Bewerbertipps

Lebenslauf schreiben: Darauf muss man achten

Einen guten Lebenslauf schreiben, bedeutet mehr als die nackte Listung biografischer Stationen. Besonderes Augenmerk gilt den Berufserfahrungen der letzten 10 Jahre. Dass dabei die Zeitachse lückenlos dargestellt ist, versteht sich von selbst.

Lebenslauf schreiben: Mehr als eine Auflistung.

Lebenslauf schreiben: Mehr als eine Auflistung.

Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Geht es um die Länge des Lebenslaufes sind sich die Experten über das richtige Maß nicht einig. Die unterschiedlichsten Ansichten finden sich in den Ratgebern. Bei Bewerbern verbleibt Unsicherheit und die Frage: Wie lang darf man den Lebenslauf schreiben? Viele Ratgeber liefern Rezepte: Der Lebenslauf darf über eine Seite nicht hinausgehen. Mehr als die reine Listung biographischer Stationen gibt diese Seite dann nicht her.

Anhänger dieser „Knappheitstheorie“ beim Lebenslauf schreiben behaupten: Weitere Information brauchen enthalten zu sein, der Rest steht ja in den beigefügten Zeugnissen und Nachweisen. In der Konsequenz kann bei einer solchen Auffassung gänzlich auf den Lebenslauf verzichtet werden. Auch die beruflichen Stationen müsste sich dann der Leser aus den beigefügten Unterlagen zusammensuchen. Sehr konstruktiv und informativ erscheint somit eine zu knappe Darstellung des Werdeganges nicht.

Lebenslauf schreiben: Nicht nur Stationen Auflisten

Einen guten Lebenslauf schreiben, bedeutet mehr als die nackte Listung biografischer Stationen.  Er trägt der Tatsache Rechnung, dass der Bewerber es dem Leser möglichst leicht machen sollte, die entscheidenden „Verkaufsargumente“ in der Bewerbungsunterlage zu orten. Dass dabei die Zeitachse lückenlos dargestellt ist, versteht sich von selbst. Der konstruktive Bewerber erspart dem Personalentscheider mit einem etwas längeren Lebenslauf die Arbeit, sich aus den beigefügten Unterlagen alle Qualifikationen selbst zusammen suchen zu müssen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass in der knappen Zeit der Bewerbungsanalyse die entscheidenden Qualifikationen nicht übersehen werden. Die beigefügten Zeugnisse gelten im Grunde nur noch als Beweis und zur vertiefenden Analyse. Diese findet aber erst dann statt, wenn der Bewerber im Anschreiben und Lebenslauf überzeugt. Daher müssen alle wichtigen Informationen aus den Zeugnissen in den Lebenslauf eingearbeitet werden.

Absolventen und Young Professionals sollten einen Lebenslauf schreiben, bei dem den üblichen biographischen Daten ein Kurzüberblick der besuchten Schulen bis zur Hochschulzugangsberechtigung folgen. Hochschulabsolventen sollten danach ausführlich die Studienstation(en) dokumentieren: Hochschule, Studienfach-/Studienrichtung, ggf. Interessenschwerpunkte, Studien- und Diplomarbeiten, ggf. Thema der Promotion, Abschlüsse, gute und sehr gute Noten, drei Arbeitsschwerpunkte zu jedem Praktikum und einschlägigem Job neben dem Studium.

Lebenslauf schreiben: Ingenieurwissen veraltet schnell

Senior Professionals können einen Lebenslauf schreiben und sich dabei Studienstationen auf Hochschule, Studienfach-/Studienrichtung und erzielten Abschluss beschränken. Bei ihnen zählt mehr die aussagekräftige Darstellung der Berufsstationen. Es sollten zu jeder Station neben dem Namen des Arbeitgebers, dem Einsatz- bzw. Standort weitere Angaben folgen. Funktionsbezeichnung, Aufgaben, Projekte, Verantwortlichkeiten und erzielte Ergebnisse sollten dem Lebenslauf zu entnehmen sein. Besonderes Augenmerk gilt den Berufserfahrungen der letzten 10 Jahre. Alles, was sich davor abspielte, ist im Grunde uninteressant.

Das Ingenieurwissen veraltet eben schnell. Stationen, die zehn Jahre und länger zurückliegen werden daher beim Lebenslauf schreiben rein biografisch abgearbeitet: Zeitangabe, Arbeitgeber, Einsatzort, Positionsbezeichnung. Umso wichtiger ist es, die aktuelle Berufsstation ausführlich darzustellen und möglichst aktuelles Wissen „zu verkaufen“. Dies gilt auch dann, wenn die letzte Station gegenüber der vorhergehenden einen klaren Abstieg bedeutet. Wichtig ist es zudem, kurze Stationen im Lebenslauf nur knapp abzubilden.

Werden diese ähnlich detailliert dargestellt wie längere Stationen, entsteht schnell der Eindruck, dem Kandidat fehle der Blick für die Verhältnismäßigkeiten.
Ingenieure sollten beim Lebenslauf schreiben EDV-Wissen, Sprachen, Ehrenämter nicht vergessen. Ein solcher Lebenslauf wird sich vom Umfang her im Bereich von ca. 60 bis 70 Informationszeilen bewegen. Damit alles schnell lesbar bleibt, sollten diese übersichtlich auf anderthalb bis zwei DIN A4-Seiten gegliedert werden.

 

Von Bernd Andersch, Karriere-Coach, Düsseldorf Tags:

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