Hochschule

Campus mit Firmenanschluss

Wissenschaft und Industrie arbeiten künftig im Produktionstechnischen Zentrum unter einem Dach.

Ein dichter Besucher-Strom drängt sich durch lichte Hallen, stockt hier und dort vor besonderen Geräten und staut sich schließlich in einer futuristischen Wandelhalle, in der Hochschulinstitute und Studierende, Spin-offs und Weltkonzerne gleichermaßen Exponate ihrer Leistungsfähigkeit präsentieren.
Die Eröffnung des Produktionstechnischen Zentrums Hannover (PZH) am letzten Freitag erinnerte an die gute hannoversche Messe-Tradition, in der sich Wissenschaft und Industrie kurzschließen. Im PZH wird dieses Treffen auf Dauer etabliert. Sechs Maschinenbau-Institute der Universität Hannover – Institut für Fabrikanlagen und Logistik, für Umformtechnik- und Umformmaschinen, für Mikrotechnologie, Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen, Transport- und Automatisierungstechnik – haben sich neben Firmen wie mt microtool oder Konzernen wie Airbus Deutschland und Siemens bereits im PZH angesiedelt. Demnächst sollen dort rund 20 Unternehmen ein Standbein haben.
400 Studierende und 400 Mitarbeiter aus Wissenschaft und Technik sollen künftig in dem 48 Mio. € teuren Komplex arbeiten, der zu je einem Drittel vom Bund, dem Land Niedersachsen und der PZH GmbH finanziert worden ist. Diese Public-Private-Partnership soll die gesamte Prozesskette von der Ideenfindung über den Werkstoff, die Fertigungsschritte, begleitende logistische und informatorische Prozesse abdecken. Gleichzeitig unterstützt die PZH-Gesellschaft Spin-offs und andere Neugründungen, die Organisation von Seminaren oder Messe-Auftritten.
„Das Zentrum ist einmalig in Deutschland“, versichert Berend Denkena, Sprecher des PZH und Leiter des Universitäts-Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen. Nirgendwo sonst sei der Weg von der Forschung bis zur Produktion so kurz wie im PZH – eine Art Campus, der Synergien freisetzt. „Studierende werden hier nicht nur Jobs finden, die sie allemal weiter bringen als Taxifahren oder Bierzapfen sie lernen auch potenzielle Arbeitgeber und Betreuer von Examensarbeiten kennen“, freut sich Universitätspräsident Ludwig Schätzl. Zusätzliches Plus: In einer Campus-Atmosphäre fühlten sich Studierende besser betreut.
Dem Campus-Modell haben die Henn-Architekten (Berlin und München) Gestalt gegeben. „Durch die Anordnung der Einzelgebäude in einer Strukturmatrix werden direkte, kurze Wege geschaffen“, erklärt Gunter Henn. Lehren-Forschen-Anwenden soll sich in einem urbanen Raum spiegeln, der einen Mittel- und Treffpunkt hat: eine „Straße der Kommunikation“, auf der Anregungen getauscht und Ideen weitergesponnen werden. Auch bei der AutoUni in Wolfsburg realisiert Henn ein Konzept, das mit einem antiken Vorbild spielt, der klassischen Agora, Sammelplatz des Heeres und des Volks.
Das rund 11 ha große PZH-Gelände soll ein Ort mit einer ganz eigenen geistigen Dynamik werden, ein Kontrapunkt zur zunehmenden Virtualität, ein „erinnerbarer Ort, wie das MIT oder der Harvard-Campus“, schwärmt Henn, der selbst am MIT in Cambridge/USA lehrt. Die spezifische Identität des PZH, quasi sein emotionaler Wert, soll über Deutschland hinaus Studierende und Spitzenforscher anlocken, und damit auch die Drittmittel-Beschaffung ankurbeln. Noch aber steht der PZH-Campus zu sehr auf der grünen Wiese, noch fehlt die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Noch will das bei Studierenden so beliebte urbane Gefühl nicht richtig aufkommen.
Die für magere Zeiten wagemutige Investition steht jedenfalls im Zeichen der Profilbildung, bei der die Universität Hannover – einst eine Technische Hochschule – allmählich die Sozial- und Geisteswissenschaften herunter fährt und vor allem die technischen Wissenschaften stärkt. Auch bei diesem Profilierungsprozess lohnt sich ein Blick auf die amerikanischen Elite-Hochschulen: Sie wollen nicht auf Synergien verzichten, die aus den unterschiedlichen Denkansätzen einer breiten Fächerpalette entstehen. Die immer komplexeren Forschungsfragen lassen sich ohnehin nur noch interdisziplinär lösen.R. KUNTZ-BRUNNER

Von R. Kuntz-Brunner

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