Unternehmen 09.03.2007, 01:00 Uhr

Bewerbungsprozess schneller denn je

Noch vor einiger Zeit galt für den Bewerbungsprozess: Personalmühlen mahlen langsam! Von der Anzeigenschaltung bis zur ersten Reaktion der Unternehmen konnte viel Zeit vergehen. Bewerber warteten manchmal wochenlang, bevor sie ein Bestätigungsschreiben über den Bewerbungseingang, eine Absage oder gar eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekamen.

Bei schnellen Zusagen, einen kühlen Kopf bewahren.

Bei schnellen Zusagen, einen kühlen Kopf bewahren.

Foto: panthermedia.net/pressmaster

Heute sehen immer mehr Unternehmen im schnell verlaufenden Bewerbungsprozess einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um die auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragten Ingenieure.

Schwache Konjunktur – langatmiger Bewerbungsprozess

In den vergangenen, konjunkturell schwierigen Zeiten gab es viele Ursachen für den teilweise sehr langatmigen Bewerbungsprozess, und häufig vergaßen die Kandidaten, dass sich die Welt nicht nur allein um ihre Bewerbung dreht. So mussten die Personalabteilungen mit hohen Bewerbungseingängen kämpfen.

Möglicherweise änderten sich im Bewerbungsprozess die Anforderungen an die Stelle, man überlegte in anbetracht aktueller Umsatz- und Ertragszahlen, die Stellenbesetzung zu verschieben oder der Betriebsrat schaltete sich mit Vehemenz zum Schutze der eigenen Belegschaft ein, um die externe Besetzung der Stelle abzuwenden. Es gab viele Faktoren, welche die Personalentscheider selbst nicht beeinflussen konnten. Bei den Bewerbern war Geduld unumgänglich.

Heute kann es vielen Unternehmen nicht schnell genug gehen. Ist erst einmal der richtige Kandidat geortet, überschlagen sie sich in ihren Aktionen. Denn immer häufiger bestimmt das Tempo beim Bewerbungsprozess, welches Unternehmen von dem Ingenieur den Zuschlag erhält.

Schneller Bewerbungsprozess gleich schnelle Entscheidung

Doch manchem gefragten Ingenieur kommt die Erhöhung der Schlagzahl gar nicht so gelegen. Jetzt wird gleichfalls von dem Ingenieur erwartet, dass er sich viel schneller für oder gegen einen Arbeitgeber entscheiden muss. Aus zwei Vorstellungsgesprächen wird nur noch eines, der Kandidat bekommt am Ende des Gespräches einen bereits von der Unternehmensseite unterschriebenen Vertragsentwurf mit auf den Heimweg oder wird im Extremfall noch vor Ort um seine Vertragsunterschrift gebeten, um den Bewerbungsprozess zu beschleunigen.

Für die Ingenieure wird es jetzt immer wichtiger, über die Reihenfolge der Bewerbungen nachzudenken. Es ist ja nur allzu dumm, wenn bei einem Arbeitgeber, den der Kandidat in seiner Prioritätenliste nicht auf den vorderen Plätzen führt, ein Vertrag unterschreiben wird und sich einige Tage später das Lieblingsunternehmen meldet und grünes Licht für eine Einstellung mitteilt. Nur wenige Bewerber sind hier kaltschnäuzig genug, sich an einen unterschriebenen Arbeitsvertrag nicht gebunden zu fühlen und den Bewerbungsprozess wieder von vorne aufzurollen.

Viele Kandidaten treten das Arbeitsverhältnis zweiter Wahl an, was moralisch selbstverständlich einwandfrei ist. Die Chance beim priorisierten Unternehmen zu arbeiten ist allerdings vergeben. Kandidaten haben durchaus begrenzte Möglichkeiten, den Bewerbungsprozess zu verzögen. So kann das zweite und dritte Gespräch gefordert werden, um Unklarheiten zum Unternehmen, der Stelle oder dem Arbeitsvertrag zu beseitigen. Einen Vertrag ohne 10- bis 14-tägige Bedenkzeit zu unterschreiben verbietet sich ohnehin von allein. Es dürfte zwar kaum gelingen, durch Verzögerungstaktiken mehr als vier Wochen zu gewinnen – aber immerhin.

Immer kühlen Kopf im Bewerbungsprozess wahren

Fazit: Gefragte Bewerber tun gut daran, in einem schnellen Bewerbungsprozess den Kopf zu bewahren und auf die Bremse zu drücken. Wenn Arbeitgeber sich schnell entscheiden, heißt das noch lange nicht, dass sich auch Bewerber schnell entscheiden müssen. Die Gefahr, das Risiko und die Konsequenzen eines Fehltritts sind für Kandidaten immer gravierender als für Unternehmen. Zu schnelle Einstellungsprozesse machen Arbeitgeber auch verdächtig. Warum wird hier plötzlich so stark Gas gegeben?

Andererseits sollten Bewerber die neue Schnelligkeit beim Bewerbungsprozess nicht falsch interpretieren und ihrerseits noch eine Schippe oben drauf legen, Tempo machen und schnelle Verfügbarkeit signalisieren. Das wirkt auf Arbeitgeber immer verdächtig und gilt als Signal für Hochdruck, unter dem hier eine Stelle gesucht wird. Das macht den Bewerber nicht unbedingt attraktiver.

 

Von Bernd Andersch – Karrierecoach Düsseldorf

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