Tipp für die Bewerbung 27.06.2003, 00:00 Uhr

Bewerbungsschreiben: Der Inhalt zählt

Bewerber orientieren sich oft an Ratgebern. Deren Aussage, dass Optik vor Inhalt geht, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Im Bewerbungsschreiben sollten Ingenieure auf optisches Understatement setzen und stattdessen gezielt die Inhalte auf die ausgeschriebene Stelle ausrichten.

Der Inhalt des Anschreibens zählt. 

Der Inhalt des Anschreibens zählt. 

Foto: panthermedia.net/fotoreflex

Viele Ratgeber predigen es und die Kandidaten setzen es in ihren Bewerbungsschreiben um, das Prinzip: Optik, Optik über alles! Das fängt bei der schriftlichen Bewerbung an. Die Präsentationsmappe für 5 Euro zeigt nach dem Öffnen ein Porträtfoto eines Starfotografen, danach folgt der Lebenslauf auf hochwertigem Papier und die farbkopierten Unterlagen. Auch in den Vorstellungsgesprächen gilt das Prinzip: Je gestylter, desto besser! Die 300 Euro teuren Lederschuhe, das 125 Euro-Hemd und die Armani-Krawatte geben sich bei Vorstellungsgesprächen die Klinke in die Hand. Schließlich möchte der Kandidat „Format“ beweisen.

Ganz so schlimm mag es in der Realität nicht sein. Dennoch konzentrieren sich heute die Bewerber zu stark auf die Äußerlichkeiten im Bewerbungsschreiben. Show und Leistungsvermögen liegen allerdings oft weit voneinander entfernt. Das bewiesen die letzten Monate, in denen nicht jeder fotogene Erfolgsmanager der Hochkonjunktur fachliches und führerisches Format bewies. Gerade in schwierigen Zeiten wird wieder verstärkt auf Inhalte und weniger auf Kosmetik geschaut – auch und gerade bei der Besetzung von hoch dotierten Fach- und Führungspositionen. Die Schönen, die Windmacher und Schaumschläger werden nicht mehr bedingungslos mit den Stichworten „Erfolg“ und „Leistung“ in Verbindung gebracht. Sie werden viel kritischer gesehen, ja, teilweise rufen sie sogar Aversionen hervor.

Understatement im Bewerbungsschreiben

„Innere Werte“ der Kandidaten kamen wohl in der Vergangenheit etwas kurz, was wohl auch mit der Knappheit der Ingenieure am Arbeitsmarkt zu tun hatte. Über die eine oder andere fachliche Schwäche oder Macke in der Persönlichkeit konnte großzügig hinweggesehen werden. Der heutige Wandel ist leicht erklärbar. Die Angst vor teuren Personalfehlentscheidungen wächst und könnte bei einem Fehlgriff die Entscheider selbst Kopf und Kragen kosten. Das neue Erfolgsprinzip lautet daher: Inhalte müssen rein! – ins Bewerbungsschreiben und ins Vorstellungsgespräch.

Sie können durch ansprechende und eher zurückhaltende Optik verstärkt werden. So stellt sich der Bewerber dar, der ein gewisses zeitgemäßes Understatement vorträgt. Die Menge der Inhalte machen aber alleine nicht den erstklassigen Kandidaten aus. Die Bewerbungsinhalte müssen gezielt ausgewählt werden. Es muss einen roten Faden geben, der sich durch das Bewerbungsschreiben, über die persönliche Vorstellung des Kandidaten bis hin zur offenen Stelle schlängelt. Die Inhalte müssen sehr gut zur offenen Stelle passen, um die sich der Kandidat bewirbt. Das ist nicht einfach, denkt man etwa an das Thema Initiativbewerbung. Vielfach wird die Meinung vertreten, dass es sich bei einer Bewerbung lediglich um eine lückenlose historische Darstellung mit dem Charakter eines totalen Offenbarungseids handelt. Dem ist aber nicht so.

Im Bewerbungsschreiben mit Zusatzwissen punkten

Die Inhalte im Bewerbungsschreiben sollten sich in erster Linie an dem orientieren, was Personalentscheider hier und heute interessiert. Dargestellt werden sollten die passenden Aufgaben und Projekte, das gefragte Zusatzwissen, die vorausgesetzte Dauer und Art der Berufserfahrung, die geforderten EDV- und Sprachkenntnisse, die vermeintlich wichtigen Persönlichkeitsmerkmale.

Das setzt natürlich jede Menge Recherchearbeit seitens des Bewerbers voraus. Er muss wissen, was in der Branche, den Funktionsbereichen usw. los ist. Zudem wird er um größer angelegte Stellenrecherchen in den Print- und Onlinearbeitsmärkten nicht herumkommen. Nur wer auf diese Weise optimal präpariert in den Bewerbungsprozess einsteigt, hat heute überdurchschnittliche Chancen, den Zuschlag im Ausleseprozess zu bekommen.

 

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