Hochschule

Der Ausweis für die Chefetage

Während in Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder den USA MBA-Studiengänge bereits einen hervorragenden Ruf genießen, müssen sich deutsche Anbieter diesen noch erarbeiten. Aber nicht nur in der Masse tut sich einiges, auch in der Qualität der Angebote.

Die Erfahrung von Barbara Kux ist typisch: Die Nestlé-Angestellte war nach ihrem Studium vier Jahre im Beruf und wollte nun neues Wissen tanken: „Management-Fähigkeiten erweitern und vertiefen“, beschreibt Kux, warum sie sich im Alter von 30 Jahren noch einmal auf die Schulbank begab. Ihre Wahl war das MBA-Programm vom Insead in Fontainebleau bei Paris. Die Investition hat sich für sie gelohnt: Nach einer internationalen Karriere ist die heute 47-jährige Barbara Kux im Top-Management von Ford Europa in Köln.
„Der MBA ist auch heute der Sprung in eine neue Rolle“, bestätigt Paul Danos, Dekan der Tuck School of Business: Wer nicht lebenslang ein und denselben Job für ein Unternehmen machen wolle, sei gut beraten, ein Studium nach dem Studium einzulegen: „Die Ausbildung bietet die Chance, den funktionalen Silo zu verlassen, und in die echten Führungsjobs einzusteigen“, sagt der Leiter der amerikanischen MBA-Schule in Dartmouth. Im Falle der Tuck School bedeutet das: Zwei Jahre aus dem Beruf gehen und die aktuelle Betriebswirtschaft büffeln. Kosten dieser Investition: Rund 60 000 Dollar für Studiengebühren, Wohnen und Lehrmaterial. So bietet der MBA auch für Praktiker, die ein Ingenieur- oder Naturwissenschafts-Studium absolviert haben, eine neue Chance – nämlich sich in kurzer Zeit praxisnahe Management-Fähigkeiten anzueignen.
Heute muss es nicht unbedingt immer der 60 000 Dollar-MBA sein. Es geht auch anders. Längst müssen MBA-Interessierte nicht mehr ins Ausland gehen, um die Vorteile der internationalen Management-Ausbildung zu bekommen. Ein Beispiel: die Universität Mannheim. Das Dickschiff der deutschen Betriebswirtschafts-Ausbildung bietet jetzt neben seinem vielfach gepriesenen Diplom-Studium auch einen neuen Master-Kurs. Dieser wendet sich an Berufserfahrene, die noch einmal zurück an die Uni wollen. „Wir messen uns mit den besten Schulen in Europa“, sagt Programmdirektorin Ellen Feldhoff selbstbewusst. Der seit 2002 angebotene MBA aus Mannheim soll so gut sein wie der von der London Business School oder vom Insead. Die Zutaten: europäische Ausbildung, interdisziplinärer Ansatz, renommierte Partnerschulen – und eine rigorose Vorauswahl, die nach den besten Studenten sucht: Beim ersten Auswahlwettbewerb für das durchgängig englischsprachige Programm wurden von 200 Bewerbern nur 12 % aufgenommen. Das Programm ist auf ein Jahr Vollzeit-Studium angelegt und kostet 15 000 €.
Auch andere heimische Angebote trachten nach der Spitze: 2004 geht die RWTH Aachen auf den Master-Markt. Die Renommier-Fakultät der deutschen Ingenieur-Ausbildung wird Technikern und Naturwissenschaftlern das nötige Rüstzeug geben, um in Führungsaufgaben zu bestehen: „Wir wollen Technologiemanager ausbilden“, beschreibt Christoph Heinen, Programmdirektor des RWTH-Angebots, das Leitbild.
Auch viele Fachhochschulen ziehen nach. Hier ist ein regelrechter Gründerboom zu verzeichnen. „Die FHs wollen sich den Markt für Nachdiplomstudien erschließen“, sagt Bernadette Conraths, die als Beraterin von Hochschulen von Brüssel aus die Szene beobachtet.
So geht etwa die ISM Dortmund mit einem neuen MBA-Programm an den Start. Ab Herbst 2003 soll an der privaten Fachhochschule die erste Master-Klasse antreten. Wie bei vielen MBA-Angeboten lernen die Studenten hier nicht nur durch Vorlesung und Bücherlesen, sondern auch mittels interaktiver Seminare,
Fallstudien und Unternehmensprojekten.
MBA ist freilich nicht gleich MBA. Eine Schule wie Tuck kann Jahrzehnte Erfahrung und einen Weltruf in die Waagschale werfen, wie die Konkurrenten Harvard University (USA), IMD (Schweiz), Insead (Frankreich), Iese (Spanien) und andere Traditionsschulen, die die oberen Plätze in den Qualitätsranglisten besetzten. Die deutschen Schulen werden sich einen solch exzellenten Ruf erst noch erarbeiten müssen. AXEL GLOGER

Literaturtipps
Maßgeschneiderte MBA-Angebote
MBA-Führer:
– Giesen, Birgit; Balster, Eva: Das MBA-Studium. Mit ausführlichen Porträts der besten Business Schools weltweit, Staufenbiel, Köln 2002, 512 S., 18 €.
– Bickerstaffe, George: Which MBA. A critical Guide to the world‘s best Programmes, Financial Times/Prentice Hall 2003, 528 S., 27 €.
Brackmann, Hans-Jürgen Kran, Detlev: Der MBA-Guide 2003. Teilzeit- und Vollzeitprogramme zum Master of Business Administration, Hermann Luchterhand Verlag, München 2002, 368 S., 30 €. ag

Rangliste der MBA-Schulen
Gemessen am Karrierefortschritt ihrer Absolventen, am Gehaltsanstieg der Absolventen sowie am Ruf der MBA-Schulen ergibt sich folgende Rangliste:
1 Wharton (Univ. of Pennsylvania)
2 Harvard
3 Chicago
3 Columbia
3 Stanford
6 Insead (Frankreich)
6 MIT Sloan
8 Stern (New York University)
9 London Business School
10 Kellogg (Northwestern Univ.)
(Plätze 3 und 6 mehrfach vergeben)
Quelle: Financial Times

Von Axel Gloger

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