Nachwuchsförderung

Den Nachwuchs für Technik begeistern  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 1. 06, Fr – Mit der vom VDI ins Leben gerufenen Initiative „Sachen machen!“ sollen die Begeisterung junger Leute für Technik geweckt und das Image des Technikstandortes Deutschland gestärkt werden. Deshalb suchen auf einer Reihe von Großveranstaltungen in diesem Jahr die Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Wie praxisnah die Initiative angelegt ist, schildert Willi Fuchs im folgenden Interview.

Fuchs: Das hat gleich mehrere Gründe: Der Technikstandort Deutschland leidet heute unter einem Nachwuchsmangel. Insgesamt fehlen in Deutschland 15 000 Ingenieure, davon allein 11 500 in Klein- und Mittelbetrieben. Das bremst die Entwicklung. Es gibt zudem ein Defizit in der wirtschaftlichen Umsetzung von Innovationen. Der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert nicht so gut, wie er sollte. Nur ein Beispiel: Deutschland ist Europameister im Entwickeln von Patenten. Aber viele Produkte erlangen ihre Marktreife in anderen Ländern. Und last but not least: Gerade im Inland hat der Technikstandort Deutschland ein schlechteres Image als er verdient. Nur 6 % der Deutschen glauben an eine hohe Innovationskraft in unserem Land.

VDI nachrichten: Was sind die Ziele der Initiative?

Fuchs: Drei konkrete Ziele hat sich die Initiative gesetzt: Wir wollen den Nachwuchs für Technik begeistern, wir wollen die Innovationskraft Deutschlands fördern und das Image des Technikstandorts stärken.

VDI nachrichten: Mit welchen Mitteln will die Initiative diese Ziele erreichen?

Fuchs: Die Initiative lebt von konkreten Aktionen der Partner: Sie bringen Best Practice-Beispiele ein, sorgen für Know-how-Transfer und geben so Menschen und Unternehmen Motivation und Orientierung. Darüber hinaus haben wir für 2006 sechs Highlights geplant.

VDI nachrichten: Und wie sehen diese Highlights konkret aus?

Fuchs: Zunächst findet die Auftaktveranstaltung am 2. Februar am Düsseldorfer Flughafen statt, auf der wir erstmals die Ausstellung „Faszination Technikstandort Deutschland“ präsentieren. Auf der Hannover Messe im April wird die Initiative sich dann besonders dem Thema „Innovation“ widmen. Einen Monat später folgt der „Tag der Technik“, den wir zum dritten Mal bundesweit an voraussichtlich über 35 Standorten veranstalten. Sehr flott geht es dann im August am Hockenheimring zu. Dort wird erstmalig die „Formula Student Germany“ durchgeführt. Über 30 internationale Hochschulteams treten gegeneinander an, um den besten Rennwagen zu entwickeln. Im Oktober setzt sich die Veranstaltungsreihe mit den „Science Days“ fort. Im Europapark Rust in der Nähe von Freiburg wollen wir vor allem Schulklassen ansprechen. Diese Großveranstaltungen sollen natürlich die Technik den Besuchern näher bringen, sie bieten aber auch einen idealen Rahmen für zahlreiche Unternehmensinitiativen unserer Partner.

VDI nachrichten: Was unterscheidet die Initiative „Sachen machen!“ von anderen Initiativen wie „Du bist Deutschland“ oder „Innovation für Deutschland“?

Fuchs: „Sachen machen!“ ist die erste umfassende Initiative für den Technikstandort Deutschland. Und auch sonst sind wir auf einem guten Weg, denn „Sachen machen!“ ist eine Initiative, die ausschließlich von Wirtschaft und Wissenschaft getragen wird. Es geht uns nicht darum, lediglich Anzeigenkampagnen zu produzieren, sondern Dinge in Bewegung zu setzen.

VDI nachrichten: Was macht die Initiative für die teilnehmenden Partner attraktiv?

Fuchs: Viele Unternehmen sind stolz auf ihre Leistungen und möchten diese zeigen. Die Initiative bietet ihnen eine ausgezeichnete Plattform dafür. Das vermeintlich schlechte Image des Technikstandorts Deutschland ist allen Unternehmen ein Dorn im Auge. Daneben sehen sie auch einen direkten Nutzen in der Teilnahme, zum Beispiel in Bezug auf das Nachwuchsproblem. Vom Imagegewinn des Standorts durch die Initiative erwarten die Partner natürlich auch einen Imagegewinn für ihr Unternehmen.

VDI nachrichten: Der schlechte Ruf des Standorts Deutschland im Inland scheint ein Hauptanliegen der Initiative zu sein. Wie kommt es überhaupt zu diesem schlechten Ruf?

Fuchs: In der Vergangenheit haben wir in Deutschland viele Dinge schlecht geredet. Vielleicht liegt es daran. An der Qualität des Standorts kann es zumindest nicht liegen. Wenn es daran liegen würde, wäre Deutschland sicherlich nicht Exportweltmeister und auch nicht in wichtigen Branchen wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie weltweit führend.

VDI nachrichten: Wie wird es mit der Initiative „Sachen machen!“ nach 2006 weitergehen?

Fuchs: Wir wollen bis Ende des Jahres 2006 mehr als 200 Partner in der Initiative vereinen. Die Aktionen für 2007 hängen von allen Partnern und deren Engagement ab. Wie genau das aussehen wird, werden wir im Laufe des Jahres gemeinsam entscheiden. Ich bin mir sicher, dass es 2007 wieder viele Aktionen der Initiative geben wird. Insgesamt ist die Initiative für fünf Jahre geplant. In dieser Zeit wollen wir die Technik im Bewusstsein der Bevölkerung verankern, indem „Sachen machen!“ Begeisterung für die eigenen Fähigkeiten, die eigenen Ideen und den eigenen Standort weckt. VDI/ms

Von VDI/Manfred Schulze
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