Aktueller Bildungsbericht

Rekordzahl an Studierenden und viele Promotionen in MINT-Fächern

Die Corona-Pandemie hat einen Digitalisierungsschub an den Hochschulen ausgelöst. Das geht aus dem Bildungsbericht des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung hervor. Eine große Herausforderung sind demnach außerdem die hohen Zahlen an Studierenden.

Studentin

Haben Bücher bald ausgedient? Auf jeden Fall nehmen digitale Angebote zu.

Foto: Panthermedia.net/stokkete (YAYMicro)

Das Bildungsangebot in Deutschland ist gut, und es wächst weiter. Das ist eine der guten Nachrichten aus dem Bericht „Bildung in Deutschland 2020“, den das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) veröffentlicht hat. Leider heißt das aber nicht, dass jeder die Chance erhält, dieses Angebot auch wahrzunehmen: Für alle, die nicht zu einer Akademikerfamilie gehören oder die einen Migrationshintergrund haben, scheint es schlechter auszusehen. Zumindest ist der Anteil dieser Gruppen unter den Studierenden nach wie vor unterrepräsentiert.

Während dieses Thema von der Politik gelöst werden muss, stehen die Hochschulen selbst ebenfalls vor großen Herausforderungen. Unter anderem müssen sie regelrechte Massen an jungen Menschen bewältigen, die an die Hochschulen drängen – mit 2,9 Millionen Studierenden ist diese Zahl so hoch wie noch nie. Das ist fast ein Drittel mehr als noch vor zwölf Jahren. „Die massive Erhöhung der Studierendenzahl wird zu wenig diskutiert, insbesondere mit Blick auf die Frage, wie Hochschulen diese bewältigen können und sollen“, sagt Sandra Buchholz vom DZHW. Dabei ist die Studierendenzahl nicht der einzige Rekord.

Mehr Hochschulen und mehr Studiengänge

Angestiegen ist zudem die Zahl der Hochschulen selbst: Inzwischen gibt es in Deutschland über 420. Insgesamt bieten sie mehr als 20.000 unterschiedliche Studiengänge an. Das heißt, dass sich die jungen Männer und Frauen zum einen auf mehr Hochschulen verteilen, zum anderen aber auch mehr Studiengänge zur Auswahl stehen. Das bleibt nicht ohne Folgen. Laut dem Bildungsbericht geben 40% der Studienberechtigten an, dass sie die Entscheidung für ein Studienfach vor Schwierigkeiten stellt.

Dabei wächst gleichzeitig die Diversität an den Hochschulen. Entsprechend unterschiedlich sind die Ansprüche und die Möglichkeiten der jeweiligen Studierenden. Buchholz hofft, dass die Digitalisierung dabei helfen kann, den Lernenden gerecht zu werden. Ein Beispiel wären elektronische Prüfungsformate, die eine gezielte Rückmeldung ermöglichen. Grundsätzlich habe die Digitalisierung natürlich auch an den Hochschulen durch die Corona-Pandemie und das damit verbundene Verbot an Präsenz-Veranstaltungen einen Aufschwung erfahren.

Corona hat die Nutzung der digitalen Angebote verändert

Digitalen Lernmanagementsysteme werden ohnehin von nahezu allen Hochschulen angeboten. Doch die Nutzungsweise hat sich verändert. Während sie lange Zeit vor allem dazu dienten, Informationen online zur Verfügung zu stellen und die Organisation der Lehrveranstaltungen zu vereinfachen, haben nun digitale Tools zur Präsentation ganzer Vorträge beziehungsweise Vorlesungen zugenommen.

Ob es auch nach Corona weiterhin vermehrt Digital-Veranstaltungen geben wird oder ob diese größtenteils wieder eingestellt werden, lässt sich noch nicht absehen. Wenig überraschend ist jedenfalls die Erkenntnis, dass die Studierenden den technischen Möglichkeiten der neuen Medien sehr offen gegenüberstehen, während die Lehrenden tendenziell verhalten reagieren und keine schnelle Umstellung ihrer Lehrmethoden anstreben.

Viele hohe Abschlüsse in den MINT-Fächern

Mit dem Bologna-Prozess und der Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse ist übrigens auch die Zahl der Studierenden gestiegen, die ihr Studium tatsächlich abschließen. Selbst wenn die doppelten Abschlüsse – wer einen Master macht, wurde zuvor bereits als Bachelor-Absolvent gezählt – herausgerechnet werden. Interessant ist die Fächerstruktur der Absolventen. Im Vergleich zum Studienstart sinkt der Anteil der Absolventen in den MINT-Fächern. Mit anderen Worten: Es gibt in diesem Bereich verhältnismäßig viele junge Menschen, die ihr Studium nicht abschließen, weil sie ihr Fach wechseln oder das ganz Studium abbrechen. Wer bei der Stange bleibt, strebt dafür deutlich häufiger als in anderen Fächern einen höheren Abschluss an: Nicht nur bei den Masterabschlüssen, auch bei den Promotionen bilden die MINT-Absolventen die größte Gruppe.

Was sich zudem aus den Studierendenzahlen herauslesen lässt: Die Karrierechancen für Informatiker steigen weiterhin an. Denn während die Digitalisierung in großen Schritten voranschreitet, ist der Anteil an Informatikern, die jedes Jahr die Hochschulen verlassen, weitgehend stabil geblieben. Die große Nachfrage hat also nicht dazu geführt, dass mehr junge Menschen sich für dieses Fach entscheiden.

Der Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“ wird seit 2006 alle zwei Jahre erstellt. Verantwortlich ist eine Autorengruppe unter Federführung des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

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