Hochschule

„Deutschland-Fan“ knüpft am globalen Netz  

VDI nachrichten, München, 25. 4. 08, ws – Die Internationalisierung weiter vorantreiben, Forschungsverbünde starten und die besten Studenten der asiatischen Spitzenuniversitäten nach München holen – das sind die Ziele von Liqiu Meng, frisch gekürter Vize-Präsidentin der Technischen Universität München.

Liqiu Meng ist die zweite Frau im vierköpfigen Leitungsgremium der Technischen Universität München (TUM). Die Berufung in die erweiterte Hochschulleitung kam für die 44-Jährige überraschend. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Eigentlich wollte ich mich voll und ganz auf meine Forschungsprojekte konzentrieren“, berichtet die Ingenieurin, die seit 1998 den Lehrstuhl für Kartographie leitet. In diesem Monat löst Liqiu Meng als Vizepräsidentin Ernst Rank ab, der von nun an als Direktor der „TUM International Graduate School of Science and Engineering“ (IGSSE) wirkt.

Dass ihre Wahl der Quote geschuldet ist, glaubt die zierliche Frau mit dem schwarzen Pagenkopf nicht. „Ich denke, den Ausschlag gaben erstens meine internationalen Kontakte zweitens wollte die Hochschulleitung keinen reinen Verwaltungsexperten, sondern jemanden, der sich in der Forschung auskennt und der internationale Forschungsprojekte koordinieren kann. „

Mit Liqiu Meng verfügt die TUM-Hochschulleitung nun über eine Repräsentantin, die sich im asiatischen Raum bestens auskennt. TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann: „Aufgrund ihrer exzellenten Vernetzung rund um den Globus wird sie künftig den Ausbau der Internationalisierung verantworten.“

Die Akademikertochter kam im chinesischen Changshu bei Schanghai zur Welt und studierte mit 15 Jahren an der Military University of Information Engineering in Zhengzhou Geodäsie. Dazu muss man wissen, dass so junge Studenten in China nicht üblich sind. Auch dort dauert eine Schulkarriere zwölf Jahre, Abiturienten sind in der Regel 18 Jahre alt. „Ich habe ein paar Klassen übersprungen“, sagt die Geodätin in aller Bescheidenheit.

1988 ging Liqiu Meng als Stipendiatin nach Deutschland. Am Institut für Kartographie der Universität von Hannover promovierte sie 1993. Für Deutschland hatte die Forscherin schon immer ein besonderes Faible. Während des Studiums dolmetschte sie für deutsche Gastprofessoren, „weil ich fit war in Fremdsprachen“ – neben Deutsch spricht sie noch Englisch, Dänisch, Schwedisch und Norwegisch.

Bereits in der Schulzeit begeisterten sie die Werke deutscher Philosophen. „Ich bin ein Deutschland-Fan. Nicht nur wegen der Philosophen. Das deutsche Vermessungswesen ist weltweit die Nummer Eins.“

Später arbeitete Liqiu Meng als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Hannover, 1994 zog sie nach Schweden. Zunächst war sie als Senior Lecturer for Cartography an der „Högskolan i Gävle“ tätig. Zwei Jahre später wechselte sie als Beraterin in die Industrie und arbeitete parallel als Lehrbeauftragte am Royal Institute of Technology in Stockholm, wo sie 1998 habilitierte.

Im selben Jahr machte sie ihr ehemaliger Doktorvater auf die Stellenausschreibung der TU München aufmerksam. „Ich habe mich beworben, hatte aber keinerlei Erwartungen.“ Liqiu Meng bekam die Stelle und lebt nun seit zehn Jahren im Freistaat.

An ihrer Fakultät ist die Chinesin die einzige weibliche Professorin. Damit hat sie aber – fast – keine Probleme. Einziger Nachteil: Wenn sie bei einer Besprechung fehle, falle es sofort auf.

Viel schwieriger findet es die Mutter eines 10-jährigen Sohns, in Deutschland Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Es gebe nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten, und manche männlichen Kollegen würden mit Unverständnis reagieren, wenn sie bei kurzfristig angesetzten Besprechungen, die nach 18 Uhr stattfinden sollen, nicht spontan zusagen kann, weil sie ihren Sohn von der Nachmittagsbetreuung abholen müsse.

In Schweden, so Meng, sei das absolut kein Problem. „Auch in China arbeiten alle Mütter. Es würde eher auffallen, wenn eine Frau nicht arbeiten würde. In Deutschland haben es Frauen im Berufsleben schwerer“, stellt sie fest.

Während ihrer dreijährigen Amtszeit wird sich die TUM-Vizepräsidentin bemühen, viele ausländische Studentinnen und Studenten nach München zu holen. „Die meisten asiatischen Studenten konzentrieren sich auf die USA. Deutschland ist nicht im Fokus, allein wegen der Sprachbarriere. Ich möchte das ändern“, lautet ihr erklärtes Ziel. Um die Hürden zu senken, plädiert sie dafür, alle Master-Studiengänge in englischer Sprache durchzuführen.

Positiv findet Liqiu Meng die Umstellung auf Bachelor und Master, auch wenn es bedauerlich sei, dass der Diplom-Ingenieur weggefallen ist. „Mit dem Bachelor ist es für die Studenten einfacher: Die Vergleichbarkeit ist gesichert und Studienleistungen aus dem Heimatland werden sofort anerkannt. Langwierige Verfahren um Anerkennung fallen weg“, so die Professorin.

Dem allseits gefürchteten „Brain Drain“ sieht sie gelassen entgegen. Sicher kehrten die ausländischen Absolventen irgendwann nach Hause zurück und nähmen ihr Wissen mit. Aber die Basis sei gelegt für spätere Partnerschaften und Kooperationen.

EVDOXIA TSAKIRIDOU

Von Evdoxia Tsakiridou

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