Hochschule

Bunte Studienpalette von Physik bis zum Vertrieb  

VDI nachrichten, Mannheim, 10. 2. 06, ws – Das Geschäft mit den regenerativen Energien kommt in Schwung. Und damit steigt die Nachfrage nach technischen Spezialisten, die sich in diesem Markt auskennen. Die dafür notwendigen Kenntnisse in Technik, Umwelt und Wirtschaft kann man seit ein paar Jahren im Studium erwerben.

Studieren kann man regenerative Energien an Fachhochschulen und an Universitäten, als Vertiefungsrichtung innerhalb einer klassischen Ingenieurdisziplin oder als eigenständiges Studium. Die meisten Hochschulen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. „Wir bilden in unserem Studiengang ¿Energie- und Umwelttechnik“ Wirtschaftsingenieure aus, die in der Lage sind, marktfähige regenerative Energieprodukte zu entwickeln und sie adäquat zu vertreiben“, erläutert Prof. Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg.

Dieser Studiengang findet sowohl an der Universität als auch an der Fachhochschule Flensburg statt, eine in Deutschland einzigartige Ausrichtung. Die Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch und ein Auslandssemester obligatorisch, „denn die Energiekrise lässt sich nur länderüberschreitend lösen“, begründet Hohmeyer.

Einer seiner Studenten, Jan Higgen, hat gerade ein Semester lang an der australischen Murdoch-University in Perth die Nachhaltigkeit in der Umwelttechnik studiert. „Es war interessant, den australischen Blickwinkel zu sehen“, resümiert er, “ aber der Unterricht war verschult und langweilig.“ Jetzt freut er sich auf die Projektarbeit, die ihn im Hauptstudium in Flensburg erwartet. „Losgelöst von einem festen Stundenplan erarbeiten wir in Teams Energie-Lösungen, zum Beispiel den Aufbau eines europaweiten Verbundnetzes für Strom aus Windkraft, Biomasse oder Fotovoltaik.“

Der Studiengang „Regenerative Energien“ der Fachhochschule Bielefeld bildet energietechnische Profis aus, die, so Prof. Bernd-Josef Schumacher, „wissen, wie man regenerative Energie gewinnt, umwandelt und einspeist“. Wer an der FH Köln „Regenerative Energie- und Stofftechnik“ studiert, erwirbt vor allem Kompetenzen in der Planung, Projektierung und Prozessteuerung von regenerativen Energieanlagen für den ländlichen Bereich. Wie baue ich eine Biogasmaschine auf? Wie erzeuge ich Rapsöl?

Der Informatiker Tobias Biermann hat sich für das Masterstudium „Umwelt- und Energietechnik“ an der Fachhochschule Trier entschieden, „weil ich dort einen theoretischen Überblick über den traditionellen und den grünen Energiemarkt erhalte, denn nur in der Kombination von beiden Formen ist die Energiekrise zu bewältigen.“

Unabhängig von der Ausrichtung legen alle Hochschulen nach eigenen Angaben Wert auf eine solide ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. Die Studierenden müssen Grundlagenfächer wie Ingenieurmathematik und Physik pauken. „Und daran scheitern viele, vor allem, wenn bei der Studienwahl das ökologische Interesse stark im Vordergrund steht“, berichtet Prof. Gerd Hagedorn, der den Flensburger Studiengang „Energie- und Umweltmanagement“ als FH-Professor betreut. Knapp die Hälfte der Studierenden scheidet in den ersten Semestern aus.

Die meisten Studiengänge sind sehr praxisorientiert. Praxissemester, in denen die Studierenden Alltagsprobleme lösen, sind Pflicht. Jan Steinbüchel, der an der FH Köln Regenerative Energie- und Stofftechnik studiert, konstruierte im Praktikum einen neuen Aschekasten für Holzschnitzelheizungen.

Der Flensburger Student Jan Higgen entwarf eine Software für Biogasanlagen, mit der automatisch Angebote erstellt und die Wirtschaftlichkeit der Anlage überprüft werden. „Praktika ebnen den Karriere-Weg“, so der Flensburger Professor Hohmeyer. „Spätestens dann merken selbst Vertreter klassischer Ingenieurrichtungen, dass sie die Querschnittsfunktionen unserer Studierenden gut gebrauchen können.“

Die beruflichen Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Der Flensburger Absolvent Andreas Collor leitet die Abteilung Energiewirtschaft bei E.ON Wasserkraft. Er ist für den Abschluss von energiewirtschaftlichen Verträgen zuständig. Anja Marcinczik arbeitet als Produktmanagerin bei Schueco, einem Hersteller für Photovoltaik. Jan Steinbüchel, Student der Regenerativen Energie- und Stofftechnik an der FH Köln möchte gerne mal Holzverbrennungsanlagen konstruieren. Jan Higgen könnte sich gut vorstellen, mit Energieaktien zu handeln. „Ich bin überzeugt, dass ich ohne Probleme einen tollen Job finde“, sagt er. „Das Studium Energie- und Umweltmanagement ist zukunftsweisend. Deshalb habe ich mich dafür entschieden.“

RITA SPATSCHECK

Von Rita Spatscheck

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