Online-Bewerbung 16.07.2002, 00:00 Uhr

Die Online-Bewerbung – Kurz und knackig kommt sie an!

„Schnell zur Sache kommen!“, lautet das oberste Prinzip für die Online-Bewerbung. 0815-Bewerbungen sind gerade online ohne Chance. Gleiches gilt für Initiativbewerbungen. 20 individuelle Anschreiben bewirken mehr als 100 schnell dahin gehustete identische Texte, die kein Mensch liest!

Online-Bewerbung, die neue Art sich zu bewerben. 

Online-Bewerbung, die neue Art sich zu bewerben. 

Foto: panthermedia.net/Rawpixel

„Schnell zur Sache kommen!“, lautet das oberste Prinzip für die Online-Bewerbung. Macht der Personalentscheider eine E-Mail auf, muss er statt Formalismen wie Adresse, Datum, Absender sofort Fakten lesen. Viel schneller als bei der klassischen Bewerbung landet sonst das Ganze im elektronischen Papierkorb. Verzichten Sie auf redundante Adress- und Absenderdaten. Diese stehen bereits im Adresskopf der E-Mail und brauchen nicht im Kopf des Anschreibens wiederholt werden. Die Absenderdaten können getrost in den Fuß verbannt werden. Die Anrede eröffnet also den eigentlichen Text der E-Mail!

Setzen Sie den Betreff am besten in das Feld „Betreff“ im Adresskopf der E-Mail. Doch Vorsicht bei Formulierungen, die nicht direkt auf eine Online-Bewerbung schließen lassen! Abstrakte Begriffe im Betreff der E-Mail schüren die Virenangst und die Mail wird erst gar nicht geöffnet. Am unverfänglichsten ist der klipp und klare Betreff „Bewerbung“! Um welche Stelle es sich bei der Bewerbung dreht, können Sie besser im Anschreiben erwähnen. Die Headline der Anzeige in den Betreff zu übernehmen gilt als second best. Sehr wahrscheinlich wird im Posteingang des Personalers nicht der gesamte Betreff angezeigt, was dann zu irreführenden Verstümmelungen und in die Ablage P führen kann.

Der Inhalt der Online-Bewerbung

Gehen Sie bei der Online-Bewerbung  auf eine Anzeige auf Anforderungen und Aufgaben genau ein? 0815-Bewerbungen sind ohne Chance! Gleiches gilt für Initiativbewerbungen. 20 individuelle Anschreiben bewirken mehr als 100 schnell dahin gehustete identische Texte, die kein Mensch liest! Weil bei der Online-Bewerbung der schmiegsame Hefter, das handschmeichelnde Papier, die bunten Kopien und das beeindruckende Foto fehlen, konzentriert sich der Leser ausschließlich auf den Text und der muss daher besser sitzen als bei der klassischen Bewerbung!

Ist der Text Ihres Anschreibens in der Online-Bewerbung gut lesbar? Wie lange der Personaler sich mit dem Anschreiben beschäftigt, hängt nicht nur vom Inhalt ab, sondern auch von der Lesbarkeit. Die plakative Darstellung ist gefragt. Gut lesbar zeigt sich der Telegrammstil. In einer Tabelle können Sie Ihre besten „Verkaufsargumente“ listen. Bei langen Aufzählungen empfiehlt sich der Einsatz von Zeileneinschüben und voraus gestellten Spiegelstrichen, Aufzählungspunkten oder -sternchen. Sie gestalten den Text lesefreundlicher. Das gesamte Anschreiben sollte in fünf bis sieben Absätze gegliedert werden, zwischen denen jeweils eine volle Leerzeile steht.

