Hochschule

Auf eigenen Planungsfüßen

VDI nachrichten – Um Hochschulen für internationale Anforderungen zu stärken, will die Politik ihnen mehr Handlungsspielräume gewähren. Johann-Dietrich Wörner, Präsident der TU Darmstadt, erläutert, wie eine „autonome Hochschule“ aussehen könnte.

VDI nachrichten: Die TU Darmstadt soll hessenweit Modell für eine autonome Hochschule werden. Warum hat die Landesregierung Sie ausgewählt?

Wörner: Die TUD hat eine Reihe von Schritten unternommen, die sie in besonderem Maße für dieses Modell qualifizieren. Wir verfügen über einen Globalhaushalt und arbeiten nach den Prinzipien der kaufmännischen Buchführung. Zu nennen sind auch Bemühungen um ein eigenes Profil und die daraus entstandene Grundordnung.

VDI nachrichten: Sie sind gut gerüstet für den Weg in die Unabhängigkeit?

Wörner: Durchaus. Entscheidende Voraussetzung für eine autonome Hochschule ist Qualitätssicherung. Hier haben wir einige Instrumente entwickelt: so etwa den Evaluationsverbund mit den Technischen Universitäten in Kaiserslautern und Karlsruhe sowie mit der ETH Zürich oder verschiedene Benchmarking-Verbünde auf nationaler und europäischer Ebene.

VDI nachrichten: Wie gehen sie mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten um?

Wörner: Autonomie ist nicht der Start in die Beliebigkeit. Sie hat ein konkretes Ziel, nämlich die Steigerung des Wettbewerbs um Köpfe und gute Forschungs- und Lehrergebnisse. Ich habe noch nicht alle Lösungen für die Entscheidungen, aber wir haben Bausteine entwickelt, die jeder Entscheidung zugrunde liegen sollen, und die immer wieder erkennbar sein müssen.

VDI nachrichten: Welche sind das?

Wörner: Die Bausteine Partizipation, Legitimation, Kontrolle und Verantwortung. Also die Partizipation aller Hochschulmitglieder, die Verantwortung der durch Wahl legitimierten Hochschulleitung und die Kontrolle der Hochschulleitung von außen.

VDI nachrichten: Welche Schritte werden sie als nächste gehen?

Wörner: Als nächstes geht es um die Dienstherren- und Bauherreneigenschaften. Wir wollen das derzeit langwierige Berufungsverfahren deutlich straffen. Wir werden die einzelnen Fachbereiche weiter daran beteiligen und externen Sachverstand einbinden. Die letzte Entscheidung jedoch soll beim Präsidenten liegen und nicht wie bislang beim Ministerium. Auch die Liegenschaften sind eine Herausforderung. Wir können weiter mit den Staatsbauämtern zusammenarbeiten. Wir können die Kompetenzen aber auch auf dem freien Markt einkaufen.

VDI nachrichten: Welche Rechtsform wollen Sie sich geben?

Wörner: Wir verstehen uns als eigenverantwortliche Universität mit öffentlichem Auftrag. Ich halte deswegen eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit den Möglichkeiten der gesetzlichen Regelung der Zuständigkeiten für am besten geeignet.

VDI nachrichten: Wer würde welche Funktion übernehmen?

Wörner: Mitglieder wären in diesem Fall alle Hochschulangehörigen von den Studenten bis zu den Professoren. Als Kontrollorgan und Brücke zum Land soll der TUD-Rat fungieren. Bis Ende nächsten Jahres soll auf Landesseite ein eigenes TUD-Gesetz und auf Seiten der Hochschule eine neue Grundordnung verabschiedet sein. Die Rechtsaufsicht durch das Land Hessen würde natürlich nicht aufgehoben.

VDI nachrichten: Autonomie ist nicht nur eine Chance. Wo liegen die Risiken?

Wörner: Die Konflikte innerhalb der Universität werden sicherlich zunehmen. Die Zeiten, in denen man die Verantwortung für unpopuläre Entscheidungen auf das Ministerium schieben konnte, sind auch für die Hochschulleitung endgültig vorbei.

Von Jutta Witte

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