Recruiting Tag Blog

10 Fettnäpfchen im Büro

Wenn Sie mal bedenken, wie viel Zeit Sie insgesamt im Büro verbringen, dann besteht die Gefahr, dass Sie früher oder später doch mal eines der vielen möglichen Fettnäpfchen treffen, die hier und da bereitstehen – oder?

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Foto: panthermedia.net/maxkabakov

Als wir Christoph Burger für diesen Blogbeitrag gewinnen konnten, ist uns zu diesem Thema Stromberg mit seinen Büroweisheiten eingefallen. Hier gibt es ein Fettnäpfen nach dem anderen: “Firmenfeiern sind wie das letzte Abendmahl: Immer zu wenig Weiber, das Essen ist schlecht und am Ende gibt’s Ärger“ oder “Der Angestellte an sich ist wie ein Fluchttier: Wenn’s Probleme gibt, rennt er weg und macht große Augen.“ Ja, Stromberg ist nun bei Fettnäpfen gar nicht zu stoppen. Was ist zu beachten, damit die Karriere kein Reinfall wird? 10 Punkte dazu von Christoph Burger.

Geruch

„Den kann ich nicht riechen“, sagt man. Und meint: Den würde ich nicht heiraten, nicht befördern, nicht einstellen. Geruchseindrücke gelangen – als einzige Sinneseindrücke – direkt und ungefiltert ins Unbewusste. Dort angekommen entscheiden Gerüche Karrieren. Also: Duschen Sie täglich, tragen Sie frisch gewaschene Kleidung, verzichten Sie auf jede Überdosis billigen Parfüms und Rasierwassers, essen Sie Knoblauch begrenzt und frischen Sie Ihren Atem nach Rauch- und Kaffeegenuss mit einem Kaugummi auf. Dann steht Ihrem weiteren Fortkommen geruchstechnisch nichts im Wege.

Duell

„Außer dem Sturm, der um die Häuser pfiff und Wüstenstaub aufwirbelte, war nichts zu hören. Die Einwohner des Städtchens hatten sich ängstlich hinter Fensterläden und Türen verschanzt, nur mitten auf der Straße standen breitbeinig zwei Männer mit ihren Colts, die sich gegenseitig belauerten.“ Die Szene kommt in jedem guten Western vor und wie man weiß, ist am Ende einer der Duellanten tot. Dem Überlebenden winkt das Happy End. Ganz im Gegenteil zu beruflichen Duellen in der heutigen Zeit, denn hier kann keiner gewinnen. Dem scheinbaren Sieger ist die Rache des Unterlegenen gewiss und sie wird ihn früher oder später ereilen. Insbesondere Chefs kennen kein Erbarmen mit dem, der ihnen vor versammelter Mannschaft einen Gesichtsverlust beibrachte. Vermeiden Sie deshalb jede Form offenen Streits. Tauschen Sie Meinungsverschiedenheiten vorzugsweise unter vier Augen aus und kündigen Sie eine abweichende Position an, statt erst im Meeting damit heraus zu platzen.

Hüh und Hott

Sind Sie unzufrieden in Ihrem Job? Dann sollten Sie nicht vorschnell kündigen, sondern zunächst Ihre Wünsche an alter Stätte deutlich machen. Denn vielleicht kommt man Ihnen beim jetzigen Arbeitgeber durchaus entgegen, wenn man Ihre – konstruktiv formulierten – Vorstellungen erst genauer kennt und weiß, wie wichtig es Ihnen damit ist. Wenn Sie aber kündigen, bleiben Sie dabei. Auch ein attraktives Gegenangebot sollte Sie nicht mehr rühren und Ihren Entschluss beeinflussen. Denn durch eine Kündigung haftet Ihnen Illoyalität beim alten Arbeitgeber an – selbst wenn dieser Ihnen spontan mit verbesserten Konditionen schmeichelt.

