Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung.

Auch bei der Kooperation mit der in der Region ansässigen Wirtschaft verschlafen die südbrandenburgischen Wissenschaftler die Entwicklung nicht. Mit Rolls-Royce arbeitet die BTU schon seit geraumer Zeit bei der Prozess-Integration von Gasturbinen zusammen. Vor wenigen Monaten eröffneten die Partner ein universitäres Kompetenzzentrum für Triebwerktechnik, das University Technology Center (UTC). Künftige Vorhaben sollen sich mit „Whole-Engine-Modelling“ zur strukturellen Auslegung des kompletten Triebwerks sowie mit dem Wissensmanagement in Verbindung mit Design-Software und Herstellungsprozessen beschäftigen. Enge Bande hat die BTU auch zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geknüpft. Gemeinsame Forschungsprojekte, die Seminarreihen „Werkstofftechnik für Luftstrahlantriebe“ sowie die Vorlesung „Strömungsakustik“ sollen den wissenschaftlichen Nachwuchs auf Tätigkeiten in der Luft- und Raumfahrt vorbereiten.

Die zunehmende Vernetzung mit der Wirtschaft könnte dazu beitragen, die Entwicklung hin zu einer forschungsintensiven Hochschule weiter zu fördern. Denn was Forschungsgelder und Patente pro Wissenschaftler betrifft, rangiert die BTU im CHE-Ranking noch auf den hinteren Rängen – wobei die Dimensionen einer TU München für die kleine Cottbuser Hochschule nicht der Maßstab sein können.

Wäre als Pluspunkt noch die Lebensqualität in der einstigen Tuchmacherstadt zu nennen. Die sanierte Altstadt mit Cafés und Kneipen reizt ebenso zum Verweilen wie die zahlreichen Grün- und Parkanlagen. Naturliebhabern bietet die Niederlausitzer Region reichlich Entfaltungsmöglichkeiten. Und wer seinen Radius weiter ziehen möchte, braucht sich nur 100 km nordwestlich nach Berlin oder südwestlich nach Dresden zu orientieren.

Es sind also nicht allein die Großen, denen staatliche Förderprogramme zuteil werden könnten. Im Schatten von Aachen, München, Berlin, Stuttgart oder Dresden haben sich auch ostdeutsche Hochschulen wie die BTU Cottbus, die TU Chemnitz, die TU Freiberg und die TU Ilmenau technologische Nischen erkämpft. W. SCHMITZ

Die BTU Cottbus: Klein, aber fein

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus wurde 1991 als erste und bislang einzige technische Universität des Landes gegründet. Rund 4800 junge Menschen aus 80 Nationen studieren Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Umweltwissenschaften, Verfahrenstechnik, Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik, Architektur, Bauingenieurwesen sowie Stadtplanung. Von den 20 Studiengängen sind drei international orientiert. Forschungsschwerpunkte sind die Kernthemen Material, Energie, Umwelt sowie Information und Kommunikation.ws

Von W. Schmitz

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