Hochschule

Biedenkopf erneut in Amt und Würden

Mit viel Optimismus und dem Ex-Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf an der Spitze gehen die Planer der „Dresden International University“ an den Start. Als Ableger der TU Dresden kümmern sie sich um Weiterbildungshungrige.

Bildungsbeauftragten, deren Hoffnungen in wirtschaftlich klammen Zeiten auf dem Engagement von Sponsoren ruhen, kann man vieles vorwerfen, nur eines nicht: Wagemut. So war etwa die Liste derjenigen Unternehmen, die sich für die mit großem Tamtam gestartete Wirtschaftshochschule European School of Management and Technology (ESMT) stark machen wollten, lang und prominent. Die Finanzen des Berliner Projektes schienen gesichert. Ein gutes halbes Jahr nach der Gründung klagen die ESMT-Macher, die Millionen flössen längst nicht wie geplant. Ein Beispiel, das Nachahmern nicht gerade Mut machen sollte.
Solche Bedenken plagen die Gründer der Privat-Universität Dresden International University (DIU) allerdings nicht. Wenn sie im nächsten Wintersemester die Pforten ihrer Hochschule für Weiterbildungs-Interessierte öffnen, soll vor allem ein Mann für das nötige Kleingeld sorgen: Kurt Biedenkopf. Die Dresdner haben in dem 73-jährigen Jura-Professor und einstigen sächsischen Ministerpräsidenten einen Gründungspräsidenten mit Charisma, vor allem aber mit Einfluss gefunden. Biedenkopf definiert seinen neuen Job als „eine großartige Aufgabe“. Der Optimismus des Polit-Rentners beruht auf seinen glänzenden Kontakten. Dass die DIU derzeit noch keine eigenen Abschlüsse verleihen darf, stört Biedenkopf wenig, denn er baut auf alte Bekannte in leitenden Positionen: „Es besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass das sächsische Wissenschaftsministerium uns schnell anerkennen wird.“ Geht es nach Biedenkopfs Wunsch, wirft die DIU bereits im Jahr 2005 Gewinne ab.
Wenn dies gelingt, sind die Pläne „der Gesellschaft der Freunde und Förderer der TU Dresden“, eine Privat-Uni nur für den Weiterbildungsmarkt einzurichten, endgültig umgesetzt. Da die Technische Universität als staatliche Einrichtung nicht selbst einen privaten Ableger gründen darf, übernimmt die „TU Dresden AG“ (Tudag) diese Aufgabe – was die „Mutter“ TU nicht daran hindert, finanziell von ihrer „Tochter“ DIU zu profitieren. „Wir kaufen von der TU ein, seien es Laborkapazitäten, die Anmietung von Hörsälen oder personelle Leistungen“, erläutert Prof. Peter Offermann, Sprecher des Tudag-Vorstandes. Die Zentrale der DIU liegt jedoch außerhalb des Uni- Geländes, im Geschäftszentrum Falkenbrunnen. „Vielleicht haben wir in einigen Jahren einen eigenen Mini-Campus“, teilt Offermann den Optimismus des Gründungspräsidenten Biedenkopf. Dann soll ein Schmelztiegel der verschiedensten Kulturen entstanden sein. Offermann: „Der Internationalität der Studierenden sind keine Grenzen gesetzt. Für deutsche Teilnehmer wird die enge Verflechtung von wirtschaftlichen, technischen und juristischen Aspekten einen Weiterbildungsschwerpunkt bilden. Themen, wie Führungskompetenz und Sprachen, gehören insbesondere für Ingenieure zum unerlässlichen Rüstzeug.“ Die Teilnehmer werden sich phasenweise weit von ihrer eigentlichen Disziplin entfernen müssen. „Juristen haben zwangsläufig ein geringeres Technik-Wissen, das sie jedoch zum Verständnis komplexer Prozesse benötigen. Gerade die technische Weiterbildung von Juristen ist eine Aufgabe, die in Deutschland stärker zu forcieren ist.“
Ein Aspekt, der die DIU-Gründer so hoffnungsvoll macht, ist die Lage Dresdens. „Wir werden unseren Ost-Europa-Bonus in die Waagschale werfen, um den Bedarf der EU-Beitrittsländer an Weiterbildungsmaßnahmen zu decken“, meint Offermann. Zweifel am Erfolg des Projektes sind seinen Worten nicht zu entnehmen.
WOLFGANG SCHMITZ

DIU in Zahlen
Die Dresden International University (DIU) wird getragen von der „TU Dresden Aktiengesellschaft“ (Tudag). Dieser Holding gehören Uni-nahe Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitern an. Die DIU wird finanziert durch Fördergelder, Sponsoren und Studiengebühren, die zwischen 5000 € und 15 000 € betragen sollen. Die Dauer der Studiengänge (Jura, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften) liegt zwischen zwölf und 24 Monaten, unterrichtet wird in der Regel in Trimestern. Die Vorlesungen beginnen am 1. Oktober 2003 mit 100 bis 200 Studierenden, die auf Gruppen von zehn bis 20 Teilnehmern aufgeteilt werden. Hinter der privaten Hochschule steht die Technische Universität Dresden. ws

Von Wolfgang Schmitz

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