Nachwuchsförderung

Die heimlichen Helden am Hockenheimring  

Im Jahr 2006 traten 41 Hochschulteams am Hockenheimring an; heute sind es bereits 78 Teams. Neben Teams aus ganz Europa werden 1700 Nachwuchskräfte aus den USA, Kanada, Japan und Indien erwartet.

Kein Geringerer als eine Fachjury, bestehend aus Juroren, die in der internationalen Automobilindustrie und der Formel 1 tätig sind, bewertet die Leistungen, die die Teams in den verschiedenen Disziplinen präsentieren. In den „statischen“ Disziplinen werden Konstruktion, Kostenkonzept und Businessplan bewertet. In den „dynamischen Wettbewerbskategorien“ stellen die Fahrzeuge ihre Leistungsfähigkeit in mehreren Disziplinen unter Beweis: Die Beschleunigung wird gemessen, auf einem Acht-Parcours zeigt sich die Fahrstabilität, im Sprint die reine Schnelligkeit und über 22 km im „Endurance Wettbewerb“ ist die Dauerbelastung gefragt.

Ziel des Wettbewerbs ist es nicht, das schnellste Rennen zu fahren. Nur wer der Jury ein überzeugendes Gesamtpaket – bestehend aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten – präsentiert, kann am Ende aufs Treppchen steigen.

Der fiktive Auftrag: Die Studierenden sollen annehmen, eine Produktionsfirma habe sie mit der Herstellung eines Prototyps engagiert. Auch wenn die Zielgruppe der nicht-professionelle Wochenendfahrer ist, soll der Rennwagen im Leistungsspektrum brillieren: Der Bolide muss sehr gute Fahreigenschaften hinsichtlich Beschleunigung, Bremskraft und Handling aufweisen.

Außerdem stellen die Studierenden in einer Diskussion mit Fachleuten eine Kostenkalkulation und einen Businessplan vor. Dabei gilt: Der Rennbolide soll möglichst wenig kosten, zuverlässig und einfach zu bedienen sein.

„Vor allem für die Wirtschaft sind diese Studenten von Interesse, da sie wertvolle praktische Erfahrungen sammeln, die sie nicht in den Hochschulen bekommen“, erklärt Tim Hannig, Vorsitzender des Steering Committees der Formula Student Germany. Die Sponsoren können das nur bestätigen: „Wir können bei jedem Einzelnen Herzblut und Leidenschaft für seinen Rennwagen spüren. Auf diese Weise haben die Teams es geschafft, Audi von ihrem Engagement, ihrem Teamgeist und ihrem Wissen zu überzeugen“, verdeutlicht Yvonne Herbst, Personalmarketing, Audi AG, die Sponsorenschaft des Ingolstädter Autobauers.

Um den Boliden zu entwickeln und zu konstruieren, haben die Teilnehmer ein Jahr Zeit. Was sich viel anhört, entpuppt sich als straffer Zeitplan und als eine der größten Herausforderungen des Wettbewerbs: Innerhalb von 365 Tagen gilt es, einen Boliden zu konstruieren, der bei maximaler Motorleistung möglichst wenig Gewicht auf die Waage bringt. Darüber hinaus müssen die Teams Verhandlungen mit den Sponsoren führen, Teamstrukturen, Controlling und Netzwerke aufbauen.

Deswegen sind Studierende aller Fachrichtungen am Wettbewerb beteiligt: Neben angehenden Ingenieuren bringen Studierende der Betriebswirtschaftslehre und der Geisteswissenschaften ihr Know-how ein. Und da es Bestandteil des Regelwerks der FSG ist, jedes Jahr einen neuen Rennwagen zu konstruieren, beginnt der Countdown für alle Teams immer wieder aufs Neue.

Am meisten zu kämpfen haben dabei die „Newcomer“ – das sind die Teams, die das erste Mal dabei sind. Premiere feiern in diesem Jahr am Hockenheim u. a. das „Infinity Racing Rennteam“ der Hochschule Kempten. Während die erfahrenen Teams auf bereits vorhandene Strukturen zurückgreifen können und einen gewissen Erfahrungsschatz mitbringen, fangen die Allgäuer bei Null an.

Den Grundstein für das Infinity-Racing-Team legten fünf Studierende im Frühjahr 2007, gut eineinhalb Jahre später starten sie nun am Hockenheimring. „Wir mussten das Budget im Auge behalten und im selben Atemzug entscheiden, ob eine Eigenfertigung infrage kommt oder doch lieber ein Kauf. Nach der Fertigstellung des CAD-Modells zeigte zum Teil erst die Praxis, ob die unterschiedlichen Bauteile zusammen montiert werden können“, erläutert Teamleiter Christian Rothe die Schwierigkeiten, die das Team während der Konstruktion des Boliden meistern musste.

Auch wenn es für die Neulinge schwer wird, einen Platz im Wettbewerb ganz vorne zu belegen, so haben sie die Möglichkeit, einen Sonderpreis zu ergattern: den des besten Newcomers 2008.

Egal ob Newcomer oder alter Hase, wie es das Team Stralsund ist, das in diesem Jahr den neunten Wagen konstruiert hat, für die Industrie sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der FSG gleichermaßen interessant. Die Sponsoren haben dabei ihre Fühler längst ausgestreckt: So sucht die ZF Friedrichshafen AG permanent qualifizierten Nachwuchs. „Gefragt sind Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Organisationstalent und solide Kenntnisse in Projektmanagement und Kostenoptimierung. Genau diese Schlüsselqualifikationen finden wir bei den Teams“, bringt es Hans-Jörg Domian, Leiter Vorentwicklung Innovative Fahrwerk- und Antriebstechnik auf den Punkt.

Vom 10. bis zum 13. Juli haben einige der teilnehmenden Teams ihren Flitzer bereits auf Herz und Nieren geprüft: Im englischen Silverstone startete etwa das Team der Uni Stuttgart und das Team „Running Snail“ der FH Amberg-Weiden. Die Plätze können sich sehen lassen: Die Uni Stuttgart landete auf Platz eins, die Amberg-Weidener auf Platz zehn.

Welches Team am 10. August den mit 1000 € dotierten Championtitel gewinnt, darauf darf man gespannt sein. Eines steht jedoch schon jetzt fest: Der Wettbewerb auf dem Hockenheimring hat sich innerhalb von nur drei Jahren in der Formula-Student-Szene etabliert, ein Geheimtipp ist er nicht mehr. Dass er sich solcher Beliebtheit erfreut, damit hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet. Der Ansturm bei der Anmeldung im Februar war so groß, dass bis heute noch sechs Teams auf der Warteliste stehen. jul

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