Hochschule

Bau-Experte dämpft den Energiehunger 

VDI nachrichten, Bonn, 3. 2. 06, ws – Heizungen und Klimaanlagen schlucken rund 40 % der in Deutschland verbrauchten Energie. Groß ist deshalb der Bedarf, mit Ingenieurwissen diesen Energiehunger zu drosseln. Einem Ingenieuranwärter, den gebäudetechnische Aufgaben reizen, steht in Deutschland vor allem der Studiengang „Versorgungstechnik“ zur Verfügung, den etwa 25 Fachhochschulen anbieten.

Steigende Energiepreise und wachsende Ansprüche an den Gebäudekomfort lassen die Bedeutung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in den Mittelpunkt des Interesses unserer Gesellschaft rücken. Der für Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik zuständige Ingenieur ist mittlerweile zumindest zum wichtigsten Gesprächspartner von Bauherren und Architekten aufgerückt, wenn es gilt, nach dem neuesten Stand der Technik ein Wohn- oder Geschäftshaus, ein Verwaltungsgebäude, einen Gewerbebau oder eine Versammlungsstätte zu bauen, wirtschaftlich zu betreiben und instand zu halten.

Fast 50 000 Ingenieure seien in der TGA-Branche tätig, so der Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik/Technische Gebäudesysteme (BHKS). Zurzeit schließen im Jahr an Fachhochschulen 1000 Studenten, an Universitäten (TU) und Technischen Hochschulen (TH) rund 40 Studenten ihre Ausbildung ab. Bei den Fachhochschulen heißt der zu belegende Fachbereich „Versorgungstechnik“, TU und TH nennen den Studiengang „Technische Gebäudeausrüstung“.

Der Ingenieur für Gebäudetechnik hat dafür zu sorgen, dass die Behaglichkeit im Haus gesichert ist – bei geringstmöglichem Einsatz von Brennstoff und Strom. Beim sparsamen Einsatz von Heizenergie geht es um rationelle Wärmeerzeugung im Heizungskeller, um die richtige Wärmeverteilung im Haus und um zielgerichtete Klimatisierung in Gewerbebauten, Krankenhäusern, Versammlungsstätten und neuerdings auch in Wohnbauten. Zunehmend wird auch das Betreiben von Anlagen oder die Verwaltung ganzer Gebäude Aufgabe von Ingenieuren der Fachrichtung Gebäudetechnik. Gebäudemanagement heißt diese relativ neue, zukunftsweisende Tätigkeit.

Grundlagenwissen für Lösungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Gebäudetechnik bieten Disziplinen wie Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Wärme- und Kältetechnik, Elektronik und Elektrotechnik. Nannten die Fachhochschulen früher die entsprechende Ingenieurschulabteilung „Gas-Wasser-Heizung und Klimatechnik“, heißt der Fachbereich heute schlicht „Versorgungstechnik“.

Schon im vierten Semester geht es los mit Studienfächern wie Heizungstechnik, Klimatechnik, Kältetechnik, Gas- und Wassertechnik. Früher lehrte man weniger zielorientiert: An Fachhochschulen war das Thema Gebäudetechnik – also die Abteilung „Gas-Wasser-Heizung und Klimatechnik“ – meist nur als weiterführende Vertiefungsrichtung den Studiengängen des Maschinenbaus zugeordnet.

Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts beschäftigt man sich an TU und TH mit dem Thema Gebäudetechnik. Die Möglichkeiten, an solchen Lehrstätten das Fach zu studieren, fallen eher mager aus. Eigene Studiengänge für das Berufsfeld „Technische Gebäudeausrüstung“ entdeckt man derzeit nur in Berlin und Dresden. Zwar gibt es in Aachen, Essen und Stuttgart weitere Universitäten, die Vorlesungen zur Gebäudetechnik anbieten, allerdings nur innerhalb anderer Studiengänge. Fachhochschulen bedienen den Interessenten für Gebäudetechnik berufsorientierter. Zwischen Bremerhaven und München sowie zwischen Trier und Görlitz gibt es 25 Lehreinrichtungen, die gezielt Gebäudetechnik lehren.

Studienanwärter setzen in der Regel auf große Praxisorientierung. Entsprechend betrage das Verhältnis von Absolventen der Universitäten (TU/TH) zu denen der Fachhochschulen derzeit etwa 10 % zu 90 %, weiß der BHKS. Ob die FH-Ausbildung dem Bedarf nach Praxisnähe entgegenkommt, wird von einigen Betrieben der TGA-Branche indes bezweifelt. Sie beklagen eine zu praxisferne Wissensvermittlung auch an diesen Hochschultypen.

Deshalb offerieren einige FH nun das „duale System“, bei dem der Ingenieur neben seiner akademischen Ausbildung auch eine handwerkliche Unterweisung erfährt. Eine Fachhochschule, die unter dem Titel „Dualer Studiengang TGA und Versorgungstechnik“ ein solches System konsequent anbietet, ist die FH Trier. „Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife haben bei uns die Möglichkeit, innerhalb von fünf Jahren den Gesellenbrief als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und gleichzeitig die Ingenieurabschlüsse Bachelor und Master zu erlangen“, betont Werner Ameling, Professor an der FH Trier. Bei verkürzter Lehre biete der integrierte Studiengang die von TGA-Unternehmen immer wieder geforderten spezifischen Fachkenntnisse.

Die Teilnehmer beginnen vor dem Studium mit der betrieblichen Lehre und besuchen dabei die Berufsschule in Trier. Nach zwölf bis 18 Monaten beginnt das Studium, derweil der Ingenieuranwärter während der Semesterferien die betriebliche Ausbildung fortsetzt. Nach Abschluss des fünften Semesters hat der Studierende die Möglichkeit, die Gesellenprüfung abzulegen. „Inhaltlich und organisatorisch sind Lehre und Studium genau aufeinander abgestimmt“, versichert Ameling. Die neu eingeführten Studiengänge Bachelor und Master habe man so aufgebaut, dass ein duales Studium möglich sei.

Die Berufsaussichten für Absolventen einer Hochschule, die berufsorientiert Gebäudetechnik vermittelt, sind aufgrund aktueller Entwicklungen im Energiesektor gut. Der Markt des TGA-Wirtschaftszweiges existiert flächendeckend überall dort, wo Gebäude vom Einfamilienhaus bis zum Einkaufszentrum, von der kleinen Werkstatt bis zum Industriekomplex, von der Arztpraxis bis zum Klinikum beheizt, belüftet, gekühlt sowie mit Wasser versorgt und entsorgt werden müssen.

Eine genaue Erfassung der Zahl aller Ingenieure, die derzeit auf dem Gebiet der technischen Gebäudeausrüstung tätig sind, gibt es bislang zwar nicht, laut Schätzungen der BHKS seien in Deutschland aber derzeit zwischen 40 000 und 50 000 Ingenieure beschäftigt, und zwar unter anderem als Fachleute in Installationsbetrieben von Industrie und Handwerk, als Konstrukteure und Verkäufer in Herstellerwerken, als Betriebsingenieure in Liegenschaften aller Art oder als Fachleute in Bauverwaltungen. E. WALLERANG

www.fh-trier.de
www.bhks.de

Von E. Wallerang

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