Hochschule

Auf der Suche nach Akademikern  

VDI nachrichten, Berlin, 29. 6. 07, Fr – Deutschland braucht mehr akademischen Nachwuchs auf Top-Niveau. Genau diesem Ziel hat sich die TU München verpflichtet und sieht sich mit ihrem experimentierfreudigen Selbstbewusstsein in der Vorbildrolle.

Wolfgang A. Herrmann wusste nur zu gut, warum er als Gastredner eingeladen wurde. Zum Ende des „Tags der Deutschen Bauindustrie“ in Berlin war für ihn die Rolle des Mutmachers vorgesehen. Erstmals nach elf Jahren konnte die deutsche Bauwirtschaft 2006 wieder einen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsbeitrag leisten. Nun sollte der TU-Präsident bestätigen, dass auch die Nachwuchsprobleme bald als „erledigt“ in den Ablagen verschwinden.

„Wir müssen die sprichwörtliche German Angst endlich überwinden und das technisch Neue wagen“, setzte Herrmann an, „der Ingenieur muss endlich wieder wichtiger werden als der Bedenkenträger“, so seine Forderung. Was einerseits als Motivation für seine hochrangigen Zuhörer gedacht war, will Herrmann aber auch selbst erfüllen. Die Hochschulen seien gefordert, das „Kapital in den Köpfen“, so der Titel seines Vortrags, gewinnbringend anzulegen.

Den Schlüssel dafür sieht der Chemie-Professor in einem selbstbewussten Agieren der Hochschulen, die sich endlich aus den bürokratischen Fesseln befreien. Der gewonnene Spielraum zahle sich schnell aus: selbstausgesuchte hoch motivierte Studierende, kostspielige, aber lohnende Eliteförderung und handverlesene Partnerschaften mit den berühmtesten Hochschulen weltweit.

So dürfen Studienbewerber an der TU München von ihren Zielen und Begabungen erzählen, einen schwächeren Notendurchschnitt erklären und mit ihrem Lebenslauf werben. „Wir sind näher an den Menschen, dieses ZVS-Notendenken habe ich nie gemocht“, so Herrmann. Interdisziplinäre Angebote im Studium sollen diesen Weitblick beim Nachwuchs weiter fördern. Zudem vergibt die TU eigene Stipendien, die nicht nur durch Spitzenleistungen, sondern auch durch soziales Engagement verdient werden können. Nur so bekomme man Ingenieure, die nicht nur die besten Maschinen bauen, sondern auch die Kultur ihrer ausländischen Kunden verstehen. Gleichwohl bleibt das Leistungsdenken zentrales Schwungrad des „wissenschaftsgetriebenen Unternehmens Universität“. „Ich möchte, dass junge Studierende auf unser Institute of Advanced Study blicken und sagen: Da möchte ich auch mal hinkommen“, beschreibt Herrmann die Eliteeinrichtung, die unter tatkräftiger Mithilfe von BMW gebaut wurde und jeweils drei Jahre lang herausragenden Wissenschaftlern sowie Nachwuchshoffnungen der TU einen hochkarätigen Freiraum für ihre Arbeit eröffnet.

30 % ihres Budgets erwirtschaftet die TU München bereits aus externen Ressourcen, beim Thema Fundraising zählt sie zu den Vorreitern und die Anträge auf Experimentierklauseln bei den Kultusministern sind ebenso gefürchtet wie die regelmäßige Praxis der Münchener, mal wieder als Erster neue Wege zu gehen, die die Hochschulgesetze nicht vorsehen. Nur so lasse sich z. B. der Platz „für vermeintliche Chaoten und Spinner freiräumen“, so Herrmann, „denn unser System muss so stark sein, ihr kreatives Innovationspotenzial zu fördern, anstatt sie nur zu ertragen.“

So hat Wolfgang Herrmann in seiner zwölfjährigen Amtszeit immer dafür gekämpft, behördliche Aufsicht und Gremienarbeit, „die lähmt, zerredet und blockiert“, durch moderne Managementstrukturen zu ersetzen. Bürokratieabbau und Qualitätsmanagement als Katalysatoren für Erneuerung im Innern nennt er das und war der erste, der an einer deutschen Hochschule eine Vorstands-Aufsichtsrats-Verfassung durchsetzte. So war es für ihn nur folgerichtig, bei der 1,9 Mrd. € schweren Exzellenzinitiative zu den „Leuchttürmen“ zu gehören und mit diesen Mitteln eines von nur drei ausgewählten Zukunftskonzepten vorantreiben zu dürfen.

Dazu gehört für ihn auch der selbstbewusste Auftritt im Ausland, der seinen Studierenden als mutiges Vorbild für die spätere Karriere dienen soll. Partnerschaften mit den Hochschulen in Stanford, Tokio, Zürich oder Singapur sind für Herrmann nur das Einlösen der Forderung, „auch als Hochschule die Flagge dort zu hissen, wo die Musik spielt“. Und jedes Mal sind die dort gesammelten Lerneffekte auch für ihn die größte Antriebsfeder. So entdeckte er in Singapur den Slogan: „Science is fun, science is sexy!“ Genau dort will Wolfgang Herrmann hin: „Ingenieure müssen auch bei uns ,Heroes` sein, die bei jungen Menschen Begeisterung für Wissenschaft und Technik wecken.“ ANDREAS LEIMBACH

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