Betriebsgeheimnisse 19.10.2007, 00:00 Uhr

Keine Geheimniskrämerei im Vorstellungsgespräch

Wer im Vorstellungsgespräch als Geheimniskrämer auftritt, wird kaum die nächste Gesprächsrunde erleben. Doch vor allem Ingenieure, die in sensiblen Bereichen wie Forschung und Entwicklung oder Konstruktion arbeiten, sind häufig unsicher, was sie denn im Vorstellungsgespräch über ihre Aktivitäten und Projekte beim aktuellen Arbeitgeber ausplaudern dürfen.

Vorstellungsgespräche: Balance zwischen Offenheit und Geheimhaltung finden.

Vorstellungsgespräche: Balance zwischen Offenheit und Geheimhaltung finden.

Foto: panthermedia.net/Kzenon

Wo beginnen Betriebsgeheimnisse, wo hören sie auf? Im Extremfall beschränken sich wechselwillige Ingenieure im Vorstellungsgespräch auf allgemeine Aussagen, die sie noch möglichst kurz und knapp halten.

Besonders kritisch wird es dann, wenn Bewerber während im gesamten Vorstellungsgespräch und selbst bei allgemeinen Fragen, Fragen zum Studium und vorherigen Berufsstationen oder taktischen Fragen zurückhaltend antworten. So hörte ein Interviewer wortwörtlich von einem Kandidaten, dass er „umfangreichen und interessanten Fragestellungen nachgeht“, „in größeren und kleineren Projekten verschiedenster Art mitarbeitet“, „an allen Projektphasen beteiligt ist“, „an Projekten im Automotivebereich mitarbeitet“, dabei die „gängigsten Tools“ verwendet usw.

Vorstellungsgespräch: Konkret sein ohne Geheimnisse auszuplaudern

Der Kandidat erklärte aber im Vorstellungsgespräch nicht, um welche Art von Projekten es sich handelt, welche konkreten Aufgaben er in den einzelnen Phasen wahrnimmt, welche Tools er dabei einsetzt, welche Qualifikationen er zur Wahrnehmung der Aufgaben einbringen muss.

Die Beurteilung des Kandidaten nach dem Vorstellungsgespräch liegt auf der Hand. Ob er nicht mehr und informativer reden wollte oder konnte ist schwer einzuschätzen. Es zählen nur die Ergebnisse: Der Kandidat wirkte langweilig, wenig kommunikativ und insgesamt nicht überzeugend. Solch ein Verhalten bringt auch bei fachlich anspruchsvollen Positionen nichts.

Verständlichkeit ist im Vorstellungsgespräch Trumpf

Für Bereiche wie beispielsweise Forschung, Entwicklung und Konstruktion werden zwar nicht perfekte Rhetoriker erwartet, aber immerhin doch Kandidaten, die nach dem Vorstellungsgespräch den Raum verlassen und zumindest fachlich überzeugt haben, weil sie eben kompetent und umfassend über ihre beruflichen Aktivitäten berichteten.

Es ist klar, dass man nicht unbedingt die letzten technischen Details, etwa zur gerade in der Entwicklung befindlichen neuesten Motorengeneration, beim Konkurrenzunternehmen ausplaudert. Dennoch: Über die beruflichen Aufgaben der letzten Zeit kann gesagt werden, dass man z.B. Lösungskonzepte auslegt und berechnet, an der Entwicklung, Dimensionierung und Integration von Komponenten beteiligt ist, dass man Steuer- und Regelalgorithmen entwirft und verifiziert, dass man Systeme zu analysieren, Simulationsmodelle zu entwickeln und Simulationsrechnungen zur Vorhersage des dynamischen Systemverhaltens durchzuführen hat. Welche Tools man dazu einsetzt, kann im Vorstellungsgespräch ebenfalls erläutert werden, ohne gleich Betriebsgeheimnisse zu verraten.

Vorstellungsgespräch gut vorbereiten

Um das richtige Maß an Informationen zur aktuellen Berufsstation zu finden, sollte man sich vor dem Vorstellungsgespräch in Ruhe zuhause hinsetzen und auf zwei bis drei DIN A4 Seiten Fakten (Projekte, Aufgaben, eingesetzte Werkzeuge) zusammenfassen, die man im Vorstellungsgespräch nennen kann ohne gleich als Plaudertasche zu gelten.

Zudem gilt für fachlich anspruchsvolle Positionen eine weitere Regel: Der meist auf ingenieurspezifischen Gebieten wenig kompetente Personaler muss im Vorstellungsgespräch nicht alles verstehen, was der Ingenieur über seine Berufswelt erzählt. Versteht der Personaler alles, wird er den Ingenieur kaum als wirklichen Fachmann einstufen.

Die Ein-Drittel-Regel im Vorstellungsgespräch

Es gilt die Ein-Drittel-Regel. Diese besagt, es ist gut, wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch zwei Drittel der fachlichen Inhalte annähernd versteht und ein Drittel überhaupt nicht. Der Ingenieur kann den Personaler also fachlich gesehen ruhig einmal schwindelig reden. Das untermauert eher seinen Status als dass es ihm schadet.

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb