Erfolg bei der Jobsuche

Bewerbungsprozess: Geduld ist gefragt!

Personalmühlen mahlen bekanntlich langsam. Entsprechend lange dauert der Bewerbungsprozess mitunter. Teilweise warten Bewerber monatelang, bis sie überhaupt eine Reaktion von den Unternehmen erhalten. Viel Zeit kann aber auch zwischen den Jobinterviews bis zur letztlichen Einigung von Unternehmen und Kandidaten ins Land ziehen.

Bewerbungsprozess: Die Mühlen mahlen langsam.

Bewerbungsprozess: Die Mühlen mahlen langsam.

Foto: panthermedia.net/dima_sidelnikov

Und auch nach dem Bewerbungsprozess verstreicht im Regelfall viel Zeit bis zum ersten Arbeitstag im neuen Unternehmen. In diesem langen Zeitraum kann sich viel ereignen – sowohl bei den Kandidaten als auch in den Unternehmen. Möglicherweise sind dann Stellenausschreibung oder Lebenslauf nicht mehr ganz aktuell. Unternehmen und Bewerbern stellt sich die gleiche Frage: Wann muss die Gegenseite über Neuigkeiten informiert werden?

Unüblich ist es im Bewerbungsprozess, vor dem Vorstellungsgespräch, etwa in einem Update zur Stellenanzeige oder zur eingereichten Bewerbung, die Gegenseite zu informieren. Wenn, dann kommen die neuen Fakten im Vorstellungsgespräch auf den Tisch – oder auch nicht. Die Überraschung kommt für den Kandidaten, wenn er sich am ersten Arbeitstag plötzlich ganz anderen oder teilweise anderen Aufgaben gegenübersieht.

Betriebliche Organisation verändert sich im Bewerbungsprozess

Oder es hat sich in der Zwischenzeit die betriebliche Organisation verändert. Plötzlich wird der Stab Technisches Projektmanagement nicht mehr (wie noch in den Vorstellungsgesprächen besprochen) bei der Geschäftsführung aufgehängt, sondern eine Etage darunter. Das hat Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess.

Natürlich sollte das Unternehmen die Kandidaten über geänderte Unternehmensverhältnisse mit Auswirkung auf die ausgeschrieben Stelle informieren und nicht erst abwarten, bis der Kandidat tatsächlich im Unternehmen gestartet ist. Das wäre zumindest eine faire Sache, es wird allerdings längst nicht überall so gehandhabt, beispielsweise wenn man froh ist, überhaupt einen fähigen Ingenieur für das Unternehmen gewonnen zu haben. Wie es dann im Bewerbungsprozess weitergeht, dazu machen sich die Verantwortlichen in den Firmen oftmals keine Gedanken. Den Kandidaten bleibt im Regelfall nichts übrig, als die bittere Pille zu schlucken, da sie sich ihrer schwachen Position in der Probezeit klar sind.

Bewerbungsprozess: Was tun, wenn sich die Voraussetzungen beim Bewerber ändern?

Und wie sieht es mit der anderen Seite aus? Ein Ingenieur bewarb sich vor einigen Monaten aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis, hat aber mittlerweile einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Ein kurz vor dem Abschluss stehender Hochschulabsolvent behauptete im laufenden Bewerbungsprozess in seinem Anschreiben zur Bewerbung, dass er ein Hochschuldiplom mit der Note „gut“ erwartet. Die Ergebnisse der Abschlussprüfungen fielen aber doch schlechter aus. Bei einem anderen Bewerber änderte sich zwischenzeitlich der Familienstand von verheiratet in geschieden.

Ein weiterer Ingenieur erlebte soeben eine Gehaltserhöhung, die bei der Gehaltsangabe in seinem Anschreiben noch nicht eingearbeitet war. Was soll der Ingenieur mit dem Aufhebungsvertrag tun? Soll er den Bewerbungsprozess stören, in dem er in das Vorstellungsgespräch mit der neuen Nachricht hineinplatzt, dass er nicht mehr ungekündigt ist, und sich somit um seine Einstellungschancen bringt? Sicherlich wäre das etwas viel verlangt. Wird er allerdings im Vorstellungsgespräch ausdrücklich gefragt, ob er ungekündigt ist, ist es letztlich eine Frage des eigenen Moralanspruchs, wie die Antwort jetzt ausfällt.

Lügen sind im Bewerbungsprozess nicht ratsam

Zur Lüge kann im Bewerbungsprozess allerdings niemandem geraten werden. Dies gilt auch für die anderen Fälle. Welche Informationen fließen und was auf Fragen geantwortet wird, hängt in erster Linie von den eigenen Moralvorstellungen ab. Auch der Ingenieur mit der Gehaltserhöhung muss sich fragen, was der Hinweis auf das höhere Gehalt bringt.

Die Gegenseite dürfte jetzt auch eine höhere Gehaltsvorstellung vermuten, möglicherweise steigt das Unternehmen deshalb an dieser Stelle aus dem Bewerbungsprozess aus. Je nach Einschätzung der Situation kann es allerdings auch sein, dass der Ingenieur das neue Gehalt benutzt, um sein Zielgehalt in die Höhe zu treiben. Er geht eben davon aus, dass das Unternehmen trotzdem nicht abspringt.

 

Von Bernd Andersch, Karrierecoach Düsseldorf

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