Trägheit

„Ach wie ists vordem, in meinem Job ach so bequem“ – könnte man in Wilhelm-Busch-Manier dichten und träfe damit viele Arbeitnehmer, die es sich ruhig und komfortabel an ihrer Arbeitsstelle eingerichtet haben. Kommt ihr Chef mit einem Angebot ins Büro, fürchten sie zusätzliche Arbeit und lehnen ab. Bietet die Personalabteilung eine Weiterbildung an, verzichten sie. Werden Mitarbeiter für ein Projekt gesucht, ziehen sie sich mit einem Vorwand aus der Affäre. Sie bleiben stehen oder besser sitzen, wo sie sind. Und beim nächsten Stellenabbau, der ganz sicher irgendwann kommt, werden sie samt Kuscheldecke vor die Tür gesetzt – und ihre Argumente für einen neuen Job sind schwach. Damit Sie nicht in diese Situation geraten: Treten Sie immer mal bewusst aus der Komfortzone. Denn heute sollten Sie jederzeit gewappnet sein für berufliche Umbrüche. Sorgen Sie alle fünf Jahre selbst für einen deutlichen beruflichen Wechsel, sei es eine neue Branche, Abteilung, Führungsebene oder ein größeres Projekt mit einem aktuellen Thema. Dann bleiben Sie jederzeit anschlussfähig, was auch kommen mag.

Dabeisein

„Einen Headhunter ansprechen? Das würde ich mich nicht getrauen!“. Ausgesprochen werden solche Sätze von Menschen, die es gerade so und nur mit viel Mut aus ihrem Schneckenhaus heraus und zu mir in die Karriereberatung geschafft haben. Sicher, das ist extrem – und extrem karriereschädlich! Wer sich gänzlich von Kontakten zu anderen zurückgezogen hat, bekommt die Auflösung der eigenen Abteilung erst mit, wenn sie offiziell verkündet wird und sich alle anderen schon einen neuen Job besorgt haben. Er erfährt nichts davon, dass ein Unternehmen in der direkten Nachbarschaft genau seine Qualifikation sucht. Und Vorstellungsgespräche sind für ihn der blanke Horror, nur mit Schweißperlen auf der Stirn  zu bewältigen. Wir Menschen sind unterschiedlich und nicht jede und jeder mag ständigen, intensiven Kontakt zu anderen. Und das ist völlig in Ordnung. Ein gewisses Quantum an Gemeinsamkeit mit anderen ist aber erforderlich, um sich beruflich entwickeln zu können. Auch wenn Sie es nicht mögen: Überwinden Sie sich ab und zu: Ihre Präsenz beim Umtrunk anlässlich eines Geburtstags sollte Ehrensache sein. Besuchen Sie Weihnachtsfeiern wie Betriebsfeste und schauen Sie ab und zu beim „Flurfunk“ in der Küche vorbei.

Plapper-Unfälle

„Ach,- das hätte ich besser nicht gesagt!“ Plaudertaschen haben den Vorteil, bestens vernetzt zu sein. Nachteilig wirkt sich ihre Offenheit da aus, wo sie sich zu Worten verlocken lassen, die sie hinterher bereuen. Die Liste der möglichen Fauxpas ist lang. Weniger gesellige Kollegen fühlen sich unter Umständen schon böse angegangen, wenn man sie ohne weiteren Vorlauf anspricht und eine eigentlich harmlose, persönliche Frage stellt. Das gilt selbstverständlich auch für eher zurückgezogen arbeitende Chefs. Der unbedachte Verrat von Geheimnissen ist ein anderes Feld: „Oh jeh, das hätte ich dir gar nicht sagen dürfen!“ – diese Erkenntnis kommt dann leider zu spät, wenn die heimliche Schwangerschaft oder der im Vertrauen mitgeteilte Ärger mit den Steuerbehörden schon ausgeplaudert wurde. Wenn Sie zur Redeflut neigen, erlegen Sie sich den Zwang auf, dies insbesondere im beruflichen Kontext zu ändern. Das mag am Anfang hart sein, aber der Lohn ist nah. Nach kurzer Zeit schon wird Ihnen die Zurückhaltung zur Gewohnheit und kostet Sie keinerlei Anstrengung mehr.

