Hochschule 27.10.2006, 19:24 Uhr

Bestnoten für die deutsche Ingenieurausbildung  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 27. 10. 06, jul/ws – Bei den Zukunftstechnologien und der Ingenieurausbildung rangiert Deutschland weltweit auf den vordersten Plätzen. Das ergab die aktuelle VDE-Young Professional Studie 2006. Doch der Nachwuchsmangel und Defizite in den Schulfächern Physik und Mathematik lassen den Thron wackeln.

Hightech aus Deutschland nimmt in wichtigen Zukunftsbranchen wie der Mikro- und Nanotechnik weltweite Spitzenplätze ein. Das ist ein Ergebnis der VDE-Young Professional Studie 2006, die während des VDE-Kongresses „Innovations for Europe“ vorgestellt wurde.

„Die Ergebnisse zeigen eine robuste Stärke des Standorts Deutschland“, lobte VDE-Präsident Michael Stadler. Grundlage sei die hohe Qualität der Hochschulausbildung, die beste Noten erhält. Drei Viertel der befragten Technologieunternehmen bewerten die fachliche Ausbildung der jungen Ingenieure als gut oder gar sehr gut. Bei den Arbeitstechniken hätte sich das Niveau gesteigert, meinen 52 % der Befragten.

Die Young Professionals können über mangelnde Berufsvorbereitung nicht klagen. Fast 60 % erklären, ihre Hochschule habe sie bestens für den Ingenieuralltag gerüstet.

Als faszinierend und kreativ beschreiben junge Ingenieure ihren Beruf. Aber woher sollen die Fachkräfte künftig kommen? Laut Studie befürchtet etwa ein Drittel der Firmen, den Expertenbedarf nicht decken zu können.

Anlass zur Sorge sind auch die Schwächen, die Erstsemester in den Bereichen Physik und Mathematik offenbarten. Vier von fünf Professoren sagen, die Kenntnisse hätten sich verschlechtert, fast zwei Drittel meinen, die Ausdrucksfähigkeit der Erstsemester in Deutsch habe nachgelassen.

Die Prognose des VDE: Das seit Jahren sinkende Schulniveau in Mathematik und Physik wird den Nachwuchsmangel verschärfen. Diese Pisa-Syndrome könnten die Hochschulen nur noch sehr schwer ausgleichen.

Gelingt es nicht, den sich ankündigenden Wissensverfall zu stoppen, werden sich auch junge Wissenschaftler wie die US-Amerikanerin Kristina Shea nicht mehr für deutsche Hochschulen entscheiden. Schließlich war der exzellente Ruf des Maschinenbaus an der TU München ausschlaggebend für die Wahl der 35-jährigen Professorin aus Wakefield.

Ähnliche Gründe bewogen Ralf Koetter zur Rückkehr aus den USA in die Heimat. „Ich glaube, dass es enormes Potenzial in Deutschland gibt. Viele ausgezeichnete Studenten, die ich in den USA betreut habe, kamen aus Deutschland“, meint der neue Professor für Nachrichtentechnik an der TU München. Seiten 5 und 29 jul/ws

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