Studienabbruch

Bachelorstudenten werfen früher das Handtuch  

Mit der Ausbildung zum Bachelor-Master soll die hohe Zahl der Aussteiger sinken. Studierende springen jetzt viel schneller ab als beim Diplom, aber ihre Zahl sinkt nicht. VDI nachrichten, Bonn, 22. 1. 10, ws

Nach den Studentenprotesten des vergangenen Herbstes gibt es jetzt so etwas wie eine wissenschaftliche Bestätigung für den Unmut: In den Ingenieurfächern und der Informatik gibt jeder vierte Fachhochschüler vorzeitig auf. An Universitäten liegt die Schwundquote zwischen 16 % bei Bauingenieuren und 34 % bei Maschinenbauern von der Informatik verabschiedet sich hier jeder Dritte ohne Abschluss, so eine Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems (HIS).

Abgesehen von einzelnen Studiengängen ist die Abbrecherquote gegenüber dem Stand von 2004 anhaltend hoch geblieben. Die auffälligste Veränderung liegt im Zeitpunkt des Ausstiegs: „Während in den alten Studiengängen die Abbrecher nach durchschnittlich dreieinhalb Jahren gehen, tun das Bachelorstudenten mehr als doppelt so schnell.“ Das betont Ulrich Heublein, Leiter einer Befragung von Studienabbrechern des Jahres 2008 durch das HIS.

Auf den ersten Blick scheint die rasche Lösung vorteilhaft für die berufliche Orientierung der Betroffenen wie für den Steuerzahler, der die Studienplätze finanziert. Bedenklich stimmen den Experten Heublein allerdings die Gründe, die die Abbrecher angeben. Anders als früher sind es vorrangig die Leistungsanforderungen, gleichermaßen an Universitäten wie Fachhochschulen.

In den Ingenieurfächern hält sie jeder dritte FH-Aussteiger für zu hoch, im Jahr 2000 sprach davon nur jeder vierte unter den frustrierten Informatikern fühlten sich damals zwei von zehn fachlich überfordert, in der Zwischenzeit sind es doppelt so viele.

Dafür macht Heublein vor allem die neuen Bachelor-Studiengänge mit „anspruchsvollen Leistungsfeststellungen schon am Ende des ersten oder zweiten Semesters“ verantwortlich. Demgegenüber hatten Anfänger im alten Diplomstudium eine längere Verweildauer, um etwaige Wissensdefizite aufzuarbeiten.

Heute sehen viele Lehrpläne so aus wie an der FH Bonn: Wer im vierten Semester die studienbegleitenden Prüfungen ablegen will, muss erst Mindestleistungen aus dem ersten Studienjahr nachweisen wer ins sechste kommen will, muss im fünften ein Praxissemester gemacht haben, das bestimmte Voraussetzungen erfordert. „Das alles steht im Modulhandbuch, das jeder Student bekommt“, sagt Maschinenbauprofessor Johannes Geilen. Dank des Hindernislaufs von Anfang an sinke die Abbrecherzahl nach dem zweiten Studienjahr gegen Null, erläutert Johannes Geilen.

Andererseits gibt es etwa an der benachbarten Fachhochschule Köln (noch) keinen solchen Druck. Erst wer eine Prüfung zum selbst gewählten Zeitpunkt dreimal vergeigt hat, darf nicht weitermachen.

Sylvia Heuchemer räumt als Vizepräsidentin für Lehre und Studium ein, dass gerade Anfänger mit Berufsausbildung manches mathematische Grundlagenwissen schon wieder verlernt hätten und erst mit der Zeit aufholen können. Dafür gibt es so gut wie an allen Hochschulen mehrwöchige Brückenkurse vor Studienbeginn und Tutorien neben den Pflichtveranstaltungen.

Viele Studieninteressierte haben laut HIS-Studie unzureichende Vorstellungen von ihrem Fach. Da kann ein freiwilliger Self-Assessment-Test am Computer helfen, wie ihn etwa die RWTH Aachen anbietet.

Die TU München verlangt so gar eine „Eignungsfeststellungsprüfung“, bei der fachnahe Abiturnoten besonderes Gewicht haben in Zweifelsfällen findet zusätzlich ein Bewerbergespräch mit einem Professor statt. Wer es geschafft hat, den erwartet schon nach zwei Semestern die erste von mehreren „Studienfortschrittskontrollen“, die schlimmstenfalls zum ungewollten Abschied führt.

Die vorgeschriebene Arbeitszeit für Bachelorstudenten beträgt 40 Stunden pro Woche. Da bleibt kaum Zeit für Nebenjobs. Deshalb nennen die Abbrecher Geldsorgen als zweitwichtigsten Kapitulationsgrund. Vor dem Hintergrund fordert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, “ dass das Studium in der Einstiegsphase flexibilisiert, entzerrt und entschleunigt werden muss“ – um den „Studienerfolg zu erhören, den Ingenieurnachwuchs zu sichern“. H. HORSTKOTTE

Von H. Horstkotte

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