Nachwuchsförderung

Aus Skepsis wuchs Begeisterung

VDI nachrichten, Düsseldorf, 25. 6. 04 -Nur mit gedämpfter Vorfreude waren viele Schüler dem Ruf gefolgt, sich in Düsseldorf an der Vielfalt von Technik zu berauschen. Am Ende der erlebnisreichen Tage wich die Skepsis häufig der Begeisterung.

Zurückhaltend beginnt Ronjas Ausflug ins Abenteurland Technik – um später in Faszination umzuschlagen. Zunächst dreht und wendet die 15-jährige Schülerin des Landrat-Lucas-Gymnasiums in Leverkusen das Brennstoffzellenauto im Miniformat hin und her. Begeisterung über das kleine Hightechgerät ist auch in den Augen ihrer Klassenkameradin Lisa (16) nicht zu entdecken. Sie seien eben nicht sonderlich technikinteressiert, das sei bei Jungs halt anders. Aber so zum Angucken lohne sich der Besuch in Düsseldorf doch, lassen die beiden anstandshalber einen Hauch Interesse durchschimmern. Womit das Vorurteil, mit Frauen und Technik träfen zwei Welten aufeinander, eindrucksvoll bestätigt wäre.
Einspruch! In der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt war am 18. und 19. Juni schließlich nicht von der Minute oder der Stunde, sondern vom „Tag der Technik“ die Rede. Und wie sich in Düsseldorf zeigte, kann innerhalb einiger Stunden ein scheinbar unumstößliches Weltbild ins Wanken geraten. „Die meisten Schülerinnen und Schüler waren sehr angetan von den Aktionen und haben gesagt, dass man jetzt auch viel eher wüsste, welche Berufe mit Technik verbunden seien und dass das ja gar nicht so uninteressant sei“, zog Physiklehrerin Mareike Beer nach ihrer Rückkehr ins heimische Leverkusen eine positive Bilanz des erlebnisreichen Tages. „Insbesondere Ronja war am Ende schwer begeistert und hat alles ausprobiert, was angeboten wurde.“
Dieser Sinneswandel überrascht die junge Lehrerin des Landrat-Lucas-Gymnasiums keineswegs. „Ich kann nicht bestätigen, dass Jungs größeres Technikverständnis haben als Mädchen. Wichtig ist allerdings, Inhalte anschaulich zu vermitteln, um Mädchen zu zeigen, dass Technik nicht nur in einem Automotor steckt, sondern auch in Gegenständen, mit denen sie täglich zu tun haben. Das festzustellen oder zu entdecken, kann eine spannende Angelegenheit sein.“
Auf die Darstellung kommt es an. Ein guter Schuss Entertainment und in Sekundenschnelle bildeten sich am Tag der Technik Gruppen und Grüppchen an den jeweiligen Präsentationsstandorten im Düsseldorfer Stadtzentrum. Als Unterhaltungskünstler ist der PC kaum zu schlagen, etwa, wenn das brennstoffzellenbetriebene Auto über den Bildschirm ferngelenkt wird. Die Faszination für den Computer geht aber offenbar nicht einher mit einer wachsenden Begeisterung für technische Feinheiten. Im Internet verbrächten sie so manche Stunde, erklären Kai und Christian (beide 15), das Innenleben ihres Computers interessiere sie weit weniger. Ob sie sich vorstellen könnten, einen technischen Beruf zu ergreifen oder Ingenieurwissenschaften zu studieren, vielleicht Maschinenbau? Verlegenes Lächeln. Daran hätten sie noch nicht gedacht. Grübeln. Nee, das käme wohl eher nicht in Frage.
Publikumsmagnet war – und damit Sieger über alle PC“s – die Technikrallye in der Kö-Galerie. Der Erlebnisparcours appellierte an das technische Verständnis, die logische Auffassungsgabe und den Teamgeist der 13- bis 16-Jährigen. Beim Technik-Quiz maßen sich Schüler verschiedener Klassen und Schultypen in Geschicklichkeit und Wissen: Aus welchem Werkstoff bestehen Lichtwellenleiter? Warum passen auf eine DVD mehr Daten als auf eine CD? Was bedeutet Humanisierung der Arbeitswelt? Wer waren die Maschinenstürmer? Was versteht man unter Primärenergie?
„Das hätte manchmal ruhig ein bisschen schwieriger sein können“, meinten Sarah und Bianca nach erfolgreicher Bewältigung des Parcours. Die beiden 13-Jährigen haben gut reden. An ihrer Schule, der Gesamtschule Bergheim, belegen sie das Wahlpflichtfach Technik und verfügen gegenüber den meisten Gleichaltrigen über einen Wissensvorsprung. „Es mangelt in Nordrhein-Westfalen leider an entsprechend ausgebildeten Lehrern“, erklärt Heinz-Günter Vogel, einer von rund 4500 Techniklehrern in NRW. Dabei könne man Schüler „für Technik so super begeistern“ und schnelle Erfolgserlebnisse erzielen, weil im Elternhaus Technikthemen eher Seltenheit seien.
Ob Jugendliche über mehr oder weniger Technikerfahrung und -wissen verfügten, sei nicht zwangsläufig eine Frage der Schulform, sondern der Lerninhalte, so Katrin Winkelmann, Projektleiterin der Technikrallye. „Man merkt direkt, an welchen Schulen Technikunterricht angeboten wird und an welchen nicht. Uns aber ging es darum, Jugendliche über Spielformen auf das Spannende an der Technik aufmerksam zu machen.“
Solche Motivationsklimmzüge haben Fabian und Florian nicht mehr nötig. Am Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim glauben sie, über das Fach Technik den beruflichen Grundstein gelegt zu haben. Florian liebäugelt mit Elektrotechnik, Fabian könnte sich auch Physik vorstellen. Im Nano-Truck an der Berliner Allee tauchen die beiden 16-Jährigen in die Welt kleinster Strukturen ab. „Wir wussten schon einiges über Nanotechnik, hier haben wir zusätzlich etwas über die Anwendungsmöglichkeiten gelernt.“ Die Hoffnung der Veranstalter, dass sich einige der jugendlichen Besucher nach dem Tag der Technik auf Fabians und Florians Spuren begeben, scheint berechtigt. Ronja ist ein Beispiel dafür.
Bildungsministerin Edelgard Bulmahn zog in Düsseldorf eine positive Zwischenbilanz zum Jahr der Technik. Allein zu den vier Großveranstaltungen seien 100 000 Menschen gekommen. Am Tag der Technik, den das Ministerium mit technisch-wissenschaftlichen Verbänden, Kammern und Arbeitgeberverbänden veranstaltete, wurden mehr als 10 000 Besucher gezählt.
Handlungsbedarf ist aber auch geboten. Einer Studie des Marktforschungsinstituts Prognos zufolge schlagen sich die hier zu Lande unbesetzten 15 000 Ingenieurstellen verheerend auf die Volkswirtschaft nieder: Der Mangel an Ingenieuren hat demnach weitere 35 000 unbesetzte Arbeitsplätze zur Folge. WOLFGANG SCHMITZ
www.jahr-der-technik.de

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