Hochschule

Bachelor ja – mit hohem Praxisanteil

VDI nachrichten, Frankfurt a. M., 2. 7. 04 -Die Befürchtungen, das Bachelorstudium sei als Türöffner für eine Ingenieur-Karriere ungeeignet, halten sich hartnäckig. In Frankfurt warnten Biotechnologen und Firmenvertreter vor einer qualitativ reduzierten Ausbildung im Eilverfahren.

Die Industrie hat nicht nach Bachelor und Master gerufen, sie wird aber mit beiden leben können.“ Ulrich Behrendt vom Pharma-Unternehmen Roche Diagnostics im bayerischen Prenzberg betont, seine Meinung könne nicht stellvertretend für die Branche stehen. Und dennoch gibt sie in anschaulicher Kürze wieder, was viele Wirtschaftsvertreter von den neuen angelsächsischen Studiengängen halten.
Auf der Tagung „Hochschulausbildung – am Bedarf vorbei?“ zogen Biologen und Biotechnologen in Frankfurt eine Zwischenbilanz zu Bachelor und Master. Fazit eines informativen Tages: Es geht die Angst um, die deutsche Variante des Bachelor bleibe im Range einer Schmalspurausbildung haften. Die Neigung der Bildungspolitik, die Ausbildung auf der ersten Ebene der konsekutiven Ausbildung auf sechs Semester zu begrenzen, traf in Frankfurt auf nahezu einhellige Ablehnung. „Es ist mir schleierhaft, wie die Hoffnung der Wirtschaft auf die Eier legende Wollmilchsau bei gleichzeitiger Verkürzung der Studienverweildauer gelingen soll“, mahnte etwa Walter Lochmann von der Gewerkschaft ver.di. Studienbeginner, die eine fundierte Ausbildung mit intensivem Praxisbezug und Chancen auf dem Arbeitsmarkt erwarteten, müssten zumindest mit sieben Semestern planen dürfen, meinte auch Ulrich Behrendt: „Der Bachelor darf kein Trostpreis für Studienabbrecher werden.“
Die Bedenken, dass der Bachelor sich im Niveau zwischen dualer und akademischer Ausbildung einpendelt, sind latent vorhanden. Die Lehrinhalte sollen breit gefächert sein, also vom reinen Fachwissen zur Führungskräftekompetenz reichen. So verlangt es die Wirtschaft. Eine solchermaßen angelegte Ausbildung im Schnellverfahren produziere nicht Fachidioten, sondern vermutlich „Universaldilettanten“, warf eine Teilnehmerin ein. Hermann Müller-Solger vom Bundesbildungsministerium mahnt: „Der Bachelor muss den Charakter einer wissenschaftlich geleiteten Ausbildung haben. Ist das nicht gewährleistet, können die Hochschulen zumachen.“
Souverän, smart, Summa-cum-Abschluss in Harvard, BWL-Zusatzstudium, interdisziplinär ausgebildet und höchstens 25 jahre alt – dieses Idealbild eines karrierebewussten Ingenieurs malte Michael Krohn von der mittelständischen Brain AG. Auch wenn kaum einer dieses Profil vorweisen könne, sei es doch das Maß aller Dinge. „In einem forschenden und entwickelnden Umfeld wie dem unseren wird nur der einem Diplom adäquate Master Akzeptanz finden. Ich würde den Bachelor allerdings akzeptieren, wenn er eine weitergehende Ausbildung im Praxisbezug hätte“, sagte Krohn, Leiter der Abteilung für bioaktive Moleküle im Zwingenberger Biotechnologie-Unternehmen.
Verstärkten Brückenbau zwischen den Partnern forderte Prof. Roland Ulber von der Universität Kaiserslautern: Schulen sollten in Absprache mit Hochschulen besser auf das Studium vorbereiten, während die Wirtschaft Signale an die Studenten aussenden sollte, wie viele Absolventen sie in welchen Disziplinen benötige. Um höherqualitative Studienbedingungen finanzieren zu können, denkt Roland Ulber etwa an einen „Solidaritätszuschlag Ausbildung“.
Bachelor und Master zeichnen sich für Prof. Günter Claus von der Fachhochschule Mannheim insbesondere durch ihre internationale Orientierung als Alternative zum Vorgängermodell aus – mehr jedoch nicht. „Die neuen Studiengänge sind eine starke Bereicherung, aber kein vollwertiger Ersatz. Wir jedenfalls wollen das Diplom vorerst nicht opfern.“ Die große Mehrzahl der Studierenden begreife den Bachelor als eine Art Vordiplom. Von 40 Absolventen ging an der FH Mannheim nur ein Bachelor in die Industrie, alle anderen entschieden sich für weiterführende Qualifikationen.
Prof. Christoph Syldatk hält hingegen einen Nebeneinander der neuen Studiengänge mit dem Diplom für wenig förderlich. Der Professor für technische Biologie an der Universität Karlsruhe fordert „ein klares Bekenntnis“ zu Bachelor und Master, um die reibungslose Vereinbarkeit der Studienwege zu gewährleisten. „Es ist höchste Zeit, dass die Politik hier ganz schnell bundesweit gültige Richtlinien schafft, um das Chaos an den Hochschulen zu ordnen.“ WOLFGANG SCHMITZ

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