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Flexible Arbeitswelten für Ingenieure

Flexible Arbeitswelten für Ingenieure, das hört sich zuerst einmal gut an. Flexible Arbeitswelten bieten Personaldienstleister an, doch das Image der Zeitarbeit und das Ansehen bei Ingenieuren sind nach wie vor nicht zum Besten bestellt.

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Foto: panthermedia.net/maxkabakov

Wir sind diesem Thema zusammen mit HAYS auf den Grund gegangen, denn um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, setzen immer mehr Unternehmen auch auf externe Ingenieure.

Guten Tag Herr Schabel, um den angesprochenen Bedarf zu decken, setzen immer mehr Unternehmen auf Personal- und Ingenieurdienstleister. Waren es im Jahr 2010 noch knapp die Hälfte, so sind es aktuell 64 Prozent. Wie schwierig ist es, diesen Bedarf zu decken?

Frank Schnabel: Externe Dienstleister sind meist in der Lage, ihren Kunden die benötigten Ingenieure sehr schnell bereitzustellen. Wenn Unternehmen selbst suchen, dauert es in aller Regel wesentlich länger. Das erklärt, wieso die Zahl der Unternehmen gestiegen ist, die über diesen Weg gehen. Aber natürlich können wir als Partner nicht zaubern. Bei einigen Berufsfeldern ist es auch für uns nicht ganz so einfach, die passenden Ingenieure zu rekrutieren. Den Arbeitsmarkt und Bildungssektor können wir nicht verändern, er stellt den Rahmen für uns dar.

Warum ist das Ansehen von Ingenieurdienstleistern nach wie vor nicht zum Besten bestellt?

Ich denke, das liegt vor allem daran, dass Ingenieurdienstleister ihren Kunden auch in hohem Umfang Ingenieure überlassen. Zeitarbeit hat aber nach wie vor ein eher negatives Image, nicht nur bei Betriebsräten. Obwohl sie Unternehmen hilft, flexibler und schneller zu agieren. Es gibt also keinen Malus für Ingenieurdienstleister, sondern für einen ihrer Services, die Zeitarbeit.

Wie schwierig ist es, auf das gewünschte Anforderungsprofil die damit verbundenen qualifizierten Bewerber zu finden?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Da müssen wir genauer auf die jeweiligen Kompetenzfelder schauen. Durch die zunehmende Digitalisierung der Produktion entstehen immer schneller neue Berufsfelder, für die in der Anfangsphase noch die Experten fehlen. Da gibt es Engpässe. Bei klassischen Ingenieurberufen, wie z.B. Konstrukteuren, ist es wesentlich einfacher, den passenden Kandidaten zu finden. Da die Spezialisierung immer tiefer wird, – dies zeigen unsere empirischen Erhebungen der letzten Jahre durchgehend – wird es künftig schwieriger werden.

63 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, das Personaldienstleistung ein guter Weg ist, um spätere Mitarbeiter kennenzulernen. Das ist doch umgekehrt genauso für die Arbeitnehmer. Warum sehen viele Ingenieure nicht diesen Vorteil?

Das sehen sie selbst auch als Vorteil an. Für viele Ingenieure, die vorher arbeitslos waren oder sich arbeitslos gemeldet haben, ist die Arbeitnehmerüberlassung ein gutes Instrument, sich wieder auf dem Arbeitsmarkt zu verankern. Viele Ingenieure sehen es als Chance an, über diesen Weg wieder fest angestellt zu werden.

61 Prozent der befragten Unternehmen weisen darauf hin, dass die Einarbeitung zu lange dauert und sie deshalb gegen den Einsatz von externen Ingenieuren sind. Warum sehen diese Unternehmen nicht die Chance, langfristig Ingenieure zu rekrutieren und in Einarbeitung zu investieren?

Damit sind Ingenieure gemeint, die überlassen werden oder als Freiberufler in Projekten unterstützen. Bei Ingenieuren, die fest angestellt werden, sieht dies natürlich anders aus. Bei ersteren ist es so: Um ihre Expertise und ihre Erfahrung für anstehende Aufgaben zu nutzen, müssen Unternehmen am Anfang investieren, um einen reibungslosen Wissensfluss der Externen zu den internen Mitarbeitern zu ermöglichen. Das kostet Zeit und vielleicht ab und an auch Nerven. Aber es lohnt sich, weil dann ein hoher Mehrwert entsteht. Der fällt wesentlich geringer aus, wenn hier nicht investiert wird. Für viele Projekte fehlt im Übrigen das interne Wissen, hier sind Unternehmen auf externe Spezialisten angewiesen. Das wird zunehmen.

Ingenieure in Arbeitnehmerüberlassung äußern sich in der Tendenz deutlich positiver zur Zusammenarbeit in gemischten Teams als ihre fest angestellten Kollegen? Wie kommt das?

Ingenieure, die als Zeitarbeiter aktiv sind, leben davon, dass sie sich mit ihrem Know-how in das Unternehmen einbringen, um ihren Mehrwert tagtäglich zu dokumentieren. Und sicher hoffen auch einige, dass sie ihre Leihfirma fest anstellt. Dagegen empfinden Festangestellte die Zeitarbeit als Bedrohung und fürchten um ihre Jobs. Hier sind auch die Betriebsräte engagiert, die sich – aus ihrer Perspektive verständlich – gegen prekäre Arbeitsformen stemmen. Fakt ist aber: Zeitarbeiter ersetzen keine Festangestellten. Im Gegenteil sorgen sie durch ihre Flexibilität dafür, feste Arbeitsplätze zu stabilisieren.
Vielen Dank für das interessante Interview. Die komplette Studie von HAYS in Zusammenarbeit mit VDI nachrichten finden Sie hier: http://www.ingenieur.de/literatur

Frank Schabel ist Leiter Marketing/Corporate Communications der Hays AG.

 

Von Claudia Wiegner-Ruf

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