Reihenfolge der Absätze in der Online-Bewerbung

Stellen Sie die wichtigsten Fakten an den Anfang der Online-Bewerbung? Da das Anschreiben zur digitalen Bewerbung besonders schnell gelesen und noch schneller geschlossen wird, müssen die Absätze nach Wichtigkeit geordnet werden. Höflichkeitsfloskeln ohne Inhalt oder Absätze mit geringerer Bedeutung sollten sich in der unteren Hälfte des Cover Letters wiederfinden. Die vom Kandidaten verwendete Begründung für die Bewerbung ist sicherlich unbedeutender als hard facts, die den Bewerber auszeichnen. Highlights aus dem Werdegang und zur Stelle passende Qualifikationen und Erfahrungen erhalten am ehesten das Leseinteresse und sollten Schlag auf Schlag in der obersten Hälfte der E-Mail folgen.

Der Schreibstil Ihrer Online-Bewerbung beeinflusst gleichfalls in hohem Maße das Leserinteresse. Komplizierte Satzkonstrukte mit vielen Aussagen, die Verwendung von Hilfsverben und Konjunktiv, Passivformulierungen und Substantivierungen rauben Sätzen jegliche Dynamik und sollten daher weitestgehend eliminiert werden. Prüfen Sie die Satzlänge! Wesentlich mehr als 12 Worte erschweren die Lesbarkeit! Es empfiehlt sich daher auch, redundante Inhalte und Füllworte im Anschreiben zu streichen. Haben Sie alle Punkte berücksichtigt, werden die Sätze kurz, knackig und kommen an!

In der Online-Bewerbung auf die eigene Homepage verweisen

Besitzen Sie eine eigene Homepage? Sie können dann am elegantesten die Online-Bewerbung kurz, knapp und aussagekräftig halten. Der interessierte Personaler kann durch Klick auf den eingebauten Link weitere Informationen zum Kandidaten abrufen. Die Homepage des Bewerbers sollte natürlich entsprechend gut gestaltet sein und viele zielführende Informationen für den Personalentscheider enthalten. Arbeitsproben, Fotos usw. sind hier am besten aufgehoben. Es reicht natürlich nicht aus, nur den Link in einem Satz zu versenden. Die Informationen der Homepage sollen zur Vertiefung dienen und nicht die Bewerbung ersetzen!

Arbeiten Sie mit Ihren Attachments sparsam? Große Dateien in der Online-Bewerbung schrecken ab. Um sie zu lesen, muss viel Zeit mitgebracht werden – und wer hat die schon? Eingescannte Fotos, Zeugnisse, Arbeitsproben sollten nur punktuell verwendet werden. Gespräche mit Personalentscheidern fördern immer wieder zu Tage, dass allenfalls das letzte Arbeitszeugnis oder Hochschulzeugnis in der E-Bewerbung erwartet wird. Auf eingescannte Fotos kann ganz verzichtet werden. Was das Format angeht, sollten in erster Linie rtf oder pdf gewählt werden.

Fehler in der Online-Bewerbung

Prüfen Sie letztlich Ihre Online-Bewerbung auf Fehler. Rechtschreibfehler und Tippfehler gelten als sicherster Indikator für Kandidaten, die das Bewerbungsgeschäft als lästiges Übel einfach nur abwickeln. „Schön, dass es die elektronische Bewerbung gibt“, denken sich viele Kandidaten. „So kann ich den schnellen Hit mit meiner Bewerbung landen, unter Umgehung der sonst üblichen Sorgfaltspflicht!“ Weit gefehlt! Minimalisten sollten besser gleich auf die E-Bewerbung verzichten. Die sonst im Netz herrschende Oberflächlichkeit, gerade was Form und Schreibstil betrifft, disqualifiziert jeden Bewerber. In der Rezession gilt dies umso mehr!

Haben Sie Zweifel an der Wirksamkeit der Online-Bewerbung? Dann bewerben Sie sich traditionell schriftlich. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie ein hohes Interesse an der Stelle haben. Nötigt Sie das Unternehmen, sich zunächst in eine Bewerberdatenbank einzutragen, wägen Sie den Aufwand genau ab. Bewerber, die über erklärungsbedürftige, nicht stromlinienförmige Lebensläufe verfügen, fallen hier ohnehin schnell durch das Raster. Schade um die vertane Zeit.

 

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