Pfui

„Erst putzte er sich ausführlich die Nase, dann befeuchtete er die Finger vor jedem Umblättern einer Seite.“ Und hinterher will er sich womöglich mit Handschlag verabschieden – dieser Kollege hat nachvollziehbaren Ekel ausgelöst. Er wird wohl keine Karriere mehr machen. Nicht umsonst gibt es einige Knigge-Regeln, die auch das Gesundheitsamt aufgestellt haben könnte. Ekel ist ein starkes Gefühl und löst den dringenden Wunsch aus, sich vom Verursacher zu distanzieren. Im eigenen Führungszirkel wird er nicht willkommen sein. Und wenn der Chef aufsteigt, wird er den Mitarbeiter mit dem furchterregenden Hygiene-Defizit garantiert nicht als Nachfolger vorschlagen, geschweige denn in die neue Abteilung mitnehmen. Beachten Sie also Hygiene wie Knigge und sie bleiben auf der Sonnenseite der Berufsentwicklung.

Falsche Worte

„Geil!“, „cool“, „chillig“ – ich könnte die Liste beliebig fortsetzen, umgangssprachliche Wörter und Ausdrücke, die in der Jugendsprache zu Hause sind und dort auch bleiben sollten. Wie der Elite-Forscher Prof. Michael Hartmann nachgewiesen hat, kommt dem feinen Ausdruck eine erhebliche Bedeutung bei der Auswahl von Kandidaten für Jobs und Führungsjobs zu. Wortwahl und Grammatik sind entscheidend dafür, ob ein Ingenieur es weit bringt. Oder ob er bis zur Rente unter immer jüngeren Chefs Versuchsreihen auswertet. Je höher die Hierarchieebene, desto gewählter wird der Ausdruck und desto dezenter formuliert man. Die Andeutung „ich möchte mich mehr fürs Unternehmen engagieren“ ist besser als „ich halte meinen öden Job nicht mehr aus“. Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht, je höher Ihr Ansprechpartner in der Hierarchie steht. Und streichen Sie Jugend- und Umgangssprache gänzlich aus Ihrem Business-Vokabular.

Loyalität

Dieser Apfel duftete so paradiesisch – da biss Eva hinein. Die Folgen ihrer menschlichen Schwäche hat uns alle in unsere Jobs gebracht – so erzählt es die Bibel. Eine der zahlreichen Versuchungen im Berufsalltag ist das vertrauliche Angebot ihres Chef-Chefs, sich mal offen und ehrlich über ihren Chef zu äußern. Und nehmen wir einmal an, Sie hätten allen Grund, diese Gelegenheit mit großem Eifer zu ergreifen und ein Füllhorn an Beschwerden und Wünschen auszuleeren. Was sollten Sie tun? Das Füllhorn voll lassen! Denken Sie an Eva, die uns allen, so will es die Geschichte, nichts Gutes beschert hat mit ihrem Aussetzer. Solange ihr Chef seinen Posten bekleidet, solange hat er das Vertrauen der Geschäftsleitung. Außerdem: Was würden Sie selbst von einem Mitarbeiter halten, der sein Herz bei Ihnen erleichtert und dabei die gebotene Loyalität gegenüber einem Dritten vermissen lässt? Vermutlich nichts, selbst wenn er Ihrer Einschätzung nach Recht hätte!

Ja-Sager

„Wie bitte, der Kollege arbeitet im neuen Projekt mit? Aber diese Technik ist doch völlig veraltet!“ „Ja, er macht wirklich alles, um zu gefallen!“ Hat da einer einmal zu viel „Ja“ gesagt? Auch wenn Willfährigkeit kurzfristig weiter bringen mag: Auf mittlere Sicht führt sie in die Sackgasse. Früher oder später setzt sich die bessere Lösung durch und dann wird Kompetenz gefragt sein. Die Schmeichelei der Mitarbeiter bleibt angenehm für Chefs, sicherlich, aber weiter bringt sie letztlich nicht. Deswegen ist Rückgratlosigkeit kein Erfolgsrezept. Widerstehen Sie der Selbstverleugnung um der Harmonie willen – und sollte Ihr Chef noch so sehr um Ihre bedingungslose Gefolgschaft buhlen. Es gibt genügend Menschen mit Verstand, die Ihren Wankelmut bemerken. Vermeiden Sie Querulantentum, aber treten Sie professionell auf, bleiben Sie aufrecht und kommunizieren Sie Ihre Meinungen und Anliegen geschickt, dann wartet das Jobglück auf Sie.

Vielen Dank Herr Burger für den interessanten Blogbeitrag. Wir freuen uns schon auf Ihre Vorträge im nächsten Jahr.

 

Von Claudia Wiegner-Ruf

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