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Wie Ingenieure das Nachhaken bei einer Bewerbung nutzen können

Die Mühlen der Personalabteilungen mahlen langsam. Dennoch ist es nicht verkehrt, das Nachhaken drei bis vier Wochen nach einer schriftlichen Bewerbung zu starten. Der Ton der Ingenieure muss allerdings freundlich bleiben, die Personaler dürfen sich keinesfalls unter Druck gesetzt oder kritisiert fühlen.

Beim Nachhaken den richtigen Ton treffen.

Beim Nachhaken den richtigen Ton treffen.

Foto: panthermedia.net/Moodboard

Zu einer professionellen Ansprache gehört es, den eigenen Namen zu nennen und den des Gesprächspartners in der Anrede zu verwenden. Genauso wichtig ist es, zu fragen, ob der Angerufene Zeit für ein Gespräch hat, bevor der Anrufer detailliert zur Sache kommt. Möglicherweise befindet sich der Gesprächspartner kurz vor einem Termin oder ist mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt. Konsequenterweise wird er die Anfrage abwimmeln: „Keine Angst, wir melden uns schon bei Ihnen, wenn wir so weit sind.“ Dann führt das Nachhaken den Ingenieur nicht weiter. Ist der Personaler in Eile, sollte der Bewerber daher fragen, wann der Zeitpunkt für einen erneuten Anruf günstiger ist.

Personalabteilungen sind heute vielfach überfordert. Insofern wirkt Verständnis für die Arbeitssituation oder ein kleines Kompliment beim Nachhaken oftmals Wunder – bevor der Ingenieur die Frage nach dem Stand der Dinge stellt. Keinesfalls sollte der Anruf als Vorwurf ankommen, weil sich das Unternehmen viel Zeit mit der Bearbeitung der Bewerbung lässt. Es bringt auch wenig, wenn der Bewerber eine Drohkulisse aufbaut oder mit einem Ultimatum arbeitet: „Ich muss in 14 Tagen eine wichtige Vorentscheidung treffen. Daher muss ich wissen…!“

Das Nachhaken kann der Ingenieur für eine vorsichtige Selbstdarstellung nutzen

Zeigt sich der Personaler insgesamt kurz angebunden, muss der Anrufer seine Fragen nach dem Stand der Dinge und seinen Chancen rasch stellen. Bringt sich der Personaler aktiv ins Gespräch ein, indem er versucht, sich zu erinnern und dabei in seinen Unterlagen sucht, kann der Ingenieur sich mit dem detaillierten Nachhaken Zeit lassen. Er könnte nochmals seine entscheidenden Vorzüge für die offene Stelle ansprechen und vertiefen und nachschieben, dass er der Kandidat ist, der bereits kommissarisch als Teamleiter Technical Serivces gearbeitet hat, die geforderten guten Englisch- und Französischkenntnisse besitzt usw. Voraussetzung ist natürlich, dass der Bewerber über gute Argumente verfügt.

Taut der Personaler auf und gibt bereitwillig Auskunft, sollte die Gunst der Stunde weiter genutzt werden, um sich als Ingenieur interessant zu machen. Es kann beim Nachhaken also zu einem munteren Austausch kommen. Das Spiel darf aber vom Ingenieur nicht übertrieben werden. Es muss alles nett, höflich, informativ bleiben. Der Personaler muss stets die Chance haben, ein Stopp-Zeichen für weitere Fragen oder Beiträge des Bewerbers zu setzen, ohne eine schroffe Zurückweisung aussprechen zu müssen. Der Bewerber sollte also seinerseits viel Fingerspitzengefühl mitbringen, die Gesprächswilligkeit der Gegenseite ständig aufmerksam prüfen und sie aus Tonfall und Ausführlichkeit der Antworten ableiten.

Ingenieure müssen sich aufs Nachhaken vorbereiten

Dass sich ein Personaler Zeit nimmt, ist nicht selbstverständlich. Dem sollte daher bei der Verabschiedung mit einem herzlichen „Danke!“ Rechnung getragen werden. Gleichfalls sollte der Ingenieur betonen, dass ihm das Nachhaken und die Informationen weitergeholfen haben. Der Dank ist insbesondere dann wichtig, wenn sich ein längeres Gespräch ergab. Auch wenn die Antworten des Personalers im Grunde wenig konkret und kurz waren, sollte man seine Enttäuschung nicht zu erkennen geben und höflich das Gespräch abschließen. Der erste Eindruck ist im Vorstellungsgespräch wichtig, der letzte in einem Telefonat!

Wer also zu seiner schriftlichen Bewerbung nachhaken möchte, sollte sich als Ingenieur entsprechend vorbereiten. Nicht immer ist es mit der Frage nach dem Stand der Dinge getan. Schnell ergibt sich die Chance für ein vertiefendes Gespräch, oder der Personaler nutzt die Gelegenheit zum Telefoninterview. Dafür sollten Anrufer auf jeden Fall gewappnet sein und die Anzeigeninhalte sowie die eigenen „Verkaufsargumente“ als Bewerber und den Lebenslauf präsent haben, falls von der Gegenseite dazu Fragen gestellt werden.

 

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