Hochschule

Damit Studieren bezahlbar bleibt

VDI nachrichten, Hannover, 4. 2. 05 -Studienfinanzierung, ob über Eltern, Bafög oder andere Subventionswege, war auch schon zu Zeiten des Studiengebührenverbotes ein Thema für angehende Akademiker. Nun hat der Markt seine Schleusen geöffnet. Die Privatuni Witten-Herdecke und die TU München gelten als Hochschul-Vorreiter.

Das Karlsruher Studiengebühren-Urteil bringt auch das Thema Studienkredite wieder auf den Tisch. Innerhalb weniger Tage hat sich bereits ein Anbieter-Wettbewerb etabliert, der die Darlehens-Konditionen täglich verbessert.
Mit dem Ernstfall „Studiengebühren“ schlägt die Stunde der Privathochschulen: Sie haben vorgemacht, wie Darlehensmodelle funktionieren könnten. Etwa die Privatuniversität Witten-Herdecke, die 15 000 € für ein Vollzeitstudium verlangt. Seit zehn Jahren bietet sie ein Kreditsystem der „einkommensabhängigen Späterzahlung“, das von den Studierenden selbst entwickelt worden ist. Und obwohl nur 10 % der Wittener Studierenden Bafög erhalten, nutzen 40 % ein unieigenes Darlehen. Denn die Konditionen sind fair: Verdienen die Studierenden eines Tages mehr als 17 000 € jährlich, zahlen sie acht Jahre lang 8 % ihres Einkommens zurück – bis zu einer Höchstsumme von 30 000 €. Mit verhaltenem Stolz berichtet Malte Herzhoff, Vorstand der Wittener Studierendengesellschaft, dass ihr System heute bundesweit als Modell gilt.
Tatsächlich hat die Technische Universität München zusammen mit dem Dienstleister CareerConcept für ihre Studierenden ein ähnliches Programm aufgelegt. Danach erhalten alle, auch Bafög-Empfänger, ein einkommens-abhängig rückzahlbares Darlehen. Die Bonität gilt bereits als nachgewiesen, wenn sich die Studierenden einem Feststellungsverfahren unterziehen. Mit den Münchner Erfahrungen tritt CareerConcept nun bundesweit auf. „Ausschlaggebend für die Förderung ist allein die Qualifikation der Studierenden“, erklärt David Schmutzler, Vorstandsmitglied des Bildungsfonds-Anbieters. Ein Ratingsystem, das neben den akademischen Leistungen beispielsweise auch Abiturnoten und Persönlichkeits-Merkmale einbezieht, entscheidet darüber, wer fit für ein Darlehen ist.
Die Modalitäten werden individuell in einem Studienfördervertrag vereinbart. Generell gilt: Eine fixe Schuld gibt es nicht, die Rückzahlung erfolgt drei bis acht Jahre lang prozentual vom Einkommen wer unter 1000 € im Monat verdient, ist nicht rückzahlungspflichtig. Wer nach acht Jahren den Schuldenberg nicht abtragen konnte, wird davon befreit. Die Darlehenshöhe wurde in dieser Woche von maximal 500 € auf 750 € im Monat erhöht, nachdem die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW bereits 650 € angeboten hatte. „Ein Zugeständnis an den Wettbewerb,“ berichtet Schmutzler freimütig. „Nach unseren Erfahrungen nehmen die Studierenden ohnehin meist nur 300 € in Anspruch.“
Auch die KfW will bereits zum Wintersemester flächendeckend ins Studienkreditgeschäft einsteigen – wenn der Bund zustimmt. Denn er trägt letztlich das Risiko, das ungleich höher als beim privaten Bildungsfonds ist, da die Förderung allen Studierenden ohne Vorbedingungen gewährt werden soll: Maximal 650 €, zur Rückzahlung in längstens 25 Jahren mit – nach heutigen Konditionen – rund 5 % Zinsen. Die Schuldenlast wird also gestreckt. Mit niedrigeren Zinsen oder reduzierten Rückzahlungen sollen Leistungsanreize geschaffen werden.
Inzwischen hat auch der Präsident des DIHK, Ludwig Georg Braun, die Industrie aufgefordert, in die Studierenden-Förderung einzusteigen. Und schon ist CareerConcept dabei, mit Unternehmen ein Firmenstudentenmodell zu entwickeln, das den Besten noch günstigere Fondsbedingungen verspricht. „Das wird besonders interessant für angehende Ingenieure“, prognostiziert Schmutzler. „Denn sie sind die kommenden Leistungsträger.“
Für Studierende der Ingenieurwissenschaften ein wichtiges Signal. Denn für sie könnte ein Studium künftig noch teurer werden: Die TUM überlegt bereits, fachabhängige Studiengebühren einzuführen – billig für „Schreibtischfächer“, teuer für Laborfächer. Die Gestaltungsfreiheit dazu hat der Wissenschaftsminister den bayerischen Unis zugesichert. R. KUNTZ-BRUNNER

Von R. Kuntz-Brunner

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