Schriftliche Bewerbung 24.06.2002, 00:00 Uhr

Lebensläufe richtig formulieren

Zu lang, zu kurz? Gute Lebensläufe sind nicht von beidem. Sie sind sinnvoll gegliedert, weisen keine Lücken auf und beschränken sich nicht auf eine biografische Auflistung. Zeitraumangaben zu den einzelnen Stationen erfolgen mit Monats- und Jahresangabe.

Gute Lebensläufe sind sinnvoll gegliedert.

Gute Lebensläufe sind sinnvoll gegliedert.

Foto: panthermedia.net/Faithie

Zu lang, zu kurz? Folgen Sie bei der Länge des Lebenslaufes den Peilregeln: Studenten, Hochschulabsolventen, Young Professionals schreiben Lebensläufe mit zwei Seiten, Praktiker drei Seiten. Jede Seite verkraftet ca. 30 Informationszeilen. Füttern Sie den Leser gezielt mit Zusatzinformationen über Studium und Berufspraxis. Beschränken Sie sich nicht auf die biografische Auflistung von Stationen!

Gliedern Sie Lebensläufe nach Schwerpunkten und heben Sie diese fett und ggf. größer hervor. Übliche Bezeichnungen sind: Zur Person, Schule und Ausbildung, Studium und Praktika, Berufspraxis, Weiterbildung, Engagements, Hobbys, Fremdsprachen, EDV. Interessant sind sprechende Begriffe, z. B. USA-Studium. Auf einen Schlag erkennt der Leser schon anhand des Oberbegriffs, was Sache ist.

Lebensläufe: Persönliche Daten gering halten

Trennen Sie klar Zeitraumangaben von Details? Wählen Sie zweispaltige Lebensläufe. Die linke Spalte, die etwa ein Viertel der Seite beansprucht, beinhaltet Gliederungsschwerpunkte und Zeitraumangaben, die rechte Detailausführungen. Übrigens ist es in Deutschland immer noch normal, Lebensläufe chronologisch zu lesen. Die aktuelle Station findet sich an unterster Stelle! Dort wird sie auch vom Leser gesucht.

Zeitraumangaben zu den einzelnen Stationen erfolgen für Lebensläufe mit Monats- und Jahresangabe. Zeitliche Lücken über 3 Monate beflügeln die Fantasie von Personalentscheidern. Beugen Sie Spekulationen vor und belegen Sie die Lücken mit Aktivitäten!

Dokumentieren Sie Lebensläufe nach dem Minimalansatz? Bei persönlichen Daten reichen Vor- und Zuname, ggf. Geburtsname, Geburtsort, Geburtsdatum. Andere Daten nur aufgeführten, wenn sie Vorteile bei der Bewerbung versprechen. Dazu gehören Familienstand, Angaben zu Eltern, Konfession, Nationalität. Adresse und Telekommunikationsverbindungen können besser auf dem separaten Eröffnungsblatt untergebracht werden.

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Die Ausbildung nur kurz in die Lebensläufe einarbeiten

Bei Ausbildung, Wehrdienst, Ersatzdienst, Au pair u.ä. reichen für Lebensläufe gleichfalls Minimalangaben. Details wie Ort, Name der Schule etc. sind bei nüchterner Betrachtung unwichtig. Bei den Schulstationen sollten genannt werden: Zeitraum, Schultyp, erzielter Abschluss. Um Platz zu sparen, bieten sich auch Zusammenfassungen an. Der gesamte Schulweg wird in einer Zeile abgebildet.

Zu jeder Studienstation erfolgen mindestens die Angaben: Startzeitpunkt, (erwarteter) Abschlusszeitpunkt, Name der Hochschule und Ort, Studienfach, Studienrichtung, (erwarteter) Abschluss. Bei frischgebackenen Absolventen sollten Lebensläufe interessante Zusatzinformationen festhalten wie Abschlussnote, drei bis fünf Studien- oder Interessenschwerpunkte sowie das Thema der Diplomarbeit.

Lebensläufe: Berufspraxis lückenlos dokumentieren

Alle Berufsstationen nach dem Studium lückenlos dokumentiert? Neben Position und/oder Funktionsbereich sowie der üblichen Namens- und Ortsangabe des Arbeitgebers sollten Lebensläufe zu jeder Station drei bis fünf Aufgaben stichwortartig auflisten. Zusätzlich können zwei bis drei interessante Projekte, Verantwortlichkeiten und Ergebnisse pro Station erfaßt werden. Je aktuellere die Station und je länger sie gedauert hat, desto detaillierter sollte informiert werden.

Längere Zusatzausbildungen sollten Lebensläufe auf jeden Fall aufweisen. Professionals haben in der Regel eine Reihe von Seminaren, Trainings usw. über sich ergehen lassen. Sicherlich sollte nicht jedes Detail gebracht werden. Eine kleine Selektion von fünf Seminaren mit noch aktuellen Inhalten empfiehlt sich allerdings schon.

Lebensläufe: Sprachkenntnisse dokumentieren

Im IT- und Globalisierungszeitalter machen sich EDV- und Sprachkenntnisse immer gut. Eine kleine Auswahl an Betriebssystemen, Anwendungsprogrammen, Programmiersprachen kann beim Schreiben der Lebensläufe nicht schaden. Fremdsprachenkenntnisse, die über Grundkenntnisse im Englisch hinausgehen, gehören in den Lebenslauf. Arbeiten Sie mit Bewertungen: sehr gut, verhandlungssicher, konversationssicher lesen sich gut. Absolvierte Sprachprüfungen nicht vergessen!

Dokumentieren Sie Besonderheiten aus Ihrem Leben. Die Erfahrung zeigt, dass Lebensläufe häufig durch Zusatzangaben außerhalb des fachlichen Bereiches interessant werden können. Zielsetzung ist es, dem Leser neben fachlichen Inhalten ein gewisses Interessenspektrum auf zu zeigen. Dabei ist derjenige gut dran, der Spektakuläres vorweisen kann, aber auch ganz normale Hobbys reichen aus.

Lebensläufe im Telegrammstil

Formulieren Sie plakativ? Lebensläufe werden meist zunächst quer gelesen. Kommen Sie diesem Prozess entgegen. Dokumentieren Sie im Telegrammstil! Streichen Sie jedes überflüssige Wort. Versuchen Sie einen Tatbestand in eine Zeile zu bringen und vermeiden Sie Zeilenumbrüche. So bleibt auch bei den Lesemuffeln einiges hängen!

Dokumentieren Sie alles, was Ihnen im Bewerbungsprozess um die Stelle Vorteile bringt? Lassen Sie Unwichtiges einfach unter den Tisch fallen. Lebensläufe sind kein Offenbarungseid sondern ein Verkaufspapier! Selektion ist das Erfolgsprinzip jeder guten Bewerbung. Informieren Sie so vorteilhaft, wie das auch in Stellenanzeigen getan wird.

 

Ein Beitrag von:

  • ingenieur.de

    Technik, Karriere, News, das sind die drei Dinge, die Ingenieure brauchen.

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