Arbeitsrecht

„Wir brauchen bessere gesetzliche Vorgaben“  

VDI nachrichten, Wiesbaden, 5. 4. 07, Fr – Die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Firmen kommen der Verpflichtung zum individuellen Ausweis der Vorstandsvergütung nach. Das fordert das neue Vorstandsoffenlegungs-Gesetz (VorstOG). Allerdings lassen sich die Jahresabschlüsse noch immer nicht miteinander vergleichen.

Die Vergleichbarkeit der Chefgehälter ist immer noch nicht möglich, weil die Offenlegung von Pensionszuwendungen und Langzeitvergütungen (Long Term Incentives) im Gesetz ungenau geregelt ist. Zu diesem Schluss kommt die Frankfurter Managementberatung Towers Perrin aufgrund einer Analyse der Geschäftsberichte aus dem Jahr 2006.

„Unsere Studie belegt“, erklärt Michael H. Kramarsch, Managing Director von Towers Perrin HR Services Deutschland, „dass die Unternehmen bereit sind, ihren Beitrag zu einer höheren Transparenz in der Vorstandsvergütung zu leisten. Allein das neue gesetzliche Regelwerk weist noch zu viele handwerkliche Fehler auf. Die vom Gesetzgeber mit dem VorstOG intendierte Vergleichbarkeit ist damit leider auf der Strecke geblieben.“ Der Corporate Governance- und Vergütungsexperte ist deshalb überzeugt, dass das Gesetz die Diskussion um Vergütungstransparenz nicht beendet hat, sondern weiter anfeuern wird. Kramarsch: „Wir brauchen nicht mehr gesetzliche Vorgaben, sondern vor allem bessere.“

Bei der Höhe der Vergütungen gab es keine Überraschungen. Towers Perrin errechnete, dass die Bezüge im Vergleich zum Vorjahr mit im Schnitt plus 5 % nur moderat gestiegen sind. Der Anstieg von 2004 auf 2005 sei deutlich höher ausgefallen, sagte Kramarsch und nannte als Grund dafür den Nachholeffekt: „Jetzt haben sich die Dax-Unternehmen international angepasst.“

Die Gesamtvergütung eines Vorstands setzt sich zumeist aus der Grundvergütung, einer jährlichen erfolgsabhängigen Tantieme (Bonus), einer langfristigen Erfolgskomponente sowie aus Altersversorgungszuwendungen zusammen. Nach Towers Perrin repräsentiert die durchschnittliche Grundvergütung eines Vorstandsvorsitzenden im Dax rund ein Fünftel der Gesamtvergütung (21 %) und damit einen ähnlich hohen Wert wie die Langfristvergütungen (20 %). Alle Dax-Unternehmen bis auf Altana, BMW, Deutsche Postbank und Hypo Real Estate gestehen ihren Vorstandsmitgliedern eine langfristige Vergütungskomponente zu. Das bedeutet, dass die Firmen der Entwicklung des Aktienkurses besondere Bedeutung beimessen. Mit 42 % hat die Tantieme, mit der das Einzelergebnis des Vorjahres honoriert wird, den mit Abstand größten Anteil am Gesamteinkommen. Auf Altersversorgung und Nebenleistungen entfallen 17 %.

Der Anteil der zumeist aktienbasierten Langfristvergütungen an der Gesamtvergütung sei in den vergangenen Jahren von 25 % auf jetzt 20 % deutlich gesunken, heißt es bei Towers Perrin. Damit seien die deutschen Unternehmen weit entfernt von der amerikanischen Vergütungspraxis, wo Long-term-Incentives oft bis zu drei Viertel der Gesamtbezüge eines Vorstands ausmachten.

Die Hauptursache für die verbleibende Intransparenz sehen die Experten in der Berechnung und Darstellung der Altersbezüge. Weil das VorstOG ebenso wie das Handelsgesetzbuch die Altersversorgung nicht als Bestandteil der Gesamtvergütung definiert, fehlen schlicht Bewertungsvorschriften. Viele Unternehmen weisen die entsprechenden Angaben zwar aus, allerdings jedes auf seine Weise. Fast zwei Drittel der Dax-Unternehmen machen ihren Vorständen so genannte endgehaltsabhängige Zusagen, bei denen ein bestimmter Prozentsatz des letzten Festgehalts als Rente gewährt wird. 24 % der Unternehmen haben dagegen auf beitragsorientierte Systeme umgestellt. Auf der Strecke bleibt die Vergleichbarkeit.

Auch unterhalb der Vorstandsebene steigt in vielen Branchen der Anteil der variablen, also erfolgsabhängigen Vergütung. Dieser Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen. Die Mehrzahl der Arbeitgeber scheut das Risiko, den einsetzenden Aufschwung durch überzogene Einkommenssteigerungen abgebremst zu sehen. Deutlich macht das der Gehaltsreport 2007 der Interconsult GmbH in Vaihingen/Enz für die Elektro- und Elektronikindustrie. Danach werden die Vergütungen mit durchschnittlich plus 2,8 % im laufenden Jahr nur mäßig steigen. Mehr, nämlich im Schnitt plus 3,5 % erwarten können Ingenieure der Basic-, Analog-, Digital-, Mixed Signals- und Automatisierungstechnik. Mit geringeren Einkommenszuwächsen rechnen müssen Netzwerker (plus 1 %), Hardware-Ingenieure (plus 1,5 %) sowie Fachkräfte in der Distribution (plus 2,5 %).

CHRISTINE DEMMER

www.towersperrin.com
www.interconsult.de

Entwicklung des Aktienkurses steuert Einkommenshöhe

Von Christine Demmer

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