Nachwuchsförderung

Dehnübung am akademischen Flaschenhals  

VDI nachrichten, Berlin, 5. 10. 07, ws – Es gibt verschiedene Wege, dem Fachkräftemangel zu Leibe zu rücken. Technikern ohne akademischen Abschluss den Zugang zum Studium zu erleichtern, ist eine dieser immer wieder diskutierten Möglichkeiten. Bevor der akademische Flaschenhals aber erweitert wird, müssen konkrete Anrechnungsverfahren erstellt und berufsbegleitende Weiterbildungsangebote im Bewusstsein aller Beteiligten verankert werden.

Das Bundesbildungsministerium ist diesen Forderungen 2005 in einem ersten Schritt nachgekommen und hat die Initiative „Ankom – Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ gegründet, deren Mitglieder sich jetzt zur Fachtagung „Perspektive Durchlässigkeit – Anrechnung gestalten!“ in Berlin trafen.

In dieser vom Hochschulinformations-System, VDI/VDE Innovation + Technik und dem Bundesinstitut für Berufsbildung begleiteten Initiative, werden in elf Entwicklungsprojekten aus sechs Bundesländern konkrete Anrechnungsverfahren konzipiert – konsequenterweise auch mit ingenieurwissenschaftlichen Projekten.

„Uns geht es in erster Linie darum, Verfahren zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf die Bachelor-Studiengänge Maschinenbau und Elektro-/Informationstechnik zu entwickeln“, berichtet Jürgen Petzoldt, Prorektor Bildung an der TU Ilmenau.

Den Thüringern geht es sowohl um die Anerkennung als Eingangsvoraussetzung für ein Studium als auch um die Anrechnung auf Studien- und Prüfungsleistungen im Rahmen des Curriculums der Studiengänge.

„Gerade im Bereich der Ingenieurwissenschaften gibt es vor allem im Grundstudium gewisse Grundlagenthemen aus dem naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich, die nicht durch Berufserfahrung ersetzt werden können“, erklärt Petzoldt. “ Die Möglichkeiten dazu ergeben sich in höheren Semestern, wenn Veranstaltungen auf dem Plan stehen, die jemand mit langjähriger Berufserfahrung nicht mehr zu besuchen braucht.“

Auch am Institut für Mirkrotechnologie der Universität Hannover sieht man in der Erfassung des während Ausbildung und Berufstätigkeit erworbenen Wissens den wichtigsten Ansatzpunkt. „Bei uns werden die zu erfassenden Kenntnisse in Lernergebnisse eingeteilt und diese in einem Äquivalenz-Vergleich Niveaustufen zugeordnet“, berichtet Florian Pape vom ProfIS-Projekt der Hannoveraner, das sich vor allem an Mikrotechnologen und Mechatroniker richtet. „Dann wird geprüft, ob die entsprechend eingestuften Kenntnisse anerkannt werden können.“

Sowohl in Hannover als auch in Ilmenau blickt man zuversichtlich in die Zukunft. „Die Leute werden in der Wirtschaft gebraucht und deshalb denken wir auch, dass sich das mehr und mehr durchsetzen wird“, berichtet Petzold.

Ernst Hartmann von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH weist auf ein weiteres Problem hin, dass die Hochschulen vor Komplikationen stellen dürfte: „Selbst wenn einem Techniker ein Teil des Studiums erlassen wird, wird er nur ungern zwei Jahre mit der Arbeit aufhören, um die Weiterbildung zu besuchen. Da müssen berufsbegleitende Weiterbildungsangebote her, sonst macht das wenig Sinn.“

Vom Durchlässigkeits-Bonus ist die deutsche Weiterbildungslandschaft weit entfernt. Initiativen wie „Ankom“ mit seinen Ingenieurprojekten in Ilmenau und Hannover zeigen aber, dass das Thema ernster genommen wird.

Und Ernst Hartmann weiß noch einen Grund, warum auch die Hochschulen künftig interessierter werden könnten: „Die Wirtschaft braucht Fachkräfte und würde sich diese auch gerne etwas kosten lassen, wenn sie denn nur da wären. Also müssen die Unis erkennen, dass diese Konstellation eine ist, bei der sich über lukrative Drittmitteleinwerbungen wunderbar ein weiteres Standbein zur Finanzierung entwickeln ließe.“ CHRISTOPH GABLER

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