Nachwuchsförderung

„Das Land lässt einen nicht mehr los“  

VDI nachrichten, Berlin, 2. 10. 08, Fr – Im Oktober startet eine Gruppe von 30 jungen Führungskräften aus Europa nach China. Zwei Deutsche sind dabei. Sie sind Teilnehmer eines Programms der Europäischen Union und der chinesischen Regierung. Der Aufenthalt dauert zehn Monate.

Es sollte eigentlich nur ein Urlaub werden. Stefanie Schau beschloss für ein paar Wochen ihrer Heimatstadt Bremen und ihrem dortigen Job als Grafikdesignerin den Rücken zu zudrehen. Nach China. Um den Kopf frei zu bekommen. Neue Impulse zu gewinnen. Ihr Vater arbeitete in Peking. Für sie war er eine erste Station in der fremden Stadt. Zweieinhalb Jahre ist das jetzt her. Inzwischen leitet die 31-jährige Stefanie Schau ein eigenes Team in einer Honkong-Chinesischen Medienagentur.

Dass sie sich in Peking so gut eingelebt hat, ist zu einem guten Teil einem Training der Europäischen Union und der chinesischen Regierung geschuldet. Beim Managers Exchange and Training Programme (METP) hat sie die Sprache gelernt und wurde darin geschult, wie man in der fremden Kultur Geschäfte macht. Zehn Monate dauert das Programm. Neben den Sprachkursen und dem interkulturellen Unterricht gehörte auch ein Praktikum in einem chinesischen Unternehmen dazu. Schau wählte die Agentur, bei der sie jetzt arbeitet. „Mir hat das Programm unglaublich viel gebracht.“

Marcus Lamer und Ingo Schmidt freuen sich auf den kommenden 20. Oktober. Dann geht es auch für sie und ihre 30-köpfige europäische Gruppe los. Die beiden Berliner haben sich bei dem Bewerbungsverfahren für das METP in Brüssel durchgesetzt. Beide konnten die Bewerbungskommission mit ihren jeweiligen Business-Plänen überzeugen. Schließlich ist es das Ziel von METP, Führungskräfte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Geschäfte in China auszubauen.

Der 42-jährige Ingo Schmidt plant, sich eine Basis als Projektmanager für deutsch-chinesische Berufsausbildungsgänge auszubauen. Das Ansehen der deutschen Berufsausbildung sei sehr groß in China, sagt Schmidt. Insbesondere die duale Ausrichtung zwischen Berufsschule und Ausbildung im Unternehmen werde sehr hoch geschätzt. Gleichzeitig besteht ein großes Bedürfnis der aufstrebenden Wirtschaftsnation China nach gut ausgebildeten Fachkräften. Schmidt will zwischen deutschen Weiterbildungsinstituten und Chinesischen Berufsschulen vermitteln. So dass diese in naher Zukunft deutsche Ausbildungsgänge anbieten können. Insbesondere die chinesische Provinz hat er dabei im Auge, in der neue Konzepte noch besonders interessiert wahrgenommen werden.

Markus Lamer, 29 Jahre alt, will während seiner Zeit in Peking versuchen, Partner für eine deutsch-chinesische Business-Software zu gewinnen, die seine Firma Peritor entwickelt. Das Computerprogramm soll die Organisation von deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperationen vereinfachen und ein Konzept für Wissensmanagement darstellen, das in beiden Kulturkreisen gleichermaßen funktioniert. Der Softwareentwickler war schon während seines Ingenieurstudiums an der Technischen Fachhochschule Berlin in China. Ein bisschen Hochchinesisch spricht er schon: „Ich kann einkaufen und mich vorstellen.“ Das METP-Programm soll nun den nächsten Schub bringen.

Auch für Ingo Schmidt ist China nicht fremd. 2002 besuchte er das Land zum ersten Mal als Teilnehmer einer Touristengruppe. Später folgte eine Reise, die er selbst organisiert hatte. Dann lernte er seine chinesische Frau in Berlin kennen und besucht regelmäßig ihre Familie. „So ist das mit China, das Land packt einen und lässt einen nicht mehr los“, sagt Schmidt.

Jetzt sei gerade der richtige Zeitpunkt, um an dem Programm teilzunehmen, sagen sowohl Ingo Schmidt als auch Markus Lamer. Schmidt war lange Personalplaner und steht gerade am Anfang seiner Selbstständigkeit. Auch Lamers Geschäfte in China beginnen gerade erst sich zu entwickeln. „Je länger man wartet, desto schwieriger wird es, sich diese Zeit zu nehmen“, sagt Schmidt. Monatlich wird der Aufenthalt der Teilnehmer mit 1000 € bezuschusst. Die Erfahrungen und Kontakte, die die Teilnehmer während des Programms machen, sind jedoch unbezahlbar.

Zu Beginn nehmen Europäer und Chinesen, die ein ähnliches Programm in Europa durchlaufen, an einer gemeinsamen mehrwöchigen Veranstaltung zum interkulturellen Austausch teil. „Obwohl die Zeit nicht so lang war, war das eine sehr intensive Erfahrung“, sagt Stefanie Schau. Kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden diskutiert.“Chinesen haben ein anderes Zeitverständnis als wir“, sagt Stefanie Schau. Auf der einen Seite seien sie unglaublich pünktlich bei Verabredungen. „Wenn man um 9 Uhr morgens verabredet ist, kann es passieren dass man schon weit vor dem verabredeten Termin einen Anruf bekommt, wo man denn bleibt“, sagt Schau. Auf der anderen Seite sind sie gemächlich, wenn es darum gehe, bei Verhandlungen auf den Punkt zu kommen. Zuerst kommt das Private, über diesen Umweg nähert man sich dem Geschäft.

Aber nicht nur der Umgang mit den Chinesen habe ihr viel gebracht. „Auch in der europäischen Gruppe, mit der man das Programm durchläuft, hat man so etwas wie ein interkulturelles Training“, sagt Schau. In ihrem Programm war sie die einzige Deutsche. Die Kontakte bleiben erhalten.

Ehemalige Teilnehmer haben sich als Alumnis organisiert. Auch Ingo Schmidt und Markus Lamer freuen sich darauf, neue Menschen kennen zu lernen und vielleicht das eine oder andere Projekt verwirklichen zu können. „Ich habe schon während des Bewerbungsverfahrens gemerkt, dass wir Teilnehmer viele Gemeinsamkeiten haben und sehr schnell ins Gespräch kommen“, sagt Ingo Schmidt.

Stefanie Schau ist immer noch fasziniert von Peking und dem Land, das sich in den vergangen Jahren so dramatisch verändert hat. „Neue Gebäude, neue Straßen, es ist ein unglaubliches Tempo“, sagt Schau. China lässt sie nicht mehr los. HENNING ZANDER

Interessenten können sich noch bis zum 1. Januar 2009 das METP Programm 2009 bewerben. Informationen und Bewerbungsunterlagen finden sich im Internet auf der Seite www.metp.net.cn.

Die Reise in der europäischen Gruppe ist wie ein interkulturelles Training

Von Henning Zander

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