Tipps für die Bewerbung 04.10.2014, 00:00 Uhr

Unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch eines Ingenieurs

Bewerber stecken oft in einem Dilemma: Sind diese Fragen beim Vorstellungsgespräch überhaupt zulässig und müssen daher vom Ingenieur beantwortet werden? Macht es keinen schlechten Eindruck, die Antwort abzulehnen? Oder sind sogar Notlügen erlaubt? Tatsächlich gibt es dafür klare Regeln.

Nicht alle Fragen sind beim Vorstellungsgespräch zulässig.

Nicht alle Fragen sind beim Vorstellungsgespräch zulässig.

Foto: panthermedia.net/ra2studio

In Bezug auf Fragen beim Vorstellungsgespräch müssen Ingenieure zulässige und unzulässige Fragen seitens des Arbeitgebers unterscheiden. Unzulässige Fragen können solche sein, die nicht den legalen Spielregeln entsprechen. Unzulässige Fragen können aber auch solche sein, die vom Bewerber als unzulässig, deplaziert oder unbequem empfunden werden, weil sie gegen Moral, Anstand, Ethik, Schutz der Privatsphäre verstoßen. Aber nicht alles, was der Bewerber als „unanständig“ empfindet, ist unzulässig. Es gibt durchaus Fragen, die der Bewerber, unabhängig von seinem Empfinden, wahrheitsgemäß beantworten muss.

Nur wenige Fragen beim Vorstellungsgespräch eines Ingenieurs sind unzulässig. Dies sind Fragen nach Gewerkschafts-, Partei- und Religionszugehörigkeit. Auch Fragen nach Volk oder Rasse dürfen den Einsteller streng genommen nicht interessieren. Gleiches bezieht sich auf Wehr- und Ersatzdienst. Fragen nach Beziehungs-, Heirats-, Familienplanung und Schwangerschaft sind gleichfalls unzulässig. Einen Sonderfall stellen Fragen nach Krankheiten dar. Sie können je nach Situation unzulässig sein oder auch nicht. Fragen zu früheren Krankheiten, die auskuriert wurden und somit keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit darstellen, sind unzulässig.

Zulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch eines Ingenieurs

Alle anderen Fragen beim Vorstellungsgespräch sind zulässig. Insbesondere müssen Ingenieure Fragen nach Krankheit, Schwerbehinderung, Vermögensverhältnissen und Vorstrafen wahrheitsgemäß beantworten, sofern eine erhebliche Beeinträchtigung bei Erfüllung der Aufgaben am neuen Arbeitsplatz zu befürchten ist. Wer lügt, muss mit Anfechtung des Arbeitsvertrages, Kündigung und Schadensersatz rechnen. Wer zulässige Fragen aus welchen Gründen auch immer nicht beantworten will, dem bleibt es überlassen, jederzeit das Vorstellungsgespräch abzubrechen. Dies kann natürlich auch der Einsteller tun.

Da es im Vorstellungsgespräch keinen Schiedsrichter gibt, muss der Ingenieur selbst merken, wann der Einsteller mit seinen Fragen beim Vorstellungsgespräch gegen den guten Ton oder legale Spielregeln verstößt. Auf unzulässige Fragen muss der Bewerber angemessen reagieren. Dabei hat er im Sinne des Fairnessprinzips die gleichen Freiheiten wie der Einsteller. Dort, wo der Einsteller Grenzen überschreitet oder unfair wird, kann dies auch der Bewerber tun. Es zeigen sich viele Möglichkeiten, die nachfolgend dargestellt sind.

Wie Ingenieure auf Fragen beim Vorstellungsgespräch reagieren können

Es ist schon dreist, wenn der Einsteller bekanntermaßen unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch an den Ingenieur stellt. Der Bewerber kann entsprechend reagieren und die Antwort verweigern: „Sie stellen mir da eine Frage, die meines Wissens im Vorstellungsgespräch nicht zulässig ist. Daher möchte ich diese Frage nicht beantworten. Lassen Sie uns doch bitte wieder zu Fragen kommen, die direkt mit der Position zu tun haben.“ Der Personaler wird zwar an dieser Stelle das Vorstellungsgespräch nicht abbrechen, dennoch kann eine solche Zurückweisung die Gesprächsatmosphäre empfindlich stören.

Stellt der Arbeitgeber unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch, kann der Ingenieur sie trotzdem offen und ehrlich beantworten. Er kann zu sich und seinem Leben stehen. Ein solches Verhalten ist an sich bewundernswert. Es muss allerdings klar sein, dass nicht jede ehrliche Antwort beim Einsteller Bewunderung auslöst. Das gilt, insbesondere, wenn sich in den Antworten des Bewerbers ein „starkes Abweichen“ von der Norm widerspiegelt. Zwar kann es im Gespräch zu Komplimenten vom Einsteller kommen, diese dienen aber häufig nur dazu, den Bewerber zu öffnen, um weitere „brisante“ Details zu erfahren, ihn in letzter Konsequenz aber als ungeeignet zu enttarnen.

Ingenieure können unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch durch Unterlagen provozieren

Bevor die Bewerbung abgeschickt wird, sollte geprüft werden, ob sie Fakten enthält, zu denen der Einsteller keine Fragen stellen darf. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Ingenieur selbst die unzulässigen Fragen beim Vorstellungsgespräch provoziert. Der Hinweis auf ein politisches Engagement in grauer Vorzeit, auf eine vorübergehende mentale Krankheit während des Studiums und Ähnliches sollte unterbleiben. Fragen zu früheren Krankheiten, die auf die aktuelle Leistungsfähigkeit keinen Einfluss haben, gehören zu den unzulässigen Fragen

Eine weitere Reaktion auf unzulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch sind Notlügen des Ingenieurs. Sie haben gegenüber der Zurückweisung der Frage den Vorteil, dass das Gespräch ungetrübt weiter läuft. Wird zum Beispiel ein Bewerber um einen Job mit hoher Reisetätigkeit gefragt, wie es mit seiner Familienplanung aussieht, kann er die Antwort geben, die für ihn vermutlich die vorteilhafteste ist: „Große Ambitionen habe ich da nicht. Ich möchte meine ganze Kraft ausschließlich der neuen Position widmen.“ Wird die Antwort noch mit einer pfiffigen Untermalung gebracht, ist der Personaler zufrieden. Der Bewerber verschweigt damit, dass er demnächst heiraten wird und eine Familie mit drei Kindern plant.

Fragen beim Vorstellungsgespräch zum Lebenslauf des Igenieurs sind zulässig

Sie sind grundsätzlich zulässig und müssen, was die Anzahl der Stationen angeht, wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei anderen Fragen beim Vorstellungsgespräch zum Lebenslauf des Ingenieurs, etwa Begründung von Hochschul- oder Stellenwechseln, gelten eigentlich die gleichen Gesetze. Die Praxis zeigt, dass logische und in sich stimmige Antworten ohne größerer Problematik bei den Einstellern am besten ankommen. Der Wahrheitsgehalt der Antworten von Bewerbern lässt sich allerdings genauso wenig prüfen wie Ausführungen des Einstellers zum Unternehmen, dem Arbeitsplatz, den Entwicklungsmöglichkeiten und so weiter.

Ein gewisses Dilemma zeigt sich, wenn es um die augenblickliche Arbeitsstation des Ingenieurs geht. Die Fragen beim Vorstellungsgespräch sind zwar zulässig, andererseits hat der Bewerber aber eine Verschwiegenheitspflicht gegenüber seinem Arbeitgeber. Der Bewerber sollte also nicht zu frei und frank über seine Aufgaben und Projekte berichten und erst recht keine Betriebsgeheimnisse ausplaudern. Zudem beeindruckt Einsteller die zu große Offenheit eines Bewerbers wenig. Leicht entsteht der fade Beigeschmack, dass es der Bewerber mit der Verschwiegenheit nicht so genau nimmt. Andererseits kann der Bewerber auch nicht ganz zumachen. Hier handelt es sich also um eine Gratwanderung.

Fragen beim Vorstellungsgespräch zum Gehalt des Ingenieurs

Fragen beim Vorstellungsgespräch zum augenblicklichen Gehalt des Ingenieurs sind erlaubt und müssen daher wahrheitsgemäß beantwortet werden. Es gibt allerdings Spielräume. Jeder versteht unter dem Jahresgehalt etwas anderes. Ist der Dienstwagen oder eine anderweitige Zusatzleistung des Arbeitgebers einzurechnen? Gehören in Aussicht gestellte Prämien mit zum genannten Jahresgehalt? Wie sieht es mit Reisespesen aus, dem bereits erworbenen Anspruch auf die betriebliche Zusatzrente? Der Ingenieur kann also sein Ist-Gehalt im kleinen Rahmen erhöhen oder vermindern, je nachdem, was ihm in Bezug auf die angebotene Stelle vorteilhaft erscheint.

Es kann durchaus vorkommen, dass der Ingenieur zulässige Fragen beim Vorstellungsgespräch als unzulässig eingeordnet und bewußt falsch beantwortet hat. Aus einer vermeintlichen Notlüge ist eine Lüge geworden. Wenn dem Bewerber ein solches Missgeschick im Vorstellungsgespräch unterlauft, hat er mehrere Möglichkeiten. So kann er absagen, und der Fall ist gegessen. Er kann aber auch abwarten, weil er weiter an der Stelle interessiert ist, und auf ein Vertragsangebot hoffen. Liegt der Vertrag auf dem Tisch, kann er um ein weiteres Gespräch im Unternehmen bitten und vor Unterzeichnung die Lüge gestehen. Es liegt dann im Ermessen des Unternehmens, ob es dennoch an dem Kandidaten und dem Vertragsangebot festhalten will oder das Angebot zurückzieht.

 

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