Hochschule

Bunte Vielfalt lässt Nachwuchs kalt

VDI nachrichten, Berlin, 20. 2. 04 -Verbände und Unternehmen buhlen um die Gunst technikinteressierter Jugendlicher, Hochschulen locken mit neuen und praxisnahen Studiengängen. Und dennoch sieht es für die Nachwuchssicherung in der Energiebranche nicht gerade rosig aus.

Studienberater können dem unentschlossenen Nachwuchs derzeit viele Argumente für eine Karriere in der Energiebranche liefern. Sie gilt angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums als Dauerwachstumsmarkt, der Erneuerungsbedarf alter Anlagen ist hierzulande beträchtlich und Nachwuchskräfte sind so begehrt, dass die Verbände bereits nervös an neuen Werbekonzepten für junge Leute sitzen.
Doch die Sache hat einen Haken: Studienanfänger zeigen sich weiterhin unbeeindruckt und entscheiden sich viel zu selten für die Spezialisierung rund um das Thema Energie. Allein in der Energietechnik hat sich die Zahl der Studienanfänger von 1995 bis 2002 auf knapp unter 1500 mehr als halbiert.
Dabei ist die Bandbreite der Studienmöglichkeiten groß: ob Kernenergie oder regenerative Energieformen, ob Maschinenbau- oder Elektrotechnikschwerpunkt – die Fächerwahl bietet viel Freiraum. Da passt es ins Bild, dass die Universitäten in Berlin, Essen und München im Bereich Maschinenbau gleich die ganze Bandbreite von der Energie- und Kraftwerkstechnik bis hin zur Kern- und Reaktortechnik lehren, an der TU Berlin sogar als gesonderte Fachrichtung außerhalb des Maschinenbaustudiums. Die TU München vernetzt für ihr Angebot die Fakultäten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik im Rahmen eines Aufbaustudiums für Absolventen der Ingenieur- und Naturwissenschaften, die sich in der Kerntechnik spezialisieren wollen. Ansonsten ermöglicht ein klassisches Studium der Elektrotechnik etwa mit dem Schwerpunkt „Elektrische Energietechnik“ den Brancheneinstieg.
Wie dringend der ist, untermauert für seinen Bereich Reinhard Maaß, Geschäftsführer beim Wirtschaftsverband Stahlbau und Energietechnik (SET) in Düsseldorf: „Wir erwarten aufgrund des hohen Erneuerungsbedarfs bei den Kraftwerken ein Anspringen des Marktes in zwei bis drei Jahren.“ Allein in Deutschland ergibt sich bis 2020 ein Erneuerungsbedarf bei den Kraftwerken von 40 000 MW, was 40 großen Kraftwerken entspricht. „Bei uns wurden zuletzt aufgrund der Marktunsicherheiten im Zuge der Liberalisierung und des Kyoto-Abkommens viele Investitionen verschoben und Alt-Anlagen einfach weiter betrieben.“ Hier wartet auf den Ingenieurnachwuchs in den kommenden Jahrzehnten viel Arbeit, „nur muss es uns gelingen, die öffentliche Darstellung zu verbessern, denn im Schatten der von Regierungsseite unterstützten regenerativen Energien schreckt viele ein reines Energietechnikstudium ab“, so Maaß. Die Folge: „Umweltingenieur hört sich für viele eben besser an als Kraftwerkstechnik, trotz aller guten Marktprognosen.“
Die Hochschulen haben auf diesen brancheninternen Favoritenwechsel bei den Studierenden längst „kundennah“ reagiert: So hat die Fachhochschule Nordhausen soeben den neuen Diplom-Studiengang „Regenerative Energietechnik“ eingerichtet, während in Zittau/Görlitz „Energie- und Umwelttechnik“ angeboten wird.
Auch Manfred Seidel vom Verband der Elektrotechnik (VDE) in Frankfurt sieht für den Energietechnik-Nachwuchs „hervorragende Zukunftschancen“ voraus: „Der Personalbedarf ist so hoch, dass er schon jetzt nicht gedeckt werden kann, und so wurde in vielen Firmen auch der Trend gestoppt, ältere Ingenieure aus Kostengründen in den Vorruhestand zu schicken.“ Wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Bewerbungen sind für Seidel Spezialkenntnisse rund um die Themen Informationstechnologie und Software, die Lust am lebenslangen Lernen sowie Nachweise der eigenen Arbeitsflexibilität: „Internationale Einsätze und das Arbeiten in zeitlich befristeten Projektteams sind für Ingenieure der Energietechnik längst Arbeitsalltag.“
Allein der Boom bei Solar- und Windkraftanlagen sowie der Bedarf neuer Entwicklungen bei der Stromumwandlung und der Antriebssteuerung werden der Elektrischen Energietechnik auch in Zukunft genügend Stellenanzeigen bescheren, so die Experten. Fragt sich nur, ob sich dafür dann auch genügend Bewerber finden lassen.ANDREAS LEIMBACH
www.vde.com
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Von Leimbach

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