Hochschule

Deutsche Ausbildung lässt Asiaten kalt

Deutsche Hochschulen genießen für ausländische Studenten größere Attraktivität als viele Schwarzmaler wahrhaben wollen. Den akademischen Nachwuchs aufstrebender Schwellenländer zieht es jedoch nicht wie erhofft nach „good old Germany“.

Gegenwärtig studieren 800 Inder in Deutschland, in den USA 36 000, also fünfundvierzig mal so viel, an australischen Universitäten 8000 und an englischen 6000. Angesichts solcher Zahlen erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für das internationale Hochschulmarketing und Vizepräsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Max Huber, nahezu verwegen: „Gemessen an der Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft kann nur Amerika Maßstab für die internationale Ausrichtung unserer Hochschulen sein.&ldquo

Da muss Deutschland freilich noch mächtig klotzen. Bislang rangiert der hiesige Studienstandort auf der weltweiten Beliebtheitsskala auf Platz drei hinter den USA und Großbritannien. Aber speziell beim akademischen Nachwuchs aufstrebender Schwellenländer, zumal Südostasiens, schneiden auch australische Hochschulen besser ab. Eines von vielen Handicaps hierzulande: Die Kultusministerkonferenz hat zum kommenden Semester die Ausländerquote in Fächern mit Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus) von 5 % auf 8 % erhöht. Zum Vergleich: Nach Harvard hat auch eine weitere US-Spitzenuniversität, Yale, den Wettbewerb um die hochschuleigenen Stipendien im Grundstudium (für undergraduates) weltweit geöffnet, für die Besten gleich welcher Herkunft.
Die Ford Foundation, eine von vielen privaten US-Stiftungen, stellt in den nächsten fünf Jahren allein 700 Mio. DM für Spitzenkräfte aus den Entwicklungsländern bereit.

Nach den Investitionen in Lehrpersonal und Apparate sind die Studienplätze in den USA im Durchschnitt doppelt so gut ausgestattet wie an deutschen Hochschulen. Das zeigen Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Das Geld stammt nicht zuletzt von Spendern. So vermachte der Computer-Unternehmer Jim Clark 1999 der Universität Stanford 150 Mio. Dollar für „Bio-X“, also für alle Bereiche der Lebenswissenschaften. Aus dem zusätzlichen Geldtopf werden jetzt unter anderem interdisziplinäre Kurse für Biologie- und Ingenieurstudenten auf dem Gebiet der Gentechnologie unterstützt. Gerhard Casper, der frühere Präsident der Universität Stanford, rühmte die „Genialität“ des US-Steuerrechts, in dem Spenden „natürlicher“ Personen das steuerpflichtige Einkommen bis zur Hälfte – und zwar ohne absolute Obergrenze – mindern können. Wer vom deutschen Finanzamt veranlagt wird, kann höchstens 10 % statt 50 % vom Einkommen steuermindernd spenden oder 600 000 DM in den Grundstock einer Stiftung stecken. Im wesentlichen verteilt Vater Staat das Geld, mit der Folge, dass „die bereitgestellten Haushaltsmittel in kaum einem Fall ausreichen, die gesetzlichen Pflichten erfüllen zu können“, wie Peter Gutjahr-Löser, Kanzler der Universität Leipzig, erklärt.

Grundlegend für eine höhere Attraktivität deutscher Hochschulen bei Ausländern ist „kundenfreundliches Deutsch“, wie DAAD-Generalsekretär Christian Bode einen neuartigen „Test für Deutsch als Fremdsprache“ (TestDaF)bezeichnet. Ohne Sprachprüfung gibt es für Bewerber ohne deutsches Abitur keinen Studienplatz. Bislang mussten sie die Prüfung grundsätzlich an einer hiesigen Hochschule ablegen. TestDaF findet hingegen schon in den Herkunftsländern statt, zunächst an 49 offiziellen Stellen in zwanzig Ländern von Belgien bis Tadschikistan. Ein besonderer Vorteil nicht zuletzt für angehende Ingenieurstudenten: Die neue Prüfung führt zu einer gestuften Bewertung (1 – 5). In der Elektro- und Informationstechnik mag vielleicht schon der dritte Grad für den Start reichen und die eine oder andere Lücke auf Englisch geschlossen werden können, während ein Germanistisches Institut
womöglich perfektes Deutsch erwartet. Demgegenüber waren die bisherigen Prüfungen für alle Fächer gleich und kannten nur „bestanden“ und „nicht bestanden“.

Mehr Flexibilität ist nicht zuletzt im Hinblick auf die bevorstehende Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation (WHO) geboten. Dort geht es nicht nur um den globalen Freihandel mit Waren, sondern auch mit Dienstleistungen, wozu namentlich die Amerikaner auch alle Formen von Bildung zählen. HERMANN HORSTKOTTE

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