Nachwuchsförderung

Ab 2005 gibt es jedes Jahr einen Tag der Technik

„Künftig wird es jedes Jahr einen Tag der Technik geben.“ Das hätten Forschungseinrichtungen, Vereine und Verbände vereinbart. 2005 werden die Veranstaltungen am 17. und 18. Juni stattfinden.

Willi Fuchs, Direktor und geschäftsführendes Mitglied des Präsidiums des VDI, brachte die Diskussion auf den Punkt: „Was in Deutschland fehlt, sind positive Visionen.“
Der Repräsentant von Europas größten Ingenieurverein beließ es aber nicht bei dieser Einsicht: „Ich komme gerade aus China zurück und habe den Eindruck, dass die Chinesen den festen Willen haben, die Nummer 1 zu werden. Das unterscheidet sie von uns.“ Fuchs: „Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an dem Willen der Chinesen nehmen.“
Es gäbe in Deutschland Leute, denen sei es auch schon mal besser gegangen als heute, so Fuchs, aber Deutschland sei immer noch Exportweltmeister und stehe auch in der Statistik des Atlantischen Wirtschaftsrates OECD bei Forschung und Entwicklung sowie bei Hightech-Gütern recht gut da. Fuchs plädierte für einen mentalen Aufbruch.
Im Jahr der Technik hätten sehr viel Ehrenamtliche oft monatelang vor Veranstaltungen daran gearbeitet, große Ziele zu erreichen, ehrgeizige Pläne umzusetzen. Fuchs: „Ein solches Engagement ist nur möglich, wenn man begeistert ist.“ Dies zeige auch, dass es um Deutschland keineswegs so schlimm bestellt sei, wie dies oft dargestellt werde.
Willi Fuchs sprach am 18. November im ehemaligen Thyssen-Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich, jetzt ein Feizeit- und Veranstaltungsort, während einer Diskussionsrunde anlässlich der letzten Großveranstaltung zum Jahr der Technik.
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in Duisburg: „Jugendliche können hier sehen und erleben, wie man zum Beispiel auf Brennstoffzellen statt auf Abhängigkeit von Erdöl setzen kann, können ihre eigene Erfahrungen und Vorschläge mit Industrievertretern diskutieren.“ Die „Mission possible“ zu erleben, sei ein wesentliches Ziel der Veranstaltungsreihen.“
„Wer Wasserstoff will, braucht Kerntechnik“, betonte Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp, während einer Podiumsdiskussion Richtung Forschungsministerin. Wegen des notwendigen, preiswerten Atomstromes zur Gewinnung von Wasserstoff. Doch Edelgard Bulmahn ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ohne die derzeitigen alternativen Energieprojekte wäre eine generelle Energiedebatte erst gar nicht in Gang gekommen.
Es stimme nicht, so Bulmahn, dass kritische Themen wie Kerntechnik oder Gentechnik in den Veranstaltungen nicht vorgekommen seien. Das Jahr der Technik gehöre zu den „Wissenschaftsjahren“, die es seit 2000 gäbe. Die Gentechnik sei bereits früher thematisiert worden. Außerdem hätten die Partner ihre Themen einbringen können.
Die Ministerin plädierte dafür, die Barrieren im Kopf abzureißen.
„Der Nutzen von Entwicklungen muss öffentlich geführt werden“, so die Forschungsministerin. Man habe auch über Elektrosmog öffentlich diskutiert und die Handys würden trotzdem massenhaft gekauft.
Die wirklich neuen Herausforderungen fasste Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen: „Wissenschaftler haben erkannt, dass sie neue Zielgruppen brauchen. Wissenschaftler machen aus Geld Wissen, jetzt müssen sie die Wertschöpfungskette schließen, aus Wissen Geld machen, den Bedarf der Gesellschaft treffen, Akzeptanz für ihr Wissen erreichen.“ R. SCHULZE

Von R. Schulze

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