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Alarmmeldung „Schwächelnder Arbeitsmarkt für Ingenieure“ – was ist jetzt zu beachten?

Die Zahl der Stellenangebote für Ingenieure ist weiter im Sinkflug. Dieses Ergebnis offenbart der Hays-Index im Januar 2020. Wie Ingenieure mit einem schwächelnden Arbeitsmarkt umgehen können.

Frau vor Board mit Job Search

Die Jobrecherche gehört zur erfolgreichen Bewerbung.

Foto: panthermedia.net/denisismagilov

Im letzten Quartal 2019 reduzierte sich die Zahl der Stellenangebote um etwa 10 %, im Gesamtjahr 2019 um fast 40 %. Und dies zieht sich durch fast alle technischen Branchen, insbesondere sind die Automobilbranche, der Maschinenbau und die Elektrotechnik betroffen. Lediglich die Baubranche verzeichnete bisher keinen Rückgang.

Die Gründe wollen wir hier nicht weiter betrachten. Relevant und bedeutend ist an dieser Stelle die Fragestellung für potentielle Bewerber: Wie sollten Sie zum Berufseinstieg oder -umstieg agieren? Wie können Sie sich bei einer weiter hohen Anzahl an Bewerbern durchsetzen, und eine passende Stelle nach dem Studium oder zum Berufswechsel bekommen?

Stellensuche: Wie Sie es nicht machen dürfen

Fakt ist und bleibt: Wer sich im Bewerbungsprozess nicht ausreichend informiert und sich keine Mühe beim Bewerben gibt, wird es noch schwerer haben und weniger erfolgreich sein. Es ist und bleibt wie beim 100 Meter Sprint: Nur der Erste, und wenn ihn nur Bruchteile von Millisekunden von seinen Verfolgern trennen, gewinnt. Also, geben Sie sich Mühe, informieren Sie sich, seien Sie kreativ und überzeugend im Formulieren, lassen Sie sich beraten und Ihre Unterlagen prüfen. Berater optimieren Lebenslauf und Anschreiben und raten Ihnen auch mal unterschiedliche Versionen zu versenden, um zu sehen, was besser ankommt.

Meine Erfahrungen als Bewerbungsempfänger wie auch Bewerbungsberater zeigen: Die meisten Bewerber sind einfallslos, emotionslos, unerfahren, unvorbereitet, und versenden schlechte Bewerbungsunterlagen hundertfach an die verschiedensten Unternehmen. Frei nach dem Motto: Je mehr ich versende, umso höher sind meine Chancen und umso eher bekomme ich irgendwo irgendeine Stelle. Das sollte nicht Ihr Anspruch sein!

Diese Faktoren sollten Sie im Bewerbungsprozess berücksichtigen

Vor allem Studenten sollten die folgenden Punkte schon frühzeitig vor dem Einstieg ins Berufsleben beachten. Doch auch die Berufserfahrenen können die Punkte im Bewerbungsprozess gut berücksichtigen:

  • Machen Sie sich schon frühzeitig Gedanken, was Sie nach dem Studium machen wollen. Ein Großteil der Absolventen wird mit dem Studium fertig und hat keine Vorstellung, in welche Richtung sie gehen wollen: Entwicklung, Projektmanagement, Vertrieb, Qualitätsmanagement, usw. Sie schauen dann einfach, was alles ausgeschrieben ist, und bewerben sich auf alles. Damit überzeugen Sie nicht, dass Sie für die ausgeschriebene Stelle hochmotiviert und gut vorbereitet sind.
  • Im Studium lernen Sie nicht alles, was Sie im Berufsleben benötigen. Machen Sie daher frühzeitig eine Stellenmarktanalyse, schauen Sie auf dem Arbeitsmarkt, was man für Ihre angestrebte Stelle alles können oder ausüben soll. Klären Sie, welche Kompetenzen Ihnen fehlen, und eignen Sie sich diese bei einem entsprechenden Anbieter an. So muss man im Vertrieb Marktanalysen durchführen. Diese lernt man selten im Studium. Also schauen Sie, wo Sie das Wissen herbekommen, z.B. bei der IHK.
  • Lernen Sie sich zu bewerben, sich zu verkaufen. Haben Sie Zweifel an Ihrer Eignung, Ihrer Kompetenz? Wenn Sie schon nicht von sich überzeugt sind, wie wollen Sie andere von sich überzeugen. Ihre Unsicherheit „schwingt“ in Ihren Formulierungen, Ihrer Ausdrucksweise in den Bewerbungsdokumenten mit. Machen Sie sich daher Ihrer Stärken, Ihrer Begabungen und Fähigkeiten bewusst. Bereiten Sie sich vor, üben Sie, optimieren Sie. Damit Sie am Ende mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in den Bewerbungsprozess einsteigen. Sie dürfen gerne eine Portion Emotionen mit in den Bewerbungsprozess einfließen lassen: Machen Sie Ihre Begeisterung, Ihre Motivation, Ihr Engagement für die Aufgaben und das Unternehmen deutlich. Zeigen Sie, dass Sie die Stelle unbedingt haben wollen.
  • Bauen Sie sich frühzeitig ein (berufliches) Netzwerk auf, und nutzen Sie dieses dann auch. 30 % der offenen Stellen werden durch persönliche Kontakte besetzt. Sie fragen sich, wie Sie dies im Studium bewerkstelligen können? Nutzen Sie Berufsverbände (z.B. den VDI mit seinen Fachgruppen und Arbeitskreisen), Firmenkontaktmessen und Industriemessen, Praktika und Werkstudententätigkeiten, Netzwerktreffen und Veranstaltungen (z.B. Vorträge; tauschen Sie sich dort mit anderen Teilnehmern aus; seien Sie offen und interessiert). Bringen Sie sich dann zum Berufsein- oder -umstieg in Ihrem Netzwerk ins Gespräch, erkunden Sie sich nach Einstiegsmöglichkeiten.
  • Bereiten Sie die jeweiligen Bewerbungsschritte gut vor. Informieren Sie sich über die Stelle, das Unternehmen, die Produkte, Dienstleistungen, das Arbeitsumfeld vor. Bereiten Sie Ihre Unterlagen und auch das Gespräch gründlich vor. Wie präsentieren Sie sich, wie stellen Sie sich vor, welche Fragen haben Sie, was wollen Sie wissen, damit auch Sie die richtige Entscheidung für oder gegen das Unternehmen, den Arbeitsplatz gut treffen können. Denn der Bewerbungsprozess ist ein beidseitiger Entscheidungsprozess.

Unternehmen erwarten, dass Sie sich diese Mühe machen, wenn Sie unbedingt die ausgeschriebene Stelle, auf die Sie sich bewerben, zugesagt bekommen möchten. Es ist Ihre Arbeitsprobe: Eine Bestätigung für Ihre Sorgfalt, Gründlichkeit, Genauigkeit, Disziplin und Leistungsbereitschaft. Zeigen Sie schon im Bewerbungsprozess, dass Sie für diese Stelle, für den Arbeitsvertrag, alles geben. Und wenn Sie dann die Stelle bekommen, geben Sie alles, um darin erfolgreich zu werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Bewerbungsprozess!

Bodo Ikinger, Business & Personality Coach, www.bodo-ikinger.